Match Group-Aktie: Tinder-Mutter mit durchwachsenen Zahlen

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Kaum eine Dating-App verbreitete sich in den letzten Jahren so rasant wie Tinder. Einfach nach rechts wischen – viel mehr braucht es bei der Verkupplungs-App Tinder nicht für das nächste Date. Das machte sich auch in den Zahlen der Konzernmutter Match Group und vor allem auch in der Entwicklung des Aktienkurses lange Zeit positiv bemerkbar.

Beim Börsengang in 2015 kam die Aktie zu 12 Dollar an den Markt und kletterte bis Oktober 2021 im Hoch bis auf 175 Dollar. Seither ist die Euphorie aus den Papieren entwichen. Momentan ist eine Aktie für knapp 30 Dollar zu haben. Damit beträgt das Minus im aktuellen Börsenjahr rund 29%.

Match Group – der Platzhirsch unter den Dating-Apps

Platzhirsch unter den Online-Dating-Diensten ist Tinder, aber inzwischen ist die Anzahl der Dating-Apps rasant gewachsen. Ob OKCupid, Hinge, Plenty of Fish und Meetic (neu.de, LoveScout24) oder auf engere Zielgruppen fokussierte Apps wie OurTime (Singles >50 Jahre) oder BlackPeopleMeet (Afroamerikaner) oder Chispa (Latinos). Doch was viele wahrscheinlich nicht wissen. Hinter einem Großteil der Dienste (>40) steckt die Match Group aus Texas, die in den zurückliegenden Jahren auch viele Anbieter aufgekauft hat.

Umsatz zieht wieder an

Nach einer Wachstumsdelle in den letzten Quartalen konnte der US-Konzern im dritten Berichtsquartal wieder zulegen: Die Umsätze kletterten um 8,9% auf 882 Millionen Dollar. Damit wurden die Analystenschätzungen (Quelle: Seekingalpha) minimal um 1,55 Millionen Dollar übertroffen. Zugleich lag die Wachstumsdynamik über dem zweiten Quartal, als der Umsatz um 4,4% gesteigert werden konnte. Den größten Umsatzbeitrag lieferte mit 57% die Tinder-App (+11% auf 508 Millionen Dollar), gefolgt von Hinge, die 12% zu den Konzernerlösen beisteuerte (+44% auf 107 Millionen Dollar).

Regional war die Entwicklung stark unterschiedlich: Amerika zeigte ein Umsatzplus von 3% auf 455 Millionen Dollar, Europa verbesserte sich sogar noch deutlicher um 17% auf 252 Millionen Dollar während es in der Regionen „Asien und Pazifik“ mit den Erlösen um 4% auf 160 Millionen Dollar nach unten ging.

Anzahl zahlender Tinder-Nutzer sinkt

Was den Anlegern nicht so gefallen haben dürfte, waren die Abo-Zahlen bei Tinder. Die Zahl der zahlenden Nutzer sank um 5% auf 15,7 Millionen. Dennoch stieg der konzernweite Umsatz pro zahlendem Nutzer auf Grund von Preisanpassungen um 15% auf 18,39 Dollar. Den höchsten Umsatz pro Nutzer erzielte der Konzern in Amerika mit 20,25 Dollar (+21%), gefolgt von Europa mit 18,37 Dollar (+19%) und der Region Asian Pazifik und Andere mit 14,60 Dollar (-4%).

Operative Gewinnmarge verbessert sich

Das operative Ergebnis der Match Group erhöhte sich unterdessen im Berichtsquartal um 16% auf 243 Millionen Dollar. Unter dem Strich stand ein Nettoergebnis von 163,7 Millionen Dollar (Vorjahr: 128,2 Millionen Dollar) in den Büchern des Konzerns. Je Aktie entspricht dies einem Gewinn von 57 Cent, was über den Wallstreet-Prognosen von 4 Cent je Aktie lag.

Weiteres Umsatzwachstum erwartet

Aktuell sieht das Management der Match Group weiteres Wachstum: Für das laufende vierte Quartal stellt der Konzern ein Umsatzplus von 8,7% bis 10% auf 855 bis 865 Millionen Dollar in Aussicht. Zeitgleich soll der bereinigte operative Gewinn um 7% bis 9% auf 305 bis 310 Millionen Dollar ansteigen.

Fazit: Die Zahlen haben die Anlegern nicht vom Hocker gehauen. Vor allem von der Umsatzprognosen hatten sich die Investoren mehr erhofft. Dabei sieht die Aktie auf den ersten Blick nicht besonders teuer aus. Die Analysten erwarten für 2024 einen Gewinn je Aktie von 3,16 Dollar. Damit liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 9,4. Sollte es Match nachhaltig gelingen, mit neuen Funktionen und der Einbindung von künstlicher Intelligenz innerhalb der Dating-Apps wieder mehr Nutzer anzulocken, könnte auch die Aktie in Zukunft wieder einen Blick wert sein.