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Vantage Towers – Noch-Vodafone-Tochter mit ordentlichen Zahlen

Inhaltsverzeichnis

Der Düsseldorfer Sendemasten-Betreiber Vantage Towers kündigte erst vorige Woche eine neue Eigentümerstruktur an. Nun folgen solide Halbjahreszahlen mit einem leichten Wachstum bei Umsatz und Gewinn.

Neues Gemeinschaftsunternehmen wird über Vantage Towers bestimmen

Erst im März 2021 ging die Vodafone-Tochter Vantage Towers an die Börse, wobei Vodafone mit einem Anteil von 81,7 Prozent der Aktien Haupteigentümer blieb. Gut eineinhalb Jahre später hat Vantage Towers bekanntgegeben, dass Vodafone mit den beiden Finanzinvestoren GIP und KKR ein Gemeinschaftsunternehmen gründet, welches die bisherigen Vodafone-Anteile übernimmt. Zudem erhalten die übrigen Aktionäre ein freiwilliges Übernahmeangebot in Höhe von 32 Euro, das um 19 Prozent über dem volumengewichteten Drei-Monats-Durchschnittskurs liegt.

Umsatz steigt in allen Märkten

Im am 30. September 2022 abgeschlossenen ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 konnte Vantage Towers den Konzernumsatz ohne Durchleitungseinnahmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum auch wegen Inflationsausgleichsklauseln in den Verträgen um 6 Prozent auf 523,6 Millionen Euro steigern. Den Löwenanteil machen weiterhin die Umsatzerlöse aus Makrostandorten aus mit einer Verbesserung um 3,9 Prozent auf 474,6 Millionen Euro. Im zweiten Quartal lag das Wachstum mit 4,5 Prozent höher als im ersten (3,4 Prozent).

Besonders steil nach oben ging es für die Umsatzerlöse aus Energiebereitstellung und andere Umsatzerlöse, die sich im Vorjahresvergleich von 15,1 auf 27,7 Millionen Euro beinahe verdoppelten – vor allem wegen sonstiger kostenpflichtiger Dienste für Mobilfunknetzbetreiber. Einen leichten Rückgang verbuchten die sonstigen Mieterlöse, die um 4 Prozent auf 21,3 Millionen Euro nachgaben.

Regional betrachtet lief es für Vantage Towers im ersten Halbjahr in Spanien am besten, wo die Umsatzerlöse ohne Durchleitungseinnahmen um 10 Prozent auf 91,8 Millionen Euro zulegten, während die Umsatzerlöse im Hauptmarkt Deutschland um 5,6 Prozent auf 254,1 Millionen Euro anstiegen.

Leichter Gewinnanstieg, stabiler Ausblick

Beim bereinigten operativen Gewinn (EBITDA) gelang Vantage Towers im ersten Halbjahr ein Anstieg um 3,8 Prozent auf 443,8 Millionen Euro. Wegen verstärkter Investitionstätigkeiten stieg der operative EBITDA weniger deutlich an als der Konzernumsatz.

Das Management von Vantage Towers sieht sich auch nach dem ersten Halbjahr auf gutem Wege, die Prognose für das Geschäftsjahr 2023 zu erreichen. Somit wird weiterhin ein Umsatzwachstum ohne Durchleitungseinnahmen zwischen 3 und 5 Prozent angestrebt. Das bereinigte EBITDAaL (operativer Gewinn after Leasing) soll einen Wert von 550 bis 570 Millionen Euro erreichen (im ersten Halbjahr waren es 272,7 Millionen Euro). Beim wiederkehrenden Free Cashflow werden 405 bis 425 Millionen Euro anvisiert (erstes Halbjahr: 220,2 Millionen Euro).Die im TecDAX gelistete Vantage Towers-Aktie reagiert kaum auf die Halbjahreszahlen, was aber in erster Linie am Übernahmeangebot in Höhe von 32 Euro liegt, seit dem sich der Kurs in einer engen Spanne zwischen 32 und 33 Euro bewegt.