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BioNTech: Zwischen Klagen und Neuheiten

Inhaltsverzeichnis

Zwei deutsche Firmen aus dem Biotechnologie-Sektor führen derzeit einen Patentstreit vor Gericht. Darunter: Impfstoff-Entwickler BioNTech. Der Mainzer Konzern sollte inzwischen pandemiebedingt sicher jedem ein Begriff sein.

Verklagt worden ist BioNTech vom Tübinger Konzern Curevac vor dem Landgericht Düsseldorf. Curevac macht diesbezüglich geltend, dass BioNTech bei der Entwickelung seines berühmten Impfstoffs gegen Corona geistige Eigentumsrechte verletzt habe. So seien laut Curevac gleich mehrere geschützte Erfindungen des Konzerns von BioNTech für dessen Impfstoff-Entwicklung wesentlich gewesen. Die Forderung lautet daher: „eine faire Entschädigung“.

BioNTech weist all diese Vorwürfe zurück

Biontech weist unterdessen alle Vorwürfe der Klage für insgesamt 4 Patente zurück und untermauert in einer kürzlichen Stellungnahme:

„Die Arbeit von Biontech ist originär, und wir werden sie entschieden gegen alle Anschuldigungen der Patentverletzung verteidigen“.

Die BioNTech-Aktie konnte sich von der Meldung schnell wieder erholen. Denn Curevac kündigte zeitlich an, keine rechtlichen Schritte einleiten zu wollen, welche BioNTechs Vertrieb seines Corona-Impfstoffs beeinträchtigen würde. Eine konkrete Summe, um die es in der Klage geht, steht ebenfalls bisher nicht im Raum. All das ist positiv für BioNTech zu werten.

BioNTechs Impfstoff weiter gefragt

Trotz weltweit schrittweise fallender Coronabeschränkungen – hierzulande merkt man aktuell ja überhaupt nichts mehr von einer Pandemie – bleiben die Bestellungen bei den Impfstoffherstellern weiter hoch.

Unter anderem hat die US-Regierung kürzlich den Impfstoff der beiden Partner BioNTech und Pfizer geordert für eine geplante Booster-Kampagne im bevorstehenden Herbst. 105 Mio. Dosen seien bestellt worden, was einem Vertragsvolumen von mehr als 3,2 Mrd. Dollar entspricht. Geliefert werden soll die milliardenschwere Bestellung ab dem Spätsommer – darunter sowohl Dosen für Erwachsene als auch für Kinder.

Pfizer-CEO Albert Bourla gehe es diesbezüglich auch um Mittel, die konkret gegen neuartigere Corona-Virusvarianten wie Omikron schützen könnten. Die Vereinbarung umfasst außerdem eine Kaufoption für weitere rund 195 Mio. Impfdosen, wonach sich der Gesamtumfang bei Beanspruchung auf 300 Mio. Dosen steigern würde.

Antibiotika tragen zur Aktien-Kurspflege bei!

In der Focus Money habe ich in einer aktuellen Ausgabe außerdem gelesen: „Aufgrund wachsender Resistenzen verlieren Antibiotika zunehmend an Wirkung. Dagegen geht nun BioNTech an. Wie die Mainzer mitteilten, steigen sie mithilfe ihrer mRNA-Technologie in dieses Forschungsgebiet ein.

In die klinische Testung mit einem eigens entwickelten Medikament soll es dann im nächsten Jahr gehen. Der strategischen Entscheidung vorausgegangen war die Übernahme des österreichischen Antibiotika-Forschers Phagomed im vergangenen Oktober.“

BioNTech bleibt aussichtsreich

Die BioNTech-Aktie ist bereits wieder deutlich im Erholungsmodus. Der Mainzer Konzern, der zuletzt Milliarden mittels seines Corona-Impfstoffs eingenommen hat, sollte die Klage ungeachtet ihres weiteren Ausgangs meiner Meinung nach locker wegstecken, denn hieraus sollten sich eigentlich keine erheblichen finanziellen Auswirkungen für BioNTech ergeben.

Daher bleibt die Aktie ein spekulativer, aber aussichtsreicher Booster fürs Depot – schließlich ist der Konzern wie oben beschrieben so viel mehr als nur ein Corona-Impfstoff-Hersteller, auch wenn das Geschäft mit diesem nebenbei dennoch weiterhin rund läuft. Auch der Fokus auf neue Antibiotika macht Sinn und dafür sollte sich die vorausgegangene Übernahme eines Spezialisten auf diesem Gebiet auszahlen.