MenüMenü

Anleihenmarkt: Eine kurze Geschichte der Anleihen

Die Anleihenkurse stiegen vom Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs bis zum Ende des 19. Jahrhundertes. Dann fielen sie für die folgenden zwei Jahrzehnte. Und dann stiegen sie für drei Jahrzehnte. Nach dem Zweiten Weltkrieg fielen die Anleihenkurse erneut, bis sie dann zu Beginn der 1980er wieder zu steigen begannen. Und hier ist der wichtige Teil dieser Geschichte: Der US-Anleihenmarkt vollführte letzten Monat eine weitere historische Wendung.

Natürlich werden wir das erst in einigen Jahren sicher wissen. Aber es sieht für mich so aus, als ob das lang erwartete Topp endlich da ist. Wenn das wahr ist, dann ist das die wichtigste Finanzneuigkeit, welche Sie in den nächsten 10, 20 vielleicht 30 Jahren lesen werden.

Fallende Anleihenkurse (und damit steigende Renditen) ändern alles. Sie machen es schwerer, neue Unternehmen zu finanzieren, neue Autos oder neue Häuser. Und besonders hart sind sie für Schuldner. Und es gibt derzeit mehr Schuldner mit mehr Schulden als zu jeder anderen Zeit in der Geschichte. Der Schuldenstand stieg von 1980 bis 2013 spektakulär. Ein typischer Haushalt in den USA hatte bis 1980 im Durchschnitt Schulden in Höhe von rund 60% seines verfügbaren Jahreseinkommens. Dieses Verhältnis stieg auf rund 130% zum Höhepunkt der Kreditblase. Jetzt liegt der Wert nahe 115%.

Und das Verhältnis aller Schulden zum amerikanischen BIP liegt bei 350% – mehr als doppelt so hoch wie 1980. Höhere Zinsen werden zu einem Abbau des Schuldenstands führen – auf die eine oder andere Weise. Wenn man annimmt, dass die Schulden auf das relative Niveau vor 1980 fallen werden, dann bedeutet dies, dass ungefähr 30 Billionen Dollar Schulden abgeschrieben werden müssen, oder zurückgezahlt, oder weg-inflationiert.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Bill Bonner

Im Jahr 1978 gründete Bill Bonner das Unternehmen, welches heute als Agora Inc. bekannt ist.

Regelmäßig Analysen über Anleihen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Bill Bonner. Über 344.000 Leser können nicht irren.


Alte Kommentare
  • K A schrieb am 28.06.2013, 09:48 Uhr

    Sie erwähnen Stalin und Hitler. Zumindest KZ- und Folterexperten des 3. Reiches nahmen die USA 1945 schützend unter ihre Fittiche. Sie bildeten dann die entsprechenden US-Experten aus. Inzwischen übertreffen die US-Experten ihre Lehrmeister bei weitem. Beispiele? Überflüssig, denke ich.

  • Livia schrieb am 28.06.2013, 10:24 Uhr

    Zinsen sind die Gebühren für vorgezogenen Konsum, der später nicht mehr gemacht wird! Das sagte einst ein schlauer Bankier. Damit hat man beide Probleme auf einen Punkt gebracht: Erst die überbordende Nachfrage und dann die Frage des Bezahlens wenn die Wirtschaft abgewürgt ist, da alle Nachfrage befriedigt ist und die Produktionsmittel für die überbordende Nachfrage nicht mehr ausgelastet werden (können). Das System funktioniert nur so lange wie auch die Bevölkerung so stark wächst, daß die nachwachsende Nachfrage durch sie so groß ist, daß sie die Vorzugsgebühren auffängt und die Wirtschaft am Laufen hält. Inzwischen stagniert aber die für die Wirtschaft brauchbare Bevölkerung, ist sogar eher rückläufig und Wachstum findet nur noch bei dem Teil statt, den man im Mittelalter als Almosenempfänger zur Erreichung des Seelenheils brauchte. Außerdem ist der Planet langsam "voll"! Das Andere ist die Erfolgskurve von militärisch orientierten Reichen und Imperieen, die alle irgendwie dem Verlauf der Römischen Geschichte folgen! Solange das Militär mit seinen Eroberungen nicht nur sich selber trägt sondern auch noch Gewinne macht, ist alles Bestens! Sobald die Erfolge nachlassen und keine mehr zu erwarten sind, das Militär zum teuren Zuschußunternehmen für den Staat wird, aber auch zum Staatserhalt zu notwendig und selber zu mächtig um reduziert zu werden, schlägt die Stunde der Diktaturen! Und Überwachung der eigenen Bevölkerung ist deren erstes und wichtigstes Indiz! Das bekommt man nicht einmal durch eine Revolution weg, da die Revolutionäre allzugerne sich anschließend dieses Apparetes in ihrem Sinne bedienen - siehe die französische und die russische Revolution! Lediglich die totale feindliche Besetzung befreit zumindest die Provinzen von diesen Strukturen. Dauerhaft unterbindet man das nur, indem man das Entstehen staatlicher Strukturen über einer gewissen Größe hinaus verhindert. D.h. im Falle der USA würde nur die völlige Auflösung in ihre 52 Bundesstaaten sie vor der Entwicklung zu einem totalitären Überwachungsstaat hindern. Und Herrn Snowdon sollte Rußland Asyl gewähren - wetten, daß das Leben da inzwischen in vielen Dingen weniger reglementiert ist als in den USA? Außerdem sind kleinere Länder wie Equador eher anfällig für Repressalien des "großen Bruders" USA!

  • siegfried sturz schrieb am 28.06.2013, 10:49 Uhr

    Die Beiträge von Bill Bonner sind lesenswert. Siegfried Sturz

  • Reiner Nobbe schrieb am 28.06.2013, 10:59 Uhr

    Ich bin sehr froh, dass es sie noch gibt, die echten, mutigen Amerikaner. Ich bin zutiefst verbittert, dass man sie nicht dort findet, wo sie hingehören: In der Regierung!

  • Werner Kronberger schrieb am 28.06.2013, 12:55 Uhr

    Mut kann man leider nicht kaufen! Deshalb befürchte ich wird sich die Solidarität mit E. Snowden leider in engen Grenzen halten, obwohl er es sich redlich verdient hat unterstützt zu werden. Vielleicht reicht die Unterstützung von Wikileaks um ihm in Sicherheit zu bringen. Mal sehen was die nächsten Tage noch bringen.

  • Rainer Seifert schrieb am 28.06.2013, 14:08 Uhr

    Wäre immer mit dem selben Maß gemessen worden, dann hätte auch ein Wernher von Braun lange Jahre hinter Gittern verschwinden müssen. Andere sind dafür, dass sie KZ-Insassen Sklavenarbeit verrichten ließen, verurteilt worden. Wie lautete die Devise für Noriega und Saddam, um nur zwei aus der langen Reihe zu nennen, bis sie in Ungnade fielen, doch so schön: Es sind zwar Schurken, aber es sind "unsere " Schurken. Geschichte wiederholt sich eben immer wieder.

  • Horst eins schrieb am 28.06.2013, 14:56 Uhr

    Wie immer gut beobachtet; danke, Herr Bonner. Der Überwachungsstaat ist jedoch die zwangsläufige Folge der Globalisierung und der explosionsartigen Zunahme der Weltbevölkerung. Wie wir wissen, ist der Mensch die größte Gefahr für die Gesundheit des Planeten und nur Leidensdruck schafft ein Klima der Besserung. Es ist sicher kein Zufall, dass wir jetzt mit dem Internet ein mächtiges Werkzeug in der Hand haben dass den Überwachungsstaat wieder in das Licht der Öffentlichkeit zerren kann, Snowden sei Dank.

  • HGS schrieb am 28.06.2013, 19:06 Uhr

    Hr. Bonner findet einmal mehr die Worte zur klaren Darstellung ein exponentiell wachsenden, mich zunehmend bedrückenden Problems. Ich kann endlich einmal durchatmen, da Hr. Bonner mir die Gewissheit gibt, dass doch noch nicht alle Menschen unterjocht und verbödet sind.

  • Monetenmann schrieb am 10.07.2013, 04:30 Uhr

    Was ist so schlimm daran, wenn Snowden gefasst wird? Der Friedensnobel-Obimbo macht ein bisl Show und dann bekommt er einen Schreibtischjob in irgendeinem Bunker im Hinterland des eisigen Alaskas. Die Story geht dann aus wie das Hornberger Schiessen und die nächste Sau wird durchs medial Dorf getrieben.