+++ Die kostenlosen Online Live Webinare 2022 - Trading, Finanzen, Geldanlage & Vermögen +++

EZB räumt Fehler ein – und macht trotzdem so weiter

Inhaltsverzeichnis

Gestern berichtete ich Ihnen über die verstärkten, ja fast panischen Bemühungen der US Notenbank Fed, die Inflation wieder in den Griff zu bekommen.

EZB will weiterhin nichts gegen die starke Inflation machen

Nur bei unserer Europäischen Zentralbank EZB scheint dieser Erkenntnisprozess noch nicht besonders weit fortgeschritten zu sein. Oder anders gesagt: Hier darf die Inflation weiterhin Inflation bleiben und sich ungestört austoben, weil die Europäische Zentralbank nichts dagegen unternimmt.

Diese Inflation zehrt inzwischen einen Großteil der Gewinnzuwächse von europäischen Unternehmen auf, so dass hier auch kein großartiges Kurspotenzial mehr besteht.

EZB räumt Fehleinschätzung ein – rennt aber trotzdem noch schneller in die falsche Richtung!

Zwar hat die EZB ihr kleines Inflations-Problem zuletzt eingeräumt. So sagte EZB-Vizechef Luis de Guindos Ende Dezember, die Inflation im Euroraum werde länger höher bleiben als ursprünglich von der Notenbank erwartet. „Unsere Inflation ist hartnäckiger und – sagen wir mal – nicht so vorübergehend wie wir erwartet hatten”, so de Guindos laut Reuters gegenüber dem Sender COPE.

Zinsanhebungen oder auch nur einen ernsthaften Ausstieg aus Anleihenkäufen hat die Zentralbank auf ihrer letzten Sitzung am 16. Dezember 2021 aber dennoch weder beschlossen noch in Aussicht gestellt.

Der Trick mit den zwei Anleihenprogrammen

Dafür hat sie -von der Masse der Mainstream-Analysten unbemerkt – ihre Geldpolitik sogar noch gelockert! Zwar läuft ab dem 31. März 2022 das pandemischen Notkaufprogramm (PEPP) formal aus. Gleichzeitig wird dieses aber durch eine verstärkte Wiederaufnahme des seit 2015 in Kraft befindlichen Anleihenkaufprogramms APP mehr als ersetzt.

Noch dazu wird die EZB sämtliche Einkünfte aus dem PEPP, also Tilgung und Zinsen, bis mindestens 2024 reinvestieren und erst dann überprüfen, ob und wann diese Marktinterventionen aufhören.

Und damit nicht genug: Griechenland soll trotz fehlender Bonität seiner Anleihen nunmehr auch in den Genuss des APP kommen – ein klarer Bruch der Richtlinien der EZB!

Warum die Euro-Pleite bevorsteht

Wir sehen somit zwei Effekte: Die Zinsen für europäische Anleihen werden weiter in den negativen Bereich fallen, während die Bilanz der EZB immer weiter aufgebläht wird. Gleichzeitig wird die Struktur der EZB-Bilanz durch griechische Staatsanleihen zweifelhafter Bonität deutlich riskanter. Das bedeutet nichts anderes, als dass eine mögliche Euro-Pleite näher rückt!

Bereiten Sie sich als Anleger jetzt vor!

Ich sage, das einzige was sich hier bisher stabilisiert, ist die Inkompetenz der EZB. Die Gefahr ist groß, dass die Inflation immer weiter ausufert und am Ende die Wirtschaft in einen Kollaps stürzt. Dann ist es auch für Gegenmaßnahmen der Zentralbank zu spät.