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Dax-Dividenden auf Rekordniveau

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Wer in Aktien investiert hat, hatte in diesem Jahr wahrlich wenig Grund zur Freude. Allein der Deutsche Leitindex Dax hat seit Beginn des Jahres um fast ein Viertel nachgegeben.

Fast alle Dax-Aktien im Minus

Nur eine Handvoll Unternehmen aus den Dax-40 verbuchen im bisherigen Jahresverlauf Kursaufschläge, die 3 Spitzenreiter Deutsche Börse, RWE und Deutsche Telekom liegen jeweils gut 12 Prozent im Plus (Stand: 23.09.). Daneben liegen lediglich Beiersdorf (plus 10 Prozent) und Bayer (plus 5 Prozent) in der Gewinnzone, für alle anderen Dax-Titel ging es abwärts. Einige Papiere haben sich gar halbiert, so etwa der Sportartikelhersteller Puma und der Wohnungskonzern Vonovia, die die Schlusslichter im bisherigen Jahresverlauf der Dax-40 bilden.

Doch es gibt auch Lichtblicke für die Anleger. So wurden von Seiten der Dax-40 so hohe Dividenden ausgeschüttet wie nie zuvor: Nach 36 Milliarden Euro im Vorjahr durften sich Investoren diesmal über Gewinnausschüttungen in Höhe von satten 51 Milliarden Euro freuen.

EY: Vor allem ausländische Investoren profitieren von Rekorddividenden

Laut der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY fließen die Summen jedoch mehrheitlich ins Ausland. Weil sich deutsche Anleger nach wie vor schwer tun mit Aktieninvestments, ist der Großteil der Dax-Konzerne mehrheitlich in der Hand ausländischer Investoren. Den Berechnungen von EY zufolge fließen mindestens 27 der 51 ausgezahlten Milliarden ins Ausland und damit gut die Hälfte.

Während ausländische Investoren etwas mehr als 50 Prozent der Anteile an deutschen Dax-Unternehmen halten, besitzen deutsche Anleger lediglich knapp ein Drittel. Lediglich vier der 40 Dax-Konzerne liegen der Studie zufolge in mehrheitlich deutscher Hand: Beiersdorf und Deutsche Telekom, Hannover Rück und Siemens Healthineers. Internationale Investoren sitzen dabei meist im europäischen Ausland sowie Kanada und den USA.

Autobauer und Allianz als Top-Zahler

Besonders hohe Dividenden flossen auch in diesem Jahr einmal mehr bei den Autoherstellern. Spitzenreiter ist Mercedes-Benz mit einer Ausschüttung von 5,4 Milliarden Euro, wovon 3,5 Milliarden ins Ausland fließen. Auch Konkurrent BMW zählt in diesem Jahr mit 3,8 Milliarden Euro zu den Top-Dividendenzahlern, hier gehen 1,4 Milliarden an ausländische Investoren.

Traditionell bekannt für seine anlegerfreundliche Dividendenpolitik ist außerdem der Versicherungskonzern Allianz, der seine Aktionäre in diesem Jahr mit einer 4,4 Milliarden Euro schweren Ausschüttung bedachte, von denen allerdings mehr als die Hälfte (2,7 Milliarden Euro) nicht in Deutschland verblieben.

Ausschüttungen im kommenden Jahr gefährdet?

Für das kommende Jahr könnten die Ausschüttungen geringer ausfallen. Lieferengpässe, Lockdowns in China, hohe Energiepreise und steigende Inflation bremsen die Unternehmen aus und drücken die Gewinne. Manche Konzerne geraten zurzeit gar in existenzielle Schieflage. Für Schlagzeilen sorgte in den vergangenen Wochen etwa der Energieversorger Uniper, der nun zügig verstaatlicht werden soll. Der Bund plant eine Übernahme von rund 99 Prozent der Anteile.

Auch andere Unternehmen werden in den kommenden Monaten wohl absehbar staatliche Hilfen in Anspruch nehmen. Dies allerdings knüpft die Bundesregierung an Bedingungen. Neben einem Verzicht auf Boni und Sondervergütungen sollen die Konzerne voraussichtlich auch auf die Ausschüttung von Dividenden verzichten, solange sie auf finanzielle Hilfen der Steuerzahler angewiesen sind. Auch das könnte sich im kommenden Jahr dämpfend auf die Gesamthöhe der Auszahlungen an Aktionäre auswirken.