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Daimler Truck – Guter Start als kraftvoller Kursmotor

Inhaltsverzeichnis

Eine anhaltend große Nachfrage und höhere Preise sorgen dafür, dass Daimler Truck trotz des Rückzugs aus Russland gute Quartalszahlen und einen etwas höheren Ausblick bekanntgibt. Die Anleger freut das.

Deutliche Erholung seit dem Ukraine-Tief

Nach dem Börsengang am 10. Dezember 2021 als Folge der Abspaltung von der damaligen Daimler AG (seit Februar: Mercedes-Benz Group) konnten sich die Anteilseigner zunächst über schöne Gewinne freuen – bis zum Höchststand Mitte Januar bei gut 36 Euro gewann die Aktie fast 20 Prozent. Wenig später marschierte Russland in der Ukraine ein, und der Kurs von Daimler Truck brach Anfang März bis auf 22 Euro ein.

Seitdem gab es eine Erholung bis auf etwa 26 Euro, was aber immer noch unter dem Ausgabekurs von rund 30 Euro liegt. Obwohl der Ukraine-Krieg und andere Unsicherheitsfaktoren das Stuttgarter Unternehmen weiterhin belasten, sorgt nun jedoch die Bekanntgabe der Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2022 (Q1) für einen Kurssprung um rund 5 Prozent auf über 28 Euro im deutschen Vormittagshandel.

Signifikantes Umsatz- und Gewinnwachstum trotz Lieferengpässen

Das Management von Daimler Truck kann für Q1 in den meisten wichtigen Kennzahlen Zuwächse vermelden. So stieg der Konzernabsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 8 Prozent auf 109.000 Einheiten, während der Umsatz u.a. wegen höherer Preise und einem gut laufenden Gebrauchtfahrzeuggeschäft sogar um 17 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro zulegte. Besonders gut schnitten das Segment Trucks North America mit einem Absatzplus von 18,5 Prozent und Mercedes-Benz (plus 7,5 Prozent) ab.

Hingegen ging der Absatz von Trucks Asia um 5,5 Prozent zurück, der von Daimler Buses stagnierte. Der gesamte Auftragseingang lag mit 139.000 Einheiten zwar um 2 Prozent unter dem letzten Quartal des Geschäftsjahres 2021, angesichts der Lieferprobleme erreicht der Auftragsbestand damit trotzdem einen Rekordwert. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich um rund 11 Prozent auf 651 Millionen Euro.

Leicht besserer Ausblick, aber viele Unsicherheitsfaktoren

Der Finanzchef des DAX-Konzerns, Jochen Goetz, zeigt sich zuversichtlich, die prognostizierten Zahlen für das gesamte Geschäftsjahr 2022 erreichen zu können. Den hohen Rohstoffpreisen und Chip-Lieferengpässen will man weiterhin mit einer optimierten Allokation von Halbleitern und einer angepassten Preisgestaltung entgegenwirken, striktes Fixkostenmanagement und Liquiditätssicherung sollen die möglichen gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs begrenzen.

Die vorläufige Einstellung sämtlicher Geschäftsaktivitäten in Russland ab Ende Februar hat in den Q1-Zahlen mit einer Wertminderung um 170 Millionen Euro negativ zu Buche geschlagen. Insgesamt rechnet man mit einer Belastung von 200 Millionen Euro.

Das Management erwartet für das Gesamtjahr weiterhin einen Absatz zwischen 500.000 und 520.000 Einheiten und eine bereinigte Umsatzrendite (ROS) für das Industriegeschäft zwischen 7 und 9 Prozent. Aufgrund höherer Preise und Wechselkurseffekten wird nun aber ein Umsatz zwischen 48 und 50 Milliarden Euro prognostiziert statt der bisherigen 45,5 bis 47,5 Milliarden Euro. Dies entspräche gegenüber den knapp 39,8 Milliarden im Geschäftsjahr 2021 einem Wachstum von 20 bis 25 Prozent. Auch der Ausblick für das EBIT wurde angehoben von „leichter Rückgang“ auf „auf Vorjahresniveau“.