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Palantir Technologies – Geheimniskrämereien

Palantir Technologies – Geheimniskrämereien
Ascannio / stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Palantir Tech ist in einem Bereich unterwegs, der in diesen Zeiten – so makaber es klingt – erhebliches Potenzial bietet. Das Unternehmen entwickelt Software-Plattformen, die insbesondere den Geheimdiensten die Arbeit erheblich erleichtern. Dennoch hat die Aktie seit Jahresbeginn 2021 mehr als zwei Drittel ihres Werts verloren. Wann kommt die Wende?

Es wird zunehmend ungemütlich da draußen

Ukraine-Krieg, zunehmende Spannungen zwischen der Volksrepublik China und Taiwan, die Taliban in Afghanistan, Israel und die Palästinenser – es brodelt und kocht an vielen Ecken und Enden rund um den Globus. Weil wir über Kleinigkeiten erst gar nicht reden, erhebt die Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Für die Schlapphut-Fraktion – vulgo: (westliche) Geheimdienste – durchaus eine Arena zum Wohlfühlen. Für Verschwörungstheoretiker, Fakenews -Erschaffer und -Genießer geradezu paradiesische Umstände und für uns Normalos eher bedrohlich und beängstigend. Die Nerds von Palantir Technologies müssten darüber hocherfreut sein. Wahrscheinlich sind sie das auch.

Was macht Palantir?

Das Unternehmen mit Sitz in Denver (US-Bundesstaat Colorado) wurde im Jahr 2004 gegründet. Geschäftsmodell: Einen unvorstellbaren Wust an Datenmengen, salopp auch „Big Data“ genannt, softwaregesteuert so aufzubereiten, dass insbesondere Geheimdienste daraus großen Nutzen ziehen können. Die zählten dann auch – wen wundert’s – zu den ersten Kunden. Mittlerweile arbeiten die weltweit rund 3.000 Beschäftigten von Palantir Tech auch für Privatunternehmen aus der Finanz- und Pharmabranche.

Die Software Palantir Gotham wird insbesondere von Geheimdiensten und Anti-Terror-Spezialisten eingesetzt. Das Programm Palantir Foundry vor allem von Finanzdienstleistern. Die Aktien des Unternehmens (WKN: A2QA4J) werden seit dem 20. September 2020 an der Börse notiert.

Starkes Umsatzwachstum, hohe Verluste

In den Jahren 2018 bis 2021 haben sich die Umsatzerlöse von rund 600 Millionen auf zuletzt gut 1,5 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt. Dennoch ist das Unternehmen meilenweit von schwarzen Zahlen entfernt. Denn im genannten Zeitraum fiel der Jahresverlust nur geringfügig von rund 600 Millionen auf 520 Millionen Dollar im Geschäftsjahr 2021.

Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres stieg der Umsatz um 26 Prozent auf 473 Millionen US-Dollar. Analystenschätzungen lagen um 7 Millionen Dollar darunter. Auf den ersten Blick durchaus erfreulich. Aber bei näherem Hinsehen, insbesondere auf die Gewinne und die Erwartungen des Managements, eher betrüblich. Gründe genug, dass die Aktie bis auf weiteres nicht vom Fleck kommt.

Palantir – was könnte den Aktienkurs beflügeln?

Jedenfalls nichts von dem, was der Vorstand für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres in Aussicht stellte. Der Analystenkonsens schätzte für diesen Zeitraum Umsatzerlöse von 500 Millionen US-Dollar und einen Betriebsgewinn von 145  Millionen Dollar. Die vom Management erwarteten Zahlen liegen mit 474 bis 475 Millionen US-Dollar Umsatz und maximal 55 Millionen Dollar Betriebsgewinn dann doch arg deutlich darunter. Auch die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr ist spürbar von den Analysten-Schätzungen entfernt.

Es scheint also verständlich, dass sich der Aktienkurs seit seinem historischen Hoch Anfang vergangenen Jahres mehr als gedrittelt hat. Und momentan spricht so gut wie nichts dafür, dass der Aktienkurs wieder nach oben dreht oder sogar in alte Höhen schnellt.

Das aber wiederum könnte die Einstiegschance für risikobereite Anleger sein. Denn nach meiner Meinung könnten zwei oder drei gute Quartale hintereinander reichen, um dem Aktienkurs einen ordentlichen Schub zu geben. Dann wären auf die Schnelle 50 oder gar 100 Prozent Plus möglich. Aber Eile muss nicht unbedingt sein. Besser warten, bis sich ein möglichst positiver Trend verfestigt. Selbst auf die Gefahr hin, dass die Anteilsscheine dann höher notieren als heute.