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Geheimtipp für Sie: Anleihen aus Europas Norden lohnen einen Blick

Anlagen in Anleihen sind für Sie vorteilhaft, weil die Kursschwankungen in der Regel gering sind. Das stabilisiert die Wertentwicklung Ihres Depots. Sie fragen sich, in welche Anleihen Sie angesichts des desolaten Finanzsystems noch bedenkenlos investieren können?

Ein vielversprechender Geheimtipp sind Anlagen in norwegische Staatsanleihen, da die Norwegische Krone im Vergleich zu anderen Papierwährungen überaus solide ist. Das liegt vor allem am „staatlichen Pensionsfonds“, der früher „Ölfonds“ hieß.

Wegen des Fonds hat Norwegen statt Schulden hohe Ersparnisse. Der Fonds stellt nämlich sicher, dass die laufenden Einnahmen nicht sofort konsumiert werden, sondern auch in Zukunft der Bevölkerung zur Verfügung stehen. So soll der Fonds beispielsweise die Rentenzahlungen mitfinanzieren.

Beeindruckend: Norwegen besitzt den größten Fonds der Welt

Die Zahlen des 1990 vom norwegischen Parlament beschlossenen und 1996 erstmals dotierten Fonds sind beeindruckend. Der Fonds ist heute der größte der Welt und besitzt fast 1,5 Prozent aller Aktien der börsennotierten Unternehmen. Der Fonds, der sein Vermögen nur im Ausland anlegen darf, ist an rund 9.000 Unternehmen in insgesamt 73 Ländern beteiligt.

Das kleine europäische Königreich hat mit seinem Staatsfonds sogar China auf Platz 2 verwiesen, obwohl das Reich der Mitte 250-mal mehr Einwohner als Norwegen hat. An dritter Stelle steht der „Abu Dhabi Investment Authority“, der Staatsfonds des Emirats Abu Dhabi, der im Vergleich zu Norwegens Staatsfonds ein halb so großes Volumen aufweist.

2019 übertraf die Marktkapitalisierung des Fonds zum ersten Mal den Wert von 10 Billionen Norwegischen Kronen, das sind rund 1 Billion Euro. Mittlerweile wurde sogar schon die 11-Billionen-Kronen-Marke durchbrochen. Das entspricht mehr als dem Zweieinhalbfachen des norwegischen Bruttoinlandsprodukts. Nach Abzug der Staatsschulden von rund 46,0 Prozent ergibt sich somit ein Staatsvermögen von mehr als 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Einen Plan für die Zeit danach

Dass die Öl- und Gasförderung endlich ist, hat Norwegen im Blick. Die Regierung treibt im Inland die Umstellung auf alternative Energien voran und setzt zudem auf umweltfreundliche Technologien, wie die Elektromobilität. Die Sicherheit, dass der schrittweise Ausstieg aus der Öl- und Gasförderung in den nächsten Jahrzehnten den norwegischen Staatshaushalts finanziell nicht erheblich beeinträchtigen wird, bieten jedoch die erwarteten Erträge aus dem Pensionsfonds.

Norwegen rechnet damit, dass die Einnahmen aus dem Öl- und Gasverkauf ab 2026 sukzessive weniger werden. Für 2050 werden nur noch Einnahmen von 1,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erwartet. Im Gegenzug sollen aber die Erträge aus dem Pensionsfonds konstant um die 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zum Staatshaushalt beisteuern. Erst in den 2040er-Jahren soll der Beitrag schrittweise leicht auf 9,3 Prozent im Jahr 2050 abnehmen.

Warum Sie mit Anlagen in norwegische Anleihen profitieren

Für Sie als Anleger in norwegische Staatsanleihen sind das gute Nachrichten. Der staatliche Pensionsfonds garantiert, dass Norwegen trotz fallender Einnahmen aus dem Öl- und Gasverkauf langfristig keine finanziellen Probleme haben wird. Staatsschulden können also problemlos sogar mit Zinsen zurückgezahlt werden. Ja, Sie haben richtig gelesen: Norwegen zahlt selbst im aktuellen Negativzinsumfeld Zinsen! Die Renditen sind angesichts des europäischen Einflussbereichs allerdings nicht besonders hoch.

Interessant ist auch, dass Norwegen höhere Zinsen als Deutschland zahlt, obwohl Norwegen die solideren Finanzen hat. Die massiven Zentralbankmanipulationen in der Eurozone in Form umfangreicher Anleihekäufe führen zu diesem Paradox. Für Sie als Anleger ein Grund mehr, Anlagen in norwegische Staatsanleihen in Betracht zu ziehen.

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Über den Autor
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Iris Schuler

Nach einer kaufmännischen Ausbildung absolvierte Iris Schuler eine Weiterbildung zur Redakteurin und Werbetexterin. Nach ihrem Abschluss machte sie sich im […]

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