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DAX 2023: Stark auch ohne die Wall Street?

DAX 2023: Stark auch ohne die Wall Street?
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Dieses Bild sieht man selten: Während die US-Indizes einen schleppenden bis schwachen Start in das Börsenjahr hingelegt haben, ist der deutsche Leitindex DAX mit viel positiver Energie aus den Startlöchern gekommen. Zum Vergleich: Der Dow Jones liegt seit Jahresbeginn leicht mit 0,7 Prozent im Minus, der DAX hat gut drei Prozent zugelegt.

Die unterschiedlichen Entwicklungen sind begründbar – in den USA sind Inflation, Zinsangst und Notenbankpolitik weiterhin die vorherrschenden Themen, in Deutschland beeinflussen unter anderem zusätzlich Energiekrise und Energiepreisentwicklung die Märkte. Und hier gab es in den letzten Wochen durchaus Positives zu vermelden.

Der DAX scheint derzeit abgekoppelt zu sein von den US-Vorgaben. Doch auch wenn einige Marktbeobachter das bereits anders sehen: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass DAX und Co. über kurz oder lang wieder am Tropf der US-Märkte hängen.

Darum zögert die Wall Street auch zum Börsenstart 2023

Anleger haben auf eine Rally – gerade bei den teils dramatisch eingebrochenen Tech-Werten – gleich in der ersten Januar-Woche gehofft. Doch die Wall Street hat bisher andere Pläne. Giganten wie Apple, Amazon und allen voran Tesla haben auch zu Beginn des Jahres 2023 wieder verloren.

Neben hausgemachten Problemen der Unternehmen (Absatzzahlen, Verkaufszahlen, Entlassungen usw.) belasten die US-Märkte nach wie vor die Zinssorgen. Der aktuelle Zusammenhang: Starke Arbeitsmarktdaten lassen auf eine weiterhin hohe Inflation schließen, die wiederum weitere Leitzinsanhebungen zur Folge haben könnte.

Darum ist der DAX so gut in das Jahr 2023 gestartet

Auch in Deutschland warten die Anleger auf das Ende der aggressiven Zinspolitik und sind durch Konjunktur- sowie Rezessionssorgen gehemmt. Dennoch ist der DAX stark in das neue Jahr gestartet. Der milde Winter – und die vollen Gasspeicher – lassen die Energiepreise purzeln, eine Gasmangellage wird zumindest in 2023 immer unwahrscheinlicher.

Diese Tatsachen und die Aussichten auf ein gutes bis sehr gutes Börsenjahr haben viele Papiere zum Jahresstart klettern lassen. Vor allem die Aktien der arg gebeutelten Branchen wie Chemie oder Immobilien profitieren nun von der neuen Zuversicht.

Die US-Vorgaben bleiben wichtig für den DAX

Kurzfristig scheint der DAX inzwischen seiner eigenen Agenda folgen zu können, auch wenn die Vorgaben der Wall Street schwach sind. Doch bereits zum Ende der Handelswoche hat sich die Abhängigkeit des Leitindex gezeigt – die guten US-Arbeitsmarktdaten haben auch in Deutschland zu einer leichten Abwärtsbewegung der Kurse geführt.

Das wahrscheinlichste Szenario ist auch in 2023: Auf Dauer kann sich der DAX nicht von Dow Jones und Co. abkoppeln. Bleiben die Zinssorgen in den US-Märkten weiterhin so hoch, ist eine Fortsetzung der DAX-Rally sehr unwahrscheinlich. Umgekehrt gilt: Blasen die US-Indizes zur Aufholjagd, wird das wohl auch die deutschen Aktien mitreißen.