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Home Depot – Aktie in Sippenhaftung

Inhaltsverzeichnis

Die Zahlen zum ersten Quartal waren durchaus fein. Dennoch rutschte die Aktie der US-amerikanischen Baumarktkette Home Depot spürbar ab. Weshalb?

Alles für den Handwerker und den Heimwerker

Home Depot, gegründet im Jahr 1978, ist die weltweit führende Baumarktkette. Das Wirtschaftsmagazin Forbes listet die in Atlanta (US-Bundesstaat Georgia) beheimatete Firma unter den 130 größten Unternehmen rund um den Globus. Ca. eine halbe Million Menschen arbeiten da und kümmern sich um ein riesiges Sortiment.

Home Depot hat praktisch alles, was das Hand- und Heimwerkerherz begehrt. Von simplen Dingen wie Pinsel, Farbe oder Raufasertapete bis hin zu Werkzeugen für Profis und Semi-Profis wie Presslufthammer und sogenannte  Kapp und Gehrungssägen, deren Name schon exotisch klingt. Letztlich ist das Unternehmen dem Konsumgüter-Sektor zuzurechnen, was die Aktie in der Vergangenheit auch für risikoscheue Investoren zu einem vergleichsweise sicheren Hafen machte. Die Zahlen für das vorangegangene Quartal jedenfalls gaben – zumindest auf den ersten Blick – keinen Anlass, daran zu zweifeln.

Mehr Umsatz, mehr Gewinn

In den vorangegangenen drei Monaten stieg der Umsatz um 3,7 Prozent auf 38,9 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn pro Aktie kletterte sogar um 6 Prozent auf 4,09 Dollar. Beide Werte übertrafen die vorherigen Analystenschätzungen, was Investoren durchaus mögen. Und auch die Tatsache, dass das Unternehmen nunmehr seine Schätzung für den Gesamtumsatz des laufenden Geschäftsjahres mit 3 Prozent Plus konkretisierte, war alles andere als negativ. Auch dies sehen Investoren nicht ungern.

Home Depot Aktie trotz guter Zahlen südwärts

Dass die Anteilsscheine der Baumarktkette trotz der durchaus guten Quartalszahlen jüngst nach unten durchgereicht wurden, hat gleich mehrere Gründe. Einzelhändler gerieten gehörig unter Druck, nachdem Walmart und kurze Zeit später auch Target ziemlich schwache Bilanzen vorgelegt hatten.

Hohe Energiepreise und rekordhohe Inflation in den USA dämpfen den Konsum erheblich. Deshalb hat die US-amerikanische Notenbank ihren Leitzins erhöht und wird dies auch weiter tun. Höhere Zinsen aber sind für Uncle Sam und Aunt Mary, die traditionell, notorisch und reichlich ihren Lebensstandard auf Pump finanzieren, nun mal Gift.

Die weitere Ursache für die Kursschwäche der Aktie, besser das Problem: Wie viele andere Unternehmen – auch in anderen Branchen – leidet Home Depot unter den teils exorbitant gestiegenen Rohstoffpreisen – etwa für Holz, gleichsam das Gold der Hand- und Heimwerker. Zwar rechnet das Unternehmen, wie bereits erwähnt, im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus von 3 Prozent, eine Prognose zum Gewinn wurde aber nicht abgegeben. Erst recht keine, die mit dem Umsatzplus korrespondiert.

Daraus könnte man schließen, dass der Home Depot-Vorstand für das laufende Jahr mit Problemen bei der Gewinnmarge rechnet, weil man die gestiegenen Einkaufspreise nicht an die Verbraucher weitergeben kann. Dies wiederum mögen Investoren nicht besonders.

Wie geht es weiter mit der Aktie?

Vor wenigen Tagen sank der Aktienkurs von Home Depot auf das bisherige Jahrestief von rund 280 US-Dollar. Seitdem haben sich die Papiere wieder spürbar erholt und notieren bei rund 310 Dollar.

Investoren sollten jenes Jahrestief im Auge behalten. Denn der Kursbereich um die 280 Dollar ist charttechnisch so etwas wie die momentane Maginot-Linie. Wird diese nach unten durchbrochen, ist der Weg frei für deutlich tiefere Aktienpreise, die durchaus in die Richtung 200/230 Dollar führen könnten. Vom aktuellen Kursniveau aus betrachtet wäre dies ein Risikopotenzial von rund 30 Prozent. Fazit: Ein Einstieg in Home Depot scheint jetzt noch zu früh, weil zu riskant.