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Walt Disney – massive Verluste mit Streaming-Diensten

Inhaltsverzeichnis

Walt Disney lässt mit den Kundenzahlen seiner Streaming-Dienste den großen Rivalen Netflix erstmals klar hinter sich. Dennoch enttäuschen die Quartalszahlen – auch weil die Streaming-Sparte nach wie vor hohe Verluste schreibt.

Umsatzwachstum dank Disney Parks

Im am 1. Oktober 2022 beendeten vierten Quartal des Geschäftsjahres 2022 konnte Walt Disney den Umsatz im Vorjahresvergleich um 9 Prozent auf 20,15 Milliarden US-Dollar steigern. Branchenanalysten hatten im Vorfeld durchschnittlich einen Umsatz in Höhe von knapp 21,3 Milliarden Dollar berechnet, diese Erwartung konnten die Kalifornier somit bei weitem nicht erfüllen.

Dass es überhaupt ein Wachstum gab, war vor allem dem Segment Disney Parks, Experiences and Products zu verdanken, dessen Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 36 Prozent auf 7,43 Milliarden Dollar nach oben sprang. Dagegen ging es im Bereich Disney Media and Entertainment Distribution um 3 Prozent nach unten auf 12,73 Milliarden Dollar.

Im gesamten Geschäftsjahr 2022 konnten aber beide Unternehmensbereiche ein Wachstum verzeichnen. Disney Parks verbesserte sich auch wegen der Aufhebung der meisten staatlichen Corona-Maßnahmen um 73 Prozent auf 28,71 Milliarden Dollar, während Disney Media immerhin einen Umsatzanstieg von 8 Prozent auf 55,04 Milliarden Dollar verbuchen konnte. Damit ergibt sich insgesamt ein gegenüber dem Geschäftsjahr 2021 um 23 Prozent gesteigerter Umsatz von 82,72 Milliarden Dollar.

Gemischte Gewinnzahlen

Im vierten Quartal blieb der Nettogewinn von Walt Disney im Vorjahresvergleich weitgehend stabil, ein Wert von 162 Millionen Dollar bedeutet eine Steigerung um 1 Prozent. Das verwässerte Ergebnis je Aktie ging um 7 Cent auf 0,30 Dollar zurück und erreichte damit nicht viel mehr als die Hälfte der von Branchenexperten erwarteten etwa 0,55 Dollar.

Im Gesamtjahr sieht es besser aus, denn hier steigerte sich das Nettoeinkommen um 58 Prozent auf 3,19 Milliarden Dollar und das verwässerte Ergebnis je Aktie um 54 Prozent auf 3,53 Dollar.

Streamingdienste sammeln immer mehr Kunden ein

Nachdem die Streamingdienste von Walt Disney im dritten Quartal 2022 erstmals Hauptrivale Netflix in der kumulierten Kundenanzahl minimal übertrumpfen konnten, wurde der Vorsprung im vierten Quartal erheblich vergrößert. Während Netflix zuletzt 223,1 Millionen Abonnenten vermeldete, summieren sich die Kunden der Disney-Streamingdienste Disney+, ESPN+, Hulu und Disney+ Hotstar inzwischen auf 235,7 Millionen.

Am wichtigsten bleibt dabei Disney+, das seine Kundenzahl im Geschäftsjahr 2022 um 38 Prozent auf 102,9 Millionen anheben konnte. Das Wachstum geht in erster Linie auf die internationalen Märkte zurück, die sich um 57 Prozent steigerten, während sich die Abonnentenzahl in den USA und in Kanada um 20 Prozent erhöhte.

Die indische Tochter Disney+ Hotstar steigerte ihre Kundenzahl um 42 Prozent auf 61,3 Millionen, der Sport-Streamingdienst ESPN+ verbesserte sich ebenfalls um 42 Prozent auf 24,3 Millionen, und das US-exklusive Hulu zählte mit 47,2 Millionen 8 Prozent mehr Abonnenten.

Streaming-Sparte bleibt verlustreich

Den gesteigerten Kundenzahlen zum Trotz verbleibt die Streaming-Sparte aber klar im Minusbereich, der Verlust lag im vierten Quartal wegen hoher Investitions- und Marketingkosten mit 1,47 Milliarden Dollar sogar mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor (630 Millionen Dollar). Im gesamten Geschäftsjahr 2022 belief sich der Verlust auf beachtliche 4,01 Milliarden Dollar. #

Laut Unternehmenschef Bob Chapek bleibt es das Ziel, mit der Streaming-Sparte 2024 die Profitabilität zu erreichen. Dazu soll auch der Start einer neuen, günstigeren Tarifstufe mit Werbung beitragen, der in den USA für den 8. Dezember 2022 geplant ist und international im Laufe des nächsten Jahres erfolgen soll. Die Anleger quittieren die enttäuschenden Quartalszahlen mit einem deutlichen Minus bei der Walt Disney-Aktie, die im deutschen Mittagsgeschäft über 7 Prozent auf 91,50 Euro verliert.