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Air Products – Gas gegeben bei Umsatz und Gewinn

Inhaltsverzeichnis

Auf Höhenflug ist die Aktie von Air Products, eines US-Herstellers von Industriegasen. Wie sind die weiteren Kurschancen?

Weltweit tätig

Im Jahre 1940, der Zweite Weltkrieg hatte gerade begonnen, wurde das Unternehmen in Detroit, Michigan, gegründet. Der Hauptsitz befindet sich heute in Allentown (US-Bundesstaat Pennsylvania). Die Firma ist weltweit in rund 50 Ländern aktiv, die deutsche Niederlassung in der Stadt Hattingen.

Unter anderem betreibt Air Products Industriepipelines mit einer Länge von alles in allem rund 2.000 US-Meilen. Momentan sind mehr als 20.000 Menschen bei der Firma beschäftigt.

Zwar ist die Produktion unterschiedlicher Industriegase nach wie vor das Kerngeschäft der Amerikaner, doch mittlerweile ist man auch in anderen Bereichen unterwegs. Es werden etwa Halbleitermaterialien, Raffinerie-Wasserstoff sowie vielfältige unterschiedliche Chemikalien produziert werden. So versteht sich dann auch der vollständige Firmenname Air Products & Chemicals.

Nice to know: das Unternehmen lieferte für den Treibstoff der Space Shuttle External Tanks den flüssigen Wasserstoff und Sauerstoff. Zudem betreibt Air Products nach eigenen Aussagen als einziges Unternehmen eine Fabrik zur Extraktion von Helium aus Kohlendioxid. Also durchaus beeindruckend, was bei der Firma so möglich ist.

Umsatz und Gewinn deutlich gestiegen

Das Geschäftsjahr von Air Products endet traditionell am 30. September. Anleger warten somit gespannt die Zahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2022/2023. Legt man die Werte für das vorangegangene Jahr zugrunde, scheint Optimismus durchaus angebracht.

Denn im Geschäftsjahr 21/22 wuchsen die Umsatzerlöse im Vorjahresvergleich um satte 20 Prozent, der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS – Earnings per Share) stieg um 15 Prozent auf 10,41 US-Dollar.

Am 13. Februar, also in wenigen Wochen, erhalten Investoren eine aktuelle Quartalsdividende von 1,62 US‑Dollar, was aufs Jahr gerechnet eine Ausschüttung von 6,48 Dollar je Aktie ergibt. Beeindruckend ist, dass die Gewinnbeteiligung das 40. Jahr in Folge angehoben wurde. Auf Grundlage des aktuellen Aktienkurses (WKN: 854912) von praeter propter 309 Dollar ergibt sich eine Ausschüttungsrendite von ca. 2,1 Prozent. Absolut nicht üppig, aber angesichts der stetigen Dividendenanhebungen mit reichlich Luft nach oben.

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Mit das Wichtigste vorweg: Die Amerikaner sind in einem ziemlich krisenresistenten Universum unterwegs. Dies signalisiert etwa die kurz- und auch langfristige Wertentwicklung der Aktie. So sind die Papiere sehr gut durch die Turbulenzen, insbesondere im ersten Halbjahr 2021, hindurchgekommen.

Denn auf Jahressicht schlägt ein – wenn auch kleines – Plus von knapp 2 Prozent zubuche. In den vergangenen zehn Jahren summiert sich der Gewinn auf knapp 300 Prozent. Worüber sich wirklich niemand beschweren kann.

Aktuell notieren die Papiere nach ihrem Drop Anfang März 2022 auf rund 216 US-Dollar nahe ihrem historischen Hoch von 310 Dollar. Investoren, die aus welchen Gründen auch immer bis Frühjahr nicht eingestiegen sind, werden sich jetzt ärgern. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.Meine Meinung zur Aktie: Das erwartete KGV von knapp 27 für das laufende Geschäftsjahr und gut 24 für das kommende Geschäftsjahr scheint für einen defensiven Wert nicht zu hoch. Allerdings würde ich mit dem Kauf noch warten, bis der Aktienkurs, vielleicht nach Gewinnmitnahmen, um einiges nachgibt.