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RWE-Aktie: Wochenlang nach oben und nun dieser Abverkauf!

Inhaltsverzeichnis

Nach den Ausverkäufen am Freitag und Montag hofften gestern alle auf den „Turnaround Tuesday“. Doch dieser blieb aus, auch wenn der Dienstag zunächst freundlich startete. Gründe dafür muss man nicht lange suchen. Fed-Chef Jerome Powells Paukenschlag-Rede von Jackson Hole wirkte nach.

Erneut aufkeimende Inflations- und Rezessionssorgen vermiesen Turnaround Tuesday

Zumal gestern in Übersee erneut Rezessionssorgen aufflammten, nachdem der Index für die Konsumlaune der US-Verbraucher im August zwar überraschend deutlich stieg, gleichzeitig aber die Zahl an offen Arbeitsstellen im Juli mit 11,2 Mio. überraschend hoch ausfiel. Das deutet darauf hin, dass der Arbeitskräftemangel weiter zulegt. Das wiederum schürt die Sorge, dass die US-Notenbank in ihrem Kampf gegen eine Lohn-Preis-Spirale die US-Konjunktur mit drastischen Zinserhöhungen in eine Rezession stürzt.

Hinzu kommt: Wir nähern uns dem historisch stets schwierigen Börsenmonat September. Auch die Meldung, dass die Inflation in Deutschland nicht wie erwartet weiter nachlässt, sondern im August erneut zugelegt hat, belastete die Märkte.

RWE-Aktie: Wochenlang nach oben und nun dieser Abverkauf – was ist da los?

Im Gefolge der Wall Street gab auch der DAX seine Gewinne vom Vormittag fast vollständig ab. Im Index der deutschen Blue Chips zeigte sich insbesondere die Aktie von Energieversorger RWE nach der Kursrally der letzten Wochen erneut schwach. Das DAX-Papier war mit einem Verlust von 3,3% Schlusslicht im deutschen Leitindex. Die Pläne einer Strukturreform des Strommarktes zur Senkung der Energiepreise sorgte für Abgabedruck. RWE hatte im ersten Halbjahr aufgrund der Energiepreis-Teuerung einen Gewinnanstieg um 100% eingefahren.

Kurzer Exkurs: In der EU bestimmt das Merit-Order-System die Strompreisentwicklung. Dieses orientiert sich an der Einsatzreihenfolge der Kraftwerke herangezogen, die billig Strom produzieren können, wie z.B. Solar- und Stromanlagen. Doch der Strompreis richtet sich nach den zuletzt geschalteten und teuersten Kraftwerken. Das sind aktuell wie zu erwarten ist natürlich die Gaskraftwerke. Energiekonzerne wie RWE, die bereits einen Bärenanteil ihres Stroms aus Erneuerbaren Energien erzeugen, fahren dadurch entsprechend sehr hohe Gewinne ein.

Dieses System wurde aufgrund der Klimaziele implementiert, um bei den Versorgern Anreize zu schaffen, in Erneuerbare Energien zu investieren, was auch funktioniert. RWE gab jüngst nach den starken Halbjahreszahlen bekannt, weitere 5 Mrd. Euro in den Ausbau Erneuerbarer Energien stecken zu wollen. 

EU will Strommarkt-Preissystem reformieren – brechen bei RWE jetzt die Gewinne wieder ein?

Doch nun will die EU eine Reform dieses Systems. So hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gestern Pläne zur Reform des Strommarktes in der EU angekündigt. „Die in die Höhe schießenden Strompreise zeigen gerade aus verschiedenen Gründen die Grenzen unseres jetzigen Strommarktdesigns auf“, sagte von der Leyen am Montag bei einer internationalen Konferenz in Slowenien. Das System sei für andere Umstände entwickelt worden und nicht mehr zweckmäßig. „Deshalb arbeiten wir jetzt an einer Notfallmaßnahme und an einer Strukturreform des Strommarktes“, so von der Leyen.

Analysten bleiben bullisch für die RWE-Aktie – Goldman Sachs sieht 50% Kurspotenzial

Macht die EU tatsächlich ernst und bringt die Strukturreform schnell auf den Weg, dann dürfte das zum einen RWEs stattliche Investitionspläne und zum anderen auch von Analysten korrigierten Gewinnziele für die kommenden Quartale ins Wanken bringen.

Bis dato aber sind die Analysten weiter bullisch für die Aktie von RWE. So bestätigte die US-Investmentbank Goldman Sachs ihre Kaufempfehlung für die Aktie und das Kursziel von 60 Euro, was vom aktuellen Kursniveau von 39 Euro einem Potenzial von mehr als 50% entspricht.