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Stichtag 22. Juli: Gesetzesänderung bei offenen Immobilienfonds!

Ab kommenden Montag greift in Deutschland ein neues Gesetz zu offenen Immobilienfonds. Dies ändert sich:

Bei offenen Immobilienfonds…

  1. Gibt es dann eine einjährige Kündigungsfrist
  2. Neuanleger müssen den offenen Immobilienfonds sogar mindestens 2 Jahre halten

Diese Regelungen treten ab Montag, 22. Juli einschließlich in Kraft. Wer dann oder danach offene Immobilienfonds kauft, sollte die beiden genannten Punkte unbedingt kennen!

Wer bereits investiert ist, für den gilt diese Regelung: Bis 30.000 Euro können pro Halbjahr verkauft werden, unabhängig von der einjährigen Kündigungsfrist.

Meine Bewertung: Die Einführung einer „Mindesthaltedauer“ bei offenen Immobilienfonds finde ich grundsätzlich sinnvoll. Denn hier geht es um Immobilien, und da sollte auch der Fondsbetreiber etwas planen können. Da ist es z.B. wenig sinnvoll, wenn eine Pensionskasse mal eben einen fünfstelligen Millionenbetrag in einem Immobilienfonds „parkt“, und dann nach einigen Monaten wieder verkaufen möchte. Was ist, wenn mit dem Geld eine Immobilie gekauft wurde? Inkl. Kaufnebenkosten etc.? Dann müsste wieder verkauft werden, weil der Großinvestor sein Geld haben möchte?

Ein guter Fondsmanager eines offenen Immobilienfonds musste deshalb einen recht hohen Anteil „Cash“ halten. Die neue Regelung macht deshalb Sinn, da auch der Fondsmanager weiß, dass neu investiertes Geld mindestens 2 Jahre im Fonds bleiben muss, und auch bereits investierte Gelder mindestens 1 Jahre. (Bis auf die 30.000 Euro je Alt-Investor, welche dieser pro Halbjahr abziehen kann.)

Aus Sicht der Allgemeinheit, sprich unserer Volkswirtschaft und des Finanzplatzes Deuschland, also durchaus eine feine Sache. Für den einzelnen Investor ist es allerdings eine Verschlechterung: Er/sie ist nicht mehr so flexibel bei den Verkäufen, zudem ist der Verkaufspreis ungewiss. Denn wenn ich z.B. am 23. Juli kaufe und sofort kündige, greifen diese 2 Jahre Mindesthaltedauer. Dann verkaufe ich also zum Preis vom Juli 2015 – wo der dann liegen wird, steht in den Sternen. Zudem finde ich solche nachträglichen Änderungen etwas problematisch. Gewiss hätte der eine oder die andere nicht gekauft, wenn er/sie das vorher gewusst hätte. Insofern hätte ich es sauberer gefunden, wenn die neue Regelung nur für neue Käufe gelten würde (wer dann kauft, kann dann wissen, worauf er/sie sich einlässt.)

Noch ein Rat an die Mitglieder der Trader´s Daily-Gemeinde: Nur für den Fall, dass Sie ohnehin demnächst einen bestimmten offenen Immobilienfonds kaufen möchten – dann sehen Sie zu, dass Sie den noch heute oder morgen kaufen, d.h. vor dem Stichtag 22. Juli. Dann sind Sie flexibler, wegen der möglichen Verkäufe von 30.000 Euro pro Halbjahr. Sonst müssen Sie als neuer Investor 2 Jahre warten…

Mit herzlichem Gruß!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt / M.A.

Chefredakteur Trader´s Daily

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Michael Vaupel

Michael Vaupel ist Rohstoff- und Derivate-Experte. Der 40-jährige hat an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn Volkswirtschaftslehre studiert.

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Alte Kommentare
  • Werner Rühl schrieb am 19.07.2013, 09:32 Uhr

    Hallo Herr Vaupel, Ihr heutiger Artikel ist etwas "holprig". Zunächst scheinen Sie die ein oder andere 0 zuviel angegeben zu haben. Jedenfalls ist ein 5-stelliger Millionenbetrag, also min. 10 Milliarden keine Größenordnung die bislang in einen offenen Immobilienfonds eingebracht wurde. Weiterhin sprechen Sie von rückwirkenden Änderungen, um dann im gleichen Atemzug den 22.7.13 anzusprechen. Die Änderung betrifft doch nur Neuanlagen ab diesem Termin. Wo sehen Sie dann den Rückgriff? Allenfalls für Ausschüttungen von Altanlagen dürfte die kostenfreie Wiederanlage ebenfalls von der Mindesthaltedauer und Kündigungsfrist betroffen sein. Letztlich ist der Gesetzgeber m.A. nach deutlich über das Ziel hinaus geschossen. Mit der 30.000 EUR-Regelung wären Großanleger genügend eingegrenzt worden und die Flexibilität für den Kleinanleger erhalten geblieben. Leider fällt nun die sehr sichere und schwankungsarme Anlageform für Entnahmepläne ("Vermögensrente") weg. Es bleibt zu hoffen, dass die Lobby hier nochmals eine Änderung der Änderung bewirkt. MfG W.Rühl