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Continental Aktie: Continental Aktie: Konzernstruktur auf dem Prüfstand

Öfter mal was Neues wagen – gibt es bei Continental schon bald eine neue Struktur? Medienberichten zufolge prüft der weltweit agierende Reifenhersteller und Autozulieferer mit Sitz in Hannover eine Aufspaltung.

In den kommenden sechs Monaten lässt sich die Konzernführung von Experten beraten und spielt dabei verschiedene Szenarien durch. Im Gespräch ist dabei offenbar auch eine Holding-Struktur, bei der einzelne Geschäftssparten separat an die Börse gebracht werden könnten. Besonders lukrative Bereiche, wie etwa die Reifensparte, könnten davon profitieren. Je nach Aufteilung könnten jedoch auch einzelne Unternehmensteile als eine Art „Bad Bank“ aufgefasst werden, die dann wiederum einen schwereren Stand haben dürfte.

Conti Aktie schnellt in die Höhe

An der Börse wurden die Aussichten dennoch gefeiert, Investoren versprechen sich höheren Wertzuwachs von mehreren Einzelaktien als von dem bisherigen, Continental insgesamt umfassenden Papier. Nicht zuletzt befeuert durch die Restrukturierungsgerüchte ist der Kurs der Conti Aktie im Januar kräftig in die Höhe geschossen auf zeitweise über 255 Euro. Zwar musste das Papier einen Teil dieser Kursgewinne bereits wieder abgeben, notiert auf Monatssicht aber immer noch rund 9 Prozent fester bei zuletzt gut 240 Euro.

Damit bewegt sich die Continental Aktie in etwa auf dem Niveau, das ihr die Analysten derzeit durchschnittlich zutrauen – wenngleich die meisten zum Kauf der Aktie raten und die Kursziele dabei zum Teil noch deutlich höher liegen.

So sehen Experten der Deutschen Bank die Conti Aktie bei 250 Euro. Warburg Research hat das Kursziel von 260 auf 285 Euro angehoben und gibt damit das höchste Ziel an, basierend auf den Umsatzschätzungen für die kommenden Jahre sowie unter Berücksichtigung der Überprüfung der Konzernstruktur.

Die einzige Verkaufsempfehlung kommt derzeit von der Berenberg Bank, die vor einem Kurssturz auf 150 Euro warnt und dabei auf einen eher durchwachsenen Ausblick verweist. Um die Gesamtaussichten für das Unternehmen zu verbessern, sei eine Trennung von wenig profitablen Geschäftsbereichen sinnvoll, so die Argumentation.

Continental prüft Konzernstruktur

Tatsächlich ist in Sachen Struktur noch nichts final entschieden. Für den strategischen Verkauf bestimmter Geschäftsbereiche anstelle der Umwandlung in eine Holding spricht einigen Beobachtern zufolge beispielsweise, dass Conti es bislang auch geschafft hat, verschiedene Geschäftsfelder erfolgreich unter einem gemeinsamen Dach zu führen.

Bislang besteht die Continental AG aus vier Sparten: „Personal, Arbeitsdirektorin, Nachhaltigkeit“, „Finanzen, Controlling, Compliance Recht und IT“, „Automotive Group“ und „Rubber Group“, die wiederum in verschiedene Divisionen untergliedert sind.

Mit der kritischen Überprüfung der eigenen Struktur folgt Conti einem Branchentrend. Um sich auf künftige Herausforderungen im Umfeld sich verändernder Geschäftsfelder und Anforderungen einzustellen, prüfen etliche Automobilkonzerne und Zulieferer ihre Strukturen auf Flexibilität.

Insbesondere die Umstellung auf Alternativen zum Verbrennungsmotor sowie autonomes Fahren stellen die Branche vor Herausforderungen und könnten in den kommenden Jahren noch so manche tiefgreifende Umwälzung mit sich bringen.

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Über den Autor
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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Herausgeber: Investor Verlag | VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft AG
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