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Arbitrage Strategie mit Wandelanleihen

Convertible Bonds heißen Sie am Parkett und Zwitterpapiere am Bankschalter. In letzter Zeit häuft sich die Nachfrage nach Wandelanleihen. Aus diesem Grund beschäftigt sich dieser Artikel mit der sogenannten Convertible Arbitrage Strategie. Dabei handelt es sich um eine Tradingstrategie mit Wandelanleihen.

Was sind Wandelanleihen?

Dazu möchte ich Ihnen erst einmal kurz erläutern, was Wandelanleihen genau sind. Es handelt sich hierbei um keine Finanzinnovation. Wandelanleihen existieren schon sehr lange. In der Regel erhält der Investor eine feste Zinszahlung. Genauso wie bei einem gewöhnlichen Bond.

In einem Punkt allerdings unterscheiden sich Wandelanleihen von herkömmlichen Rentenpapieren. Wie der Name schon sagt, erwerben Sie mit dem Kauf einer Wandelanleihe gleichzeitig ein Recht, die Anleihe zu gewissen Bedingungen in die Aktie des Emittenten. Die Bedingungen wie Zeitpunkt und Wandlungspreis werden von den Emittenten festgelegt.

Somit haben auf den Kurs nicht nur die Bonität des Emittenten und der allgemeine Marktzins einen erheblichen Einfluss, sondern vor allem auch die Entwicklung des Aktienkurses. Steigt dieser, steigt der Kurs der Wandelanleihe tendenziell mit. Um den fairen Wert einer Wandelanleihe zu berechnen, sind viele Einflussparameter vorhanden.

Vor- und Nachteile von Wandelanleihen

Das kapitalsuchende Unternehmen kann wegen der Call-Option, die der Kunde mit dem Rentenpapier zusammen erhält, die Zinsen etwas unterhalb des Marktzinses gestalten, was ihm die Refinanzierung am Kapitalmarkt vergünstigt. Andererseits könnte es passieren, dass die Aktien stärker steigen als erwartet und der kapitalsuchende Unternehmer am Ende der Laufzeit seine Aktien mit der Wandlung billiger abgeben muss als ursprünglich kalkuliert.

Vorteile für den Emittenten:

  • Durch das Umtauschrecht entsteht ein Ankaufsreiz für Anleger, daher ist meist eine gute Unterbringung der Anleihe möglich.
  • Die AG erreicht durch die Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen eine Fremdfinanzierung zu besonders günstigen Konditionen (z. B. nur 2,125 % Nominalzins und 100 % Einzahlung, anstelle einer Unterpari-Emission).
  • Nur der nicht umgetauschte Teil der Wandelschuldverschreibungen muss getilgt werden. Fremdkapital wird zu Eigenkapital.
  • Die Zinsen mindern den zu versteuernden Gewinn

Nachteile für den Emittenten:

  • Es besteht Unsicherheit über das Ausmaß der wirklichen Kapitalerhöhung.
  • Unter Umständen werden bei unerwarteter Kursentwicklung Aktien unter Wert abgegeben.

 

So funktioniert die Arbitrage Strategie

Und genau das ist das Spielfeld von Hedge Funds. Ist das Pricing einer Wandelanleihe nicht „fair“, versuchen die Hedge Funds Manager eine Arbitrage durchzuführen. Dazu benötigen Sie natürlich eine Gegenposition. Diese kann beispielsweise aus Aktien oder Optionen und einer normalen Anleihe des Unternehmens bestehen. Dabei wird beispielsweise ein Leerverkauf der zu hoch notierten Wandelanleihe getätigt und gleichzeitig die Gegenposition gekauft. Wenn sich die Wandelanleihe dem fairen Preis annähert, wird die gesamte Position geschlossen.

Der Hedge Funds Manager versucht dabei in der Regel neutral positioniert zu sein. Ihm ist es somit gleich, ob die Aktie steigt oder sich das Kapitalmarktszinsniveau verändert. Verdienen will er vor allem an der Preisanomalie. Somit wird bereits hier deutlich, dass Hedge Funds mit vor allem auch für Liquidität sorgen und Verwerfungen am Markt beheben können.

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Über den Autor Investor Verlag

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