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Nach AKW-Aus – wie reagiert die RWE Aktie?

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Vergleichsweise geräuschlos ging am Wochenende eine Ära zu Ende, die in den vergangenen Jahrzehnten stets für viel Getöse gesorgt hat: Mit Isar 2, Neckarwestheim 2 und Emsland wurden am Samstag planmäßig die letzten drei Atomkraftwerke Deutschlands vom Netz genommen.

Atomausstieg mit Verzögerung vollzogen

Mit dreieinhalb Monaten Verzögerung wurde der vor über zehn Jahren eingeleitete Ausstieg aus der Kernenergie damit abgeschlossen. Die ideologischen Grabenkämpfe gehen dagegen weiter, zumindest vorerst noch. So setzt sich die Regierungspartei FDP dafür ein, die Meiler noch ein Jahr betriebsbereit zu halten, um bei Bedarf darauf zurückgreifen zu können. CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder spricht sich mit Blick auf den Meiler Isar 2 gar für einen Weiterbetrieb in Eigenregie der Länder aus, stößt damit allerdings auf wenig Gegenliebe, mit Ausnahme vielleicht bei der eigenen Wählerschaft.

Selbst die Betreiber der Kraftwerke zeigten sich zuletzt froh über die neu gewonnene Planungssicherheit – und möchten eher keinen Weiterbetrieb. Die alten Meiler müssten kostenintensiv nachgerüstet werden, nachdem man sich seit Jahren auf das Abschalten vorbereitet hatte. Unwirtschaftlich und nicht mehr zeitgemäß nennen das einige, immerhin haben sich selbst die Rivalen RWE und Eon im Zuge des Atomkraftausstiegs zusammengetan und jeweils aufgespalten, um ihr Geschäft neu zu sortieren.

Scholz-Entschluss zur Beruhigung der Gemüter

In der Bevölkerung dagegen ist die Stimmung zuletzt gekippt: Während sich Atomkraftgegner jahrzehntelang auf eine breite gesellschaftliche Zustimmung verlassen konnten – gerade nach den schweren Unfällen in Tschernobyl und Fukushima – äußerte sich in Befragungen zuletzt eine Mehrheit skeptisch. Dabei geht es weniger um die Grundsatzfrage des Ausstiegs an sich, sondern häufig vielmehr um den Zeitpunkt: Seit dem Ende der Gaslieferungen aus Russland im vergangenen Sommer machen sich nicht wenige ernsthaft Sorgen um die hiesige Energieversorgung.

Doch das ist eher eine gefühlte Wahrheit. Tatsächlich wäre selbst der Weiterbetrieb der letzten drei Meiler über die Wintermonate hinaus nicht notwendig gewesen, um die Versorgung des Landes sicherzustellen. Der diesbezügliche Kanzlerentscheid im vergangenen Herbst, der zwischen den kontroversen Positionen der Grünen (abschalten zum Jahreswechsel) und der FDP (Weiterbetrieb bis auf Weiteres) vermitteln und einen Kompromiss vorgeben sollte, ist rückblickend wohl eher als Beruhigungspille zu verstehen: Die politischen Streitigkeiten zwischen dem grünen Wirtschaftsminister Robert Habeck und dem liberalen Finanzminister Christian Lindner hinsichtlich des AKW-Betriebs verstummten – und auch die Sorgen der Bürger mit Blick auf etwaige Versorgungsengpässe in den Wintermonaten wurden ausgeräumt.

RWE Aktie kommt nicht in Fahrt

Dass die Wintermonate vergleichsweise mild verliefen, mag hierbei eine Rolle gespielt haben. Darauf verlassen sollte man sich in Zukunft nicht. Allerdings ist Deutschland nun in der Lage, sich langfristig vorzubereiten auf kommende Kälteperioden – russische Rohstofflieferungen bilden dabei keinen verunsichernden Faktor mehr. Mit einem Wiedereinstieg in die Atomkraft in bisheriger Form ist jedenfalls nicht zu rechnen.

Die Abschaltungen wurden am Wochenende begleitet von kleineren Demonstrationen sowohl von Befürwortern wie Kritikern der Atomenergie. Die Aktie von RWE, dem Betreiber des Meilers Emsland im niedersächsischen Lingen, war am Freitag rund 1 Prozent schwächer aus dem Handel gegangen. Trotz starkem Ausblick und der Aussicht auf eine steigende Dividende hat die Aktie im bisherigen Jahresverlauf nicht wirklich Fahrt aufnehmen können: Seit Anfang Januar notiert der Kurs 3 Prozent im Minus.

Analysten zuversichtlich: 25 Prozent Aufholpotenzial?

Der Rückbau des letzten Meilers wird sich noch eine Weile hinziehen: Erst im Jahr 2037 rechnet RWE damit, dass der Standort komplett frei von Radioaktivität sein wird. Nicht nur grüne Energiepolitiker blicken zuversichtlich in die Zukunft, auch Analysten bescheinigen der RWE Aktie klares Aufwärtspotenzial.

Kaufempfehlungen kamen zuletzt etwa von der britischen Barclays Bank oder auch den US-Großbanken Goldman Sachs und JP Morgan, die Kursziele bewegten sich bei den genannten Studien zwischen 52,50 und 56 Euro. Zuletzt war das Papier für rund 40 Euro zu haben.