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Viertel-Billion Dollar: So hat sich Apple in China freigekauft!

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Schauen Sie sich einmal diese gigantische Zahl an: Im letzten Geschäftsjahr (per Ende September 2021) konnte der US-Konzern Apple in Greater China seinen Umsatz um 70 Prozent auf rund 68 Milliarden Dollar steigern.

In keiner anderen Region dieser Welt konnte der Apfelkonzern zuletzt so stark wachsen wie in China, Taiwan und Hong Kong. Etwa ein Fünftel der globalen Einnahmen stammt mittlerweile aus diesem asiatischen Riesenmarkt. Im Bilanzbericht heißt es, dass vor allem der Absatz der iPhones in China zuletzt durch die Decke gegangen sei.

Apple hatte Pekings Zorn auf sich gezogen

Dabei lief das China-Geschäft der US-Amerikaner nicht immer so rosig. 2016 hatten chinesische Behörden Film- und Buchverkäufe von „iTunes“ ins Visier genommen und dem Tech-Konzern strenge Auflagen erteilt. Betroffen waren unter anderem populäre Dienste wie „Apple Pay“, „App Store“ oder „iCloud“. In der Folge rutschten die Absatzzahlen des iPhones in China massiv ab.

Doch die Trendwende ließ nicht allzu lange auf sich warten. Inzwischen ist Apple laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Counterpoint Research wieder der größte Smartphone-Konzern des chinesischen Marktes – zum ersten Mal seit Ende 2015.

Offenbar scheint das neue iPhone 13 bei den Chinesen hervorragend anzukommen. Auch die Tatsache, dass das neue Handy 5G-fähig ist, dürfte den Absatz zuletzt beflügelt haben. In keinem anderen Land der Welt geht der Ausbau des neuen Mobilfunkstandards so schnell voran wie in der Volksrepublik.

Viertel-Billion Dollar: Apple kaufte sich offenbar frei

Doch allein mit produkttechnischen Vorteilen lässt sich das Apple-Comeback in China nur schwerlich erklären. Nun gibt es neue Informationen, die zeigen, warum Apple im Reich der Mitte wirklich wieder Fuß fassen konnte. Im Mittelpunkt: ein Bericht des Online-Magazins „The Information“, der sich auf Insiderquellen und interne Dokumente stützt.

Demnach hat Apple bereits kurz nach dem Streit mit der chinesischen Regierung im Jahr 2016 weitreichende Zugeständnisse gemacht. Konkret soll der Konzern der Kommunistischen Partei Investitionen in Höhe von 275 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt haben. Das Übereinkommen galt dem Medienbericht zufolge zunächst für fünf Jahre, sei im Mai 2021 aber automatisch um ein Jahr verlängert worden.

Das Kalkül ist klar: Apple hat sich durch seine großzügige Investitionsbereitschaft im Prinzip freigekauft. Im Bericht von „The Information“ heißt es, dass Apple-Chef Tim Cook höchstpersönlich die Vereinbarung mit Peking vorangebracht hat, um behördliche Maßnahmen gegen sein Unternehmen zu verhindern.  Offenbar hat die Lobby-Arbeit funktioniert.

Tech-Konzern zahlt hohen Preis

Im Gegenzug hat die chinesische Regierung Apple Ausnahmegenehmigungen erteilt und die Regulierung weitestgehend zurückgefahren. Apple zahlt dafür natürlich einen hohen Preis. Dabei geht es nicht nur um die vielen Milliarden, die etwa für den Ausbau der IT-Infrastruktur der Volksrepublik genutzt werden sollen.

Apple begibt sich nämlich auch in eine gefährliche Abhängigkeit. So sieht der Vertrag zwischen dem Konzern und der chinesischen Regierung vor, dass Apple seine Zusammenarbeit mit chinesischen Zulieferern und Herstellern ausbauen soll. Gleichzeitig sollen die US-Amerikaner viel Geld in chinesische Tech-Firmen investieren – und auch mit Universitäten kooperieren.

Unterm Strich heißt das: Um weiterhin in China wachsen zu können, muss Apple dortige Unternehmen bevorteilen, bezuschussen und nicht zuletzt technologisches Know-how preisgeben.

Aber was heißt das nun für Sie als Anleger?

Klar: Aus Anlegersicht ist es auf der einen Seite wünschenswert, dass Apple den Wachstumsmarkt China dominiert. Auf der anderen Seite ist Apple laut dem Bericht von „The Information“ nichts anderes als ein Vasall der chinesischen Regierung. Jederzeit könnte Peking diese Abhängigkeit nutzen, um den Konzern massiv unter Druck zu setzen.

Hinzu kommt, dass sich Apple durch den Kotau viele Feinde machen dürfte.  Bereits seit Monaten gibt es Berichte, wonach große chinesische Apple-Zulieferer Tausende Uiguren in Zwangsarbeitsprogrammen eingesetzt haben. Ob das zutrifft, ist natürlich von hier aus kaum zu beurteilen. Dennoch dürfte der nun bekannt gewordene Kniefall Apples die Kritik weiter befeuern.

Interessieren Sie sich für die hochgelobte Apple-Aktie, sollten Sie diese Risikofaktoren auf jeden Fall berücksichtigen.