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Ein Fonds, der 11,6% Gewinn pro Jahr garantiert?

Trader´s Daily-Leser Bernt G. fragte mich, mit welcher Rendite ich bei den von mir favorisierten strategischen Metallen rechnen würde. Er hätte nämlich ein Fonds-Angebot, bei dem ihm 11,6% Gewinn pro Jahr garantiert würden.

Je nun – da war man sogar als mit allen Wassern gewaschener Trader´s Daily-Autor, Erschütterer der Rohstoff-Märkte und machtvoller Verbieger von Quecksilber erst einmal baff.

Welcher Fonds GARANTIERT in der heutigen Zeit 11,6% Plus pro Jahr? In einer Zeit, in der die Bundesrepublik Deutschland zuletzt sogar Staatsanleihen mit Negativ-Zins verkaufen konnte?

Für diejenigen in der Gemeinde, welche es nicht mitbekommen hatten: Es wurden zuletzt deutsche Staatsanleihen mit 6-monatiger Laufzeit versteigert. Laut Deutscher Finanzagentur wurden die verkauft, obwohl sie eine negative Rendite von -0,0122% für die Laufzeit boten. Sprich:

Die Käufer der Anleihen zahlen der Bundesregierung einen kleinen Betrag dafür, dass sie diese Anleihen halten dürfen. Volumen: Immerhin 3,9 Mrd. Euro!

In solchen Zeiten garantierte 11,6% pro Jahr?

Natürlich fragte ich den Leser nach Details. Antwort des Leser:

Es geht um „PANTHERA Asset Management Global Trading A“

Aha. Nie gehört.

In solchen Fällen tue ich das, was leider sehr viele Anleger nicht tun: In den Verkaufsprospekt schauen. Und da interessiert mich insbesondere die Kostenstruktur.

Auf S. 5 des entsprechenden Verkaufsprospektes fand ich eine entsprechende Auflistung. Kostenblöcke, in % vom Eigenkapital inkl. Agio. Bedeutet: Wieviel Prozent macht der jeweilige Kostenblock am gesamten Anlagevermögen aus.

(Übrigens ist das kein „Fonds“, sondern man beteiligt sich in Form von Kommanditanteilen.)

Eine Zahl fiel mir sofort auf: 77,24%

Dies ist der Posten „typisch stilles Beteiligungskapital für Investitionen“.

Und das ist der Anteil des eingesammelten Geldes, der investiert werden soll. 77,24%! Gut drei Viertel. Doch was passiert mit dem Rest?

Alles schön aufgelistet. Punkte wie „Gründungskosten, Konzeption in Deutschland und Luxemburg“ 2,38% des Kapitals.

„Rechts- und Steuerberatung Luxemburg 0,48%“ des Kapitals

„Vertriebskosten“ 4,76%

„Eigenkapitalbeschaffung“ 9,33%

Und so weiter.

Von einer „Garantie“ ist übrigens im Prospekt keine Rede, es wird eine kalkulatorische Gewinnbeteiligung in Höhe von 11,6% p.a. genannt. Das ist keine Garantie und im Zweifel so sicher wie ein italienisches Kreuzfahrtschiff.

Halten wir fest: Wenn vom eingesammelten Kapital 77,24% investiert werden…dann muss dieses investierte Kapital erst einmal um ca. 29,44% wachsen, damit wieder 100% erreicht sind. Die Differenz sind Vertriebskosten, Provisionen…welche die Anleger bezahlen.

Ob das was für den Leser ist, muss er natürlich selber entscheiden. Ich biete ihm und Ihnen hiermit einige Fakten für Ihre Entscheidung.

Für mich persönlich ist klar: Ich setze lieber auf meine „Metall-Körbe“. Da garantieren zwar weder ich noch ein Metallhändler irgendetwas.

Doch ich kann vollkommen überzeugt sagen, dass ich nach der Analyse von Angebot und Nachfrage exzellente Chancen sehe, dass die Preise dieser Metalle 2012 kräftig steigen SOLLTEN.

Das reicht mir – und die gekauften Metalle sind zu 100% im eigenen Besitz. Physisch.

Mit herzlichem Gruß!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt / M.A.

Chefredakteur Trader´s Daily

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Über den Autor Michael Vaupel

Michael Vaupel ist Rohstoff- und Derivate-Experte. Der 40-jährige hat an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn Volkswirtschaftslehre studiert.

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