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Adobe – Kurseinbruch nach geplanter Milliarden-Übernahme

Inhaltsverzeichnis

Der US-amerikanische Softwarekonzern Adobe trifft mit seinen Quartalszahlen weitgehend die Erwartungen und erwirtschaftet einen Rekordumsatz. Eine von Anlegern als  zu teuer betrachtete Übernahme eines Unternehmens und ein leicht ernüchternder Ausblick lassen die Aktie dennoch einbrechen.

Umsatzwachstum in allen Regionen

Im am 2. September 2022 ausgelaufenen dritten Quartal des Geschäftsjahres 2022 gelang Adobe im Vorjahresvergleich eine Umsatzsteigerung um 12,7 Prozent (währungsbereinigt: 15 Prozent) auf 4,43 Milliarden Dollar. Das Wachstum erstreckte sich dabei über alle Regionen sowie über zwei der drei Unternehmensbereiche hinweg.

Das größte Segment Digital Media – dessen Anteil am Gesamtumsatz 73 Prozent beträgt – verbesserte sich um 12,8 Prozent auf 3,23 Milliarden Dollar, während der Bereich Digital Experience um 13,7 Prozent auf 1,21 Milliarden Dollar zulegte. Einen leichten Rückgang um 4,7 Prozent auf 81 Millionen Dollar musste lediglich das mit Abstand kleinste Segment Publishing and Advertising hinnehmen.

Im größten Adobe-Markt Amerika stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal sogar um 16 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar, im asiatischen Raum ging es um 9,2 Prozent auf 690 Millionen Dollar nach oben. Am wenigsten ausgeprägt war das Expansionstempo in Europa, dem Nahen Osten und Afrika, wo nur eine Steigerung um 7,7 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro glückte.

Bereinigter Gewinn übertrumpft Vorjahresquartal

Nach der US-amerikanischen GAAP-Bilanzierung fielen die Gewinn-Kennzahlen des dritten Quartals 2022 gemischt aus. Während das Betriebsergebnis um 2,8 Prozent auf 1,48 Milliarden Dollar leicht anstieg, gab das Ergebnis unter dem Strich um 6,3 Prozent auf 1,14 Milliarden Dollar nach.

Deutlich besser sieht das Bild nach der bereinigten Non-GAAP-Berechnung aus. Hier verbesserte sich das Betriebsergebnis um 8 Prozent auf 1,96 Milliarden Dollar, das Ergebnis unter dem Strich wuchs um 6,6 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar und der verwässerte Gewinn je Aktie lag mit 3,40 Dollar um 29 Cent über dem Vorjahreswert. Auch die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten wurden damit leicht übertroffen.

Umsatzprognose bleibt hinter den Erwartungen zurück

Während die Quartalszahlen selbst insgesamt überzeugen konnten, fällt der Ausblick auf das Schlussquartal eher ernüchternd aus. Das Management strebt einen Umsatz von etwa 4,52 Milliarden Dollar an – Branchenexperten hatten mit 4,6 Milliarden Dollar gerechnet. Der Gewinn je Aktie soll leicht auf 2,44 Dollar (GAAP) respektive 3,50 Dollar (Non-GAAP) steigen. Als bremsende Faktoren nennt das Management u.a. die generelle makroökonomische Umgebung und negative Wechselkurseffekte als Folge des starken Dollars.

Übernahme von Figma angekündigt, Aktie bricht ein

Bereits seit einiger Zeit war das Interesse des Adobe-Managements an einem Kauf des erst 2016 gegründeten Startups Figma bekannt, einer kollaborativen Software zum Erstellen von Prototypen im Bereich des UX/UI-Designs. Heute nun wurde eine Vereinbarung verkündet, nach der Adobe den Rivalen für etwa 20 Milliarden Dollar übernehmen wird, von denen ungefähr die Hälfte in Aktien bezahlt werden soll. Die Transaktion soll 2023 abgeschlossen werden. Den Anlegern ist der Preis für das Ende Mai 2021 mit 10 Milliarden Dollar bewertete Unternehmen offenbar zu hoch. Im nachmittäglichen deutschen Handel stürzt die Adobe-Aktie um über 12 Prozent auf etwa 325 Euro ab, kurz nach dem Start an der Wall Street um rund 14 Prozent auf 320 US-Dollar.