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Munich Re – das Geschäft verhagelt

Inhaltsverzeichnis

Der Rückversicherer Munich Re musste im zweiten Quartal des Geschäftsjahres einen Gewinneinbruch um über 30 Prozent hinnehmen. Da der Markt jedoch noch schwächere Zahlen erwartet hatte und der Jahresausblick stabil bleibt, steigt die Aktie.

Schwächelnde Börsen belasten Konzernergebnis

Im am 30. Juni beendeten zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2022 sank das Konzernergebnis von Munich Re – auch als Münchener Rück bekannt – im Vergleich zum Vorjahresquartal um 30,5 Prozent auf 768 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt einen noch deutlicheren Rückgang auf 719 Millionen Euro prognostiziert.

Wichtigster Grund für den Rückgang ist ein niedrigeres Anlageergebnis als Folge der seit Jahresbeginn schwächelnden Börsen. Die Kapitalmarktrendite sank deshalb im Vorjahresvergleich von 19,2 auf 12,3 Prozent, die Kapitalanlagerendite von 3,1 auf 1,6 Prozent und damit deutlich unter den eigenen Zielwert von 2,5 Prozent. Das Ergebnis je Aktie fiel zwar um 30,3 Prozent auf 5,50 Euro, blieb damit aber ebenfalls über den Erwartungen der Experten, die bei 5,18 Euro lagen.

Beiträge steigen, Zahl der Großschäden ebenfalls

Das Konzernergebnis des größten Unternehmensbereichs Rückversicherung ging sogar um 36 Prozent auf 608 Millionen Euro zurück, während sich der Düsseldorfer Erstversicherer ERGO um 3,1 Prozent auf 160 Millionen Euro leicht verbessern konnte. Die gebuchten Bruttobeiträge erhöhten sich konzernweit um 8,3 Prozent, wobei sie bei der Rückversicherung um 10,1 Prozent auf gut 11,3 Milliarden Euro zulegten und bei der Konzerntochter ERGO um 3,9 Prozent auf gut 4,5 Milliarden Euro.

Die Großschäden summierten sich im zweiten Quartal auf 575 Millionen Euro, wobei allein die Dürre in Südamerika mit 130 Millionen Euro zu Buche schlug. Im Vorjahresquartal lagen die Großschäden mit 432 Millionen Euro um ein Drittel niedriger.

Stabiler Ausblick trotz nsicherheiten

Für das gesamte Geschäftsjahr 2022 peilt Munich Re weiterhin einen Konzerngewinn von 3,3 Milliarden Euro an. Konzernchef Joachim Wenning betont allerdings die zunehmenden Unsicherheitsfaktoren, die von Inflations- und Zinssorgen über die weiterhin schwelende Corona-Pandemie bis hin zum anhaltenden Ukraine-Krieg reichen. Für dessen Folgen legte Munich Re im zweiten Quartal weitere 90 Millionen Euro zurück, im ersten Halbjahr waren es 200 Millionen Euro. Die Munich Re-Aktie steigt im deutschen Vormittagshandel um bis zu 2 Prozent auf etwa 231 Euro und liegt damit deutlich unter dem durchschnittlichen Kursziel der Analysten von knapp 280 Euro.