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Robo-Advisor: Vor- und Nachteile und beliebte Anbieter

Robo-Advisor: Vor- und Nachteile und beliebte Anbieter
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Inhaltsverzeichnis

Gemäß einer aktuellen Studie interessieren sich viele Menschen für die Nutzung eines Robo-Advisors beim Vermögensaufbau. Die automatisierte digitale Geldanlage ist zwar noch verhältnismäßig jung, jedoch wusste ein Drittel der Befragten genau, worum es sich dabei handelt. 59 Prozent der Studienteilnehmer können sich vorstellen, ihr Geld von einem Robo-Advisor automatisch an Kapitalmärkten anlegen zu lassen.

Definition: Was sind Robo-Advisor?

Robo-Advisor sind auf Algorithmen-basierende Systeme, die automatisch Handlungsempfehlungen für Anleger generieren. Robo-Advisor sind Bestandteil der privaten Vermögensberatung. Der Name „Robo-Advisor“ setzt sich aus „Robotik“ und „Advisor“ (dt.: Berater, Verwalter) zusammen.

Allerdings greift diese häufig anzutreffende Beschreibung etwas weit aus. Oftmals präsentiert sich der Robo-Advisor lediglich als eine digitale Kundenschnittstelle, die die Ermittlung des persönlichen Anlageprofils mit Augenmerk auf das jeweils individuelle Risiko vornimmt. Die eigentliche Verwaltung des Vermögens beginnt erst im Anschluss: Liegen die entsprechenden Daten vor, steht die Umsetzung der Anlagestrategie mit konkreten Anlageprodukten an. D. h., erst im nachgelagerten Prozess findet das eigentliche Asset-Management statt: Das Risikoprofil wird vom Robo-Advisor in eine strategische Asset-Allokation übersetzt, sodann erfolgt die Umsetzung in individuelle Anlageprodukte.

Im Jahr 2021 verwalteten Robo-Advisor in Deutschland ein Gesamtkundenvermögen von rund 14 Milliarden Euro. Damit verdoppelte sich die Summe im Vergleich zum Vorjahr. Bereits 12 Monate zuvor wurde ein Anstieg von knapp 75 Prozent verzeichnet. Finanzexperten prognostizieren bis 2023 eine jährliche Erhöhung von bis zu 41,9 Prozent.

Robo-Advisor: Step-by-step-Anleitung

Die einzelnen Schritte stellen sich wie folgt dar:

  1. Kunden füllen online einen Fragebogen aus. Die Angaben ermöglichen dem Robo-Advisor die Ermittlung der persönlichen Risikotragfähigkeit sowie der individuell optimalen Anlagestrategie.
  2. Im Anschluss eröffnet dieser für den Anleger ein diversifiziertes Portfolio und wählt die ETFs aus, wobei er sich an der jeweiligen Risikotoleranz orientiert.
  3. Ein Algorithmus übernimmt die ständige Überwachung des Portfolios und führt ggfs. Anpassungen durch.
  4. Entweder über eine App oder per Web-Login können Anleger jederzeit die Entwicklung ihres Portfolios im Auge behalten.

Bewertungskriterien bei Robo-Advisor vergleichen

Mittlerweile gibt es rund 40 Anbieter, die ihren Kunden die automatisierte digitale Geldanlage ermöglichen. Ein Robo-Advisor Vergleich erleichtert ihnen die Auswahl. In der Regel werden folgende Bewertungskriterien herangezogen:

  • Kosten – diese sollten möglichst gering sein, denn die Gesamtkosten pro Jahr beeinflussen die Rendite
  • Mindestanlagebetrag – teilweise ist eine Mindestsumme festgelegt; zu einer positiven Bewertung führen deren Entfall bei Sparplannutzung sowie niedrige Mindestanlagebeträge
  • Risikoklassen – je mehr angebotene Produkte, darunter beispielsweise für Kinder, Firmen und ESG-basierte Anlagestrategien, desto besser für Sparer
  • Sparpläne – sie sind in jedem Fall vorteilhaft, da ein solider Vermögensaufbau erfahrungsgemäß durch ein einmaliges Investment kaum möglich ist
  • Depotübertrag – für den Transfer von Werten zu einem digitalen Vermögensverwalter oder einem möglichen Wechsel des Robo-Advisors ist die Möglichkeit des Depotübertrags hilfreich
  • Benutzerfreundlichkeit – insbesondere für Einsteiger sind Transparenz sowie eine leichte Bedienbarkeit wichtig
  • Service – generell ist die Nutzung eines Robo-Advisors unkompliziert, Probleme tauchen äußerst selten auf; für den Fall eines Falles geht ein guter Kundenservice mit vielen Vorteilen einher
Die Niedrigzinspolitik führte dazu, dass immer weniger Verbraucher Sparkonten haben und sich vermehrt für Anlagegeschäfte interessieren.Pixabay.com © geralt CCO Public Domain

Scalable Capital: Der Pioneer unter den Robo-Advisors

Scalable Capital gilt als der größte digitale Vermögensverwalter in Europa. Gegründet wurde das Unternehmen mit Sitz in München im Jahr 2014. Eine Software übernimmt bei Scalable Capital zahlreiche Aufgaben, darunter die Auswertung von riesigen Datenvolumen sowie die Ermittlung von Portfoliorisiken. Das Anlagemodell wird ständig von Menschen geprüft, jedoch hat der Robo-Advisor ihnen gegenüber in vielen Bereichen die Nase vorn.

Im Verhältnis zur klassischen Geldanlage ermöglicht Robo-Advisory Kunden mehr Individualität. Es wird auf die Anforderungen jedes einzelnen Anlegers eingegangen, anstatt nur einzelne Fonds oder ein paar Standard-Portfolios anzubieten. Die Anlagestrategie von Scalable Capital verfolgt einen sogenannten Value-at-Risk-Ansatz. D.h., das Risikoprofil des Portfolios wird an die aktuelle Marktsituation angepasst.

Anleger haben die Wahl zwischen 23 Risikoklassen. Das bedeutet, sie orientieren sich bei Scalable Capital am Verlustrisiko und nicht an der Rendite, die sie erzielen können. Diese Anlagestrategie ist somit an die Risikokennzahl VaR (Value-at-Risk) gekoppelt. Sie beziffert den Jahresverlust, der mit einer  95-prozentigen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten werden sollte.

Die Top 3 namhafter Robo-Advisor

Wissen sollte man bei der Suche nach einem Robo-Advisor, dass die Gesamtgebühren zwar im Auge behalten werden, jedoch nicht den Hauptentscheidungsfaktor darstellen sollten. Nachstehendes Beispiel zur Veranschaulichung:

Ein Anbieter wirbt mit 0,5 Prozent Gebühren, erwirtschaftet jedoch nur eine zweiprozentige Rendite. Der Mitbewerber verlangt 1 Prozent Gebühren, allerdings steht eine fünfprozentige Rendite im Raum. Bei einem Anlagebetrag von 5.000 Euro ergeben sich daraus folgende Zahlen:

Robo-Advisor 1: 25 Euro Kosten / 100 Euro Rendite

Robo-Advisor 2: 50 Euro Kosten / 250 Euro Rendite

Folgende Anbieter haben sich bei einem Robo-Advisor Vergleich hervorgehoben.

Investify

Das Unternehmen wurde in Luxemburg gegründet, in Deutschland ist es seit dem Jahr 2017 auch durch eine Niederlassung in Aachen vertreten. Bedeutende Daten im Überblick:

  • sieben verschiedene Basisinvestmentstrategien
  • unbegrenzte Anzahl von Anlagen durch individuelle Beimischung
  • bereits ab 50 Euro/Monat Sparplan und ab 500 Euro Einmalanlage möglich
  • 1 Prozent Gebühren bei 100.000 Euro, darüber hinaus 0,8 Prozent
  • Zwischen 0.07 und 1,6 Prozent Fondsankauf-Kosten

Zu den Pluspunkten von Investify gehört die Möglichkeit, sich themenorientiert neben klassischen Anlagestrategien aufzustellen. Das Unternehmen verfügt über eine Lizenz für Vermögensverwaltung der CSSF, Luxemburg. Diese ermöglicht bei Bedarf die Umschichtung der Kunden-Portfolios, zum Beispiel beim Re-Balancing. Nachteilig ist, dass Investify weder Junior- noch Gemeinschaftsdepots bereithält.

Evergreen

Hinter dem Robo-Advisor steht eine 15-jährige Erfahrung sowohl im Fondsgeschäft als auch der Risikosteuerung bei Banken. Die Gründung des Unternehmens mit Sitz in Leipzig erfolgte im Jahr 2019. Evergreen ist gemäß § 32 Gewerbeordnung für die Verwaltung von Finanzanlagen lizenziert, reguliert wird es von der BaFin. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • zehn Anlagestrategien
  • zwei hauseigene Fonds für die Kundengeldanlage
  • nur 1 Euro Mindestanlagebetrag, auch einmalig sowie monatlich beim Sparplan
  • Unterdepots in unbegrenzter Anzahl
  • Produktkosten: 0,59 Prozent
  • keine Depot- oder Transaktionskosten

Höchstmögliche Kostengünstigkeit sowie maximale Transparenz sind die Ziele dieses Robo-Advisors. Investitionen erfolgen ausschließlich in die eigenen Fonds. Kunden werden altersgerecht eingestuft, um der üblichen Risikoneigung von Anlegern Rechnung zu tragen.

Ginmon

Bereits seit dem Jahr 2014 ist der Robo-Advisor etabliert. Ginmon verfügt über eine Lizenz zur Finanzportfolioverwaltung der BaFin. Das Unternehmen blickt auf eine Auszeichnung als Performance-Sieger im Dreijahresbereich zurück. Die bedeutendsten Faktoren im Überblick:

  • zehn Anlagestrategien
  • keine Mindestanlagesumme, Sparplan ab 50 Euro
  • jährliche Servicekosten von 0,75 Prozent, ETF-Gebühren 0,20 Prozent
  • Liquiditätsreserve in Höhe von 2 Prozent der Kundeneinlagen wird auf einem Konto gehalten
  • durch die Partnerbank DAB BNP Paribas Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro

Die Anlagestrategie des Robo-Advisors bezieht die Theorie von Markowitz mit ein. Ein interessanter Aspekt ist, dass die Aktien-ETFs 10.000 Gesellschaften aus 47 Ländern abdecken.

Das Aktiengeschäft birgt Gewinnchancen, geht aber auch mit einem Risiko einher.Pixabay.com © geralt CCO Public Domain

Vor- und Nachteile von Robo-Advisors

Die Geldanlage mit einem seriösen digitalen Vermögensverwalter geht sowohl mit Vor- als auch Nachteilen einher. Da jeder Anleger unterschiedliche Anforderungen stellt sowie über individuelle Erfahrung und Kenntnisse im Anlagegeschäft verfügt, sind sie nicht immer für alle Investoren relevant.

Vorteile

Die Kosten guter digitaler Vermögensverwaltungen sind vergleichsweise gering. Gleichzeitig ist die Möglichkeit von Anlagen mit geringem Geldeinsatz gegeben, Sparpläne sind verfügbar. Die Automatisierung hält Sparern den Kopf frei und ebnet Einsteigern den Weg ins Anlagegeschäft. Nutzer von guten Robo-Advisors loben die hohe Transparenz, sowohl im Bereich der Kosten als auch Strategien. Häufig sind auch Angebote für Firmenkunden verfügbar und EGS-Investments möglich. Ein weiterer positiver Faktor ist die Diversifikation über mehrere Anlageklassen.

Nachteile

Direkte Berater stehen nicht zur Verfügung, auch passen die standardisierten Ansätze nicht zu ausnahmslos jedem Kundenprofil. Bei einigen Robo-Advisors handelt es sich um Startups, sodass anfangs eine geringe Marktpräsenz besteht. Darüber hinaus sind zumindest Grundkenntnisse für den Einstieg bei einem digitalen Vermögensberater erforderlich. Als ein nachteiliger Faktor des Robo-Advisors gilt weiterhin, dass die Selbstanlage mit ETFs günstiger ist. Zudem unterliegen niedrige Anlagebeträge meist höheren Gebühren.

Fazit: Für diese Anleger sind Robo-Advisor sinnvoll

Robo-Advisor empfehlen sich insbesondere für Anleger, die digitale Affinität besitzen und teilweise ihre Verantwortung für Anlagegeschäfte abgeben möchten. Sie profieren darüber hinaus von Unterstützung bei der Risikoentscheidung. Anleger werden quasi digital an die Hand genommen und geführt. Möchten sie die Renditechancen von Aktien nutzen, sich jedoch den Kopf freihalten, ist ein Robo-Advisor eine interessante, gute Alternative.