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FedEx liefert nicht ab

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Nachdem das in Memphis beheimatete US-Kurier- und Logistikunternehmen FedEx die Anleger im September mit seinem Quartalsbericht schockiert hatte – die Aktie stürzte daraufhin um über 20 Prozent ab –, fallen die neuen Zahlen trotz eines Gewinnreinbruchs etwas besser aus.

Schwache Nachfrage lässt Umsatz überraschend sinken

Im am 30. November 2022 abgeschlossenen zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2023 verzeichnete FedEx beim Umsatz im Vorjahresvergleich einen Rückgang von 3 Prozent auf 22,8 Milliarden US-Dollar (umgerechnet knapp 21,5 Milliarden Euro). Damit wurden die Erwartungen der Analysten deutlich verfehlt, die im Schnitt mit knapp einer Milliarde Dollar mehr und damit einem leichten Wachstum gerechnet hatten.

Primäre Ursache für den Umsatzrückgang ist die schwächelnde Nachfrage, von der mit einem Umsatzminus von 6 Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar vor allem der Geschäftsbereich FedEx Express betroffen ist.

Besser sah es für die beiden weiteren großen Unternehmensbereiche aus: FedEx Ground verbuchte mit 8,4 Milliarden Dollar einen um 2 Prozent höheren Umsatz, bei FedEx Freight ging es sogar um 8 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar nach oben.

Gewinn bricht ein, aber nicht so stark wie befürchtet

Das Betriebsergebnis von FedEx sank im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum nach der bereinigten Non-GAAP-Berechnung um 28 Prozent auf 1,21 Milliarden Dollar. Hauptverantwortlich für den starken Rückgang zeichnet das Segment FedEx Express, dessen Betriebsgewinn um 64 Prozent abstürzte. Dagegen konnten die Bereiche FedEx Ground und FedEx Freight ihr Betriebsergebnis um 24 respektive 32 Prozent steigern.

Der Nettogewinn (GAAP) brach um gut 24 Prozent auf 788 Millionen Dollar ein, der verwässerte Gewinn je Aktie sank um 81 Cent auf 3,07 Dollar. Noch drastischer fiel der Gewinnrückgang bei der Non-GAAP-Berechnung aus: Hier stürzte der Nettogewinn um mehr als 37 Prozent auf 815 Millionen Dollar ab, das verwässerte Ergebnis je Aktie sackte von 4,83 auf 3,18 Dollar.

Damit wurde allerdings der von Branchenexperten im Vorfeld prognostizierte bereinigte verwässerte Gewinn in Höhe von gut 2,80 Dollar je Aktie übertroffen. Dies wird vor allem mit aggressiven Kosteneinsparungen begründet, die gegenüber der ursprünglichen Ankündigung sogar noch um eine weitere Milliarde auf insgesamt 3,7 Milliarden Dollar im gesamten Geschäftsjahr ausgeweitet werden sollen.

Ausblick etwas unter den Erwartungen, Aktie steigt trotzdem

Für das gesamte Geschäftsjahr 2023 geht das Management von FedEx nun von einem bereinigten verwässerten Gewinn zwischen 13 und 14 Dollar aus. Dieser Zielwert liegt zwar leicht unter den Erwartungen der Experten von etwas über 14 Dollar, dennoch haben nach Bekanntgabe der Zahlen Analysten von UBS, JP Morgan und Credit Suisse ihre bisherigen Empfehlungen bestätigt.

UBS und Credit Suisse raten damit weiterhin zum Kauf, während JP Morgan bei einer neutralen Einschätzung bleibt – die Zielkurse wurden jedoch bei Credit Suisse und JP Morgan leicht nach unten korrigiert. Nachdem die FedEx-Aktie im nachbörslichen US-Geschäft angesichts der gemischten Zahlen zunächst fiel, drehte sie später ins Plus und liegt im deutschen Mittagsgeschäft um bis zu vier Prozent höher bei gut 160 Euro.