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Wissenswertes zu Brasilien-Anleihen

Trader´s Daily-Leserin Maria H. schrieb mir:

„Ich hätte auch noch Fragen zu den Brasilien-Anleihen: 1. Können diese, falls die Wirtschaft des Landes schlechter wird oder ich das Geld früher benötige, auch verkauft werden, zum jeweiligen Kurs dann natürlich? 2. Könnte man diese Anleihen auch in Fremdwährung von dem jeweiligen Land anlegen, so dass sie bei einem Währungszusammenbruch des Euro besser geschützt sind bzw. ganz geschützt sind? Ich vermute, dass das mit höheren Depotkosten verbunden ist. Ab welchem Betrag käme das in Frage? Sind 10.000 Euro zu wenig bzw. finanziell unrentabel bei der Depot-Bank.“

Meine Antwort:

Am 16. Mai hatte ich das Thema „Brasilien-Anleihen“, und da als Beispiel auch einen konkreten Titel genannt, ISIN: US105756BN96, WKN: A0LM2Z. Kupon 10,25%, nächste Zinszahlung 10. Januar (bei einem jetzigen Kauf müssen Sie anteilig Stückzinsen zahlen). Die Anleihe gibt es seit 2007, seitdem gab es nie Probleme mit den Zinszahlungen. Diese Anleihe wird auch an deutschen Börsen gehandelt, und zwar via Xetra, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt oder Stuttgart. Kauf insofern kein Problem.

Dies ist sozusagen eine „Anlage in Fremdwährung“, denn diese Anleihe wird in brasilianischen Real abgerechnet. Sie bezahlen bei einem Kauf natürlich in Euro, das wird entsprechend umgerechnet. Aber sie sind dann in einer Anleihe in brasilianischen Real investiert. Dazu müssen Sie gar nicht im jeweiligen Land = Brasilien anlegen.

Wenn der Euro zusammenbrechen sollte, wird es ja wohl eine Nachfolgewährung geben. Nord-Euro, Deutsche Mark, was weiß ich. Und dann wird bei einem Verkauf der Gegenwert der brasilianischen Real eben in diese neue Währung getauscht.

Insofern würde ich mir die höheren Kosten und die Umstände für das Eröffnen eines Depots in Brasilien sparen.

Verkaufen können Sie Anleihen wie diese wie üblich an den genannten Börsen, zum jeweiligen Tageskurs. Insofern Frage 1 mit „ja“ beantwortet. Der jeweilige Tageskurs hängt dann natürlich von diversen Faktoren ab, darunter natürlich die allgemeine Höhe des Zinsniveaus in Brasilien und aktuelle Kreditwürdigkeit des Schuldners (aktuell würde ich ganz bestimmt eher brasilianische als US- oder japanische Staatsanleihen kaufen!).

Und ab welchem Betrag solche Anleihen in Frage kommen….dazu muss ich ganz klar antworten: Ich darf an dieser Stelle keine individuelle Anlageberatung geben, und als solche könnte das ausgelegt werden. Hängt natürlich auch von den Gebühren Ihrer Bank ab. Wie hoch sind die Transaktionskosten, wenn Sie die Anleihe kaufen würden, inkl. möglicher Gebühren für Währungstausch? Das sollte nicht mehr als 1% der Transaktionskosten ausmachen.

Langes Leben und Frieden!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt / M.A.

Chefredakteur Trader´s Daily

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Michael Vaupel

Michael Vaupel ist Rohstoff- und Derivate-Experte. Der 40-jährige hat an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn Volkswirtschaftslehre studiert.

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Alte Kommentare
  • Thomas Harthan schrieb am 11.06.2013, 17:25 Uhr

    Leider hat die in dem Artikel genannte Anleihe laut Auskunft des sehr freundlichen Mitarbeiters der HÜSt Stuttgart eine Mindestanlage von 250.000 BRL = 87.720 €, was für einen normalen Anlager im Rahmen seiner Diversifikation doch ein wenig hoch sein dürfte. Unter diesem Umständen fand ich die Überschrift des Artikels vom 16.5. "Anlage in brasilianische Staatsanleihen - so geht es!" für eine solche Publikation unzutreffend bis unseriös. Sollte sich bei mir ein Denkfehler eingeschlichen haben, bin ich für Korrekturen gerne offen.

  • Lutz Göpner schrieb am 11.06.2013, 20:32 Uhr

    Gibt es Gründe, die das Fallen der Anleihe von weit über 120 auf ca. 104% verursachten? Natürlich gibt es die, aber welche könnten das sein und was könnte man für die Zukunft davon ableiten?

  • Wolfgang schrieb am 11.06.2013, 22:28 Uhr

    Im Artikel fehlt mir ein Hinweis auf die jüngste Kursentwicklung der Anleihe - sie ist seit 16.05.2013 bis 11.06.2013 von rd 120 auf unter 105 gefallen - Hintergrund?

  • Wolfgang schrieb am 11.06.2013, 22:46 Uhr

    Zu meinem Kommentar kurz vorher: Die Kursänderung der Anleihe lag zum Teil am gut 8% schwächeren Real - der wurde schwächer von 2,62 auf 2,84 Real pro 1 EUR. Ansonsten sind wohl die Zinsen in Brasilien kräftig gestiegen. Eine Bonitätsänderung des Emittenten gabs wohl nicht. Der Spread der Anleihe mit rd 400 Basispunkten (Quelle onvista) scheint m.E. auch relativ hoch.