Shell: Öl-Aktie mit Potenzial

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Aktien aus dem Bereich fossiler Energien werden von den Anlegern bereits seit längerer Zeit vernachlässigt. Aus meiner Sicht zu Unrecht. Wie es derzeit um den Öl-Markt bestellt ist, habe ich Ihnen bereits Anfang des Monats hier im „Schlussgong“ in einer ausführlichen Analyse berichtet.

Für Anleger mit Weitblick bieten sich daher gute Einstiegsgelegenheiten. Denn die Annahme, dass fossile Brennstoffe zeitnah durch erneuerbare Energien ersetzt werden könnten, ist trügerisch. Angesichts des gewaltigen Energiehungers werden wir bis auf Weiteres nicht im großen Stil auf Öl und Gas verzichten können. Die erneuerbaren Energien benötigen wir dringend zusätzlich.

Nach wie vor hohe Öl-Nachfrage

Dies belegt eine Studie der Internationalen Energieagentur (IEA). Aktuell werden knapp 100 Mio. Barrel Öl pro Tag verbraucht. Dieser Wert könnte in den nächsten Jahren sogar leicht steigen oder stagnieren, um dann bis 2030 möglicherweise leicht auf rund 92,5 Mio. Barrel pro Tag zu sinken.

Die OPEC, die Vereinigung der erdölexportierenden Länder, erwartet, dass die tägliche Ölnachfrage bis 2045 sogar auf 116 Mio. Barrel steigen wird. Man kann also davon ausgehen, dass die Nachfrage in den nächsten Jahren zumindest weitgehend stabil bleibt. Das ist ein ideales Umfeld für die großen Ölkonzerne.

Shell: Größter Ölkonzern Europas

Davon profitiert auch der größte europäische Ölkonzern Shell. Das Unternehmen, das bis Januar 2022 „Royal Dutch Shell“ hieß, hat seinen Sitz in London und ist an Explorations- und Förderprojekten von Mineralöl und Erdgas in rund 70 Ländern beteiligt. Darüber hinaus ist Shell einer der weltweit größten Vertreiber von Kraft- und Schmierstoffen.

Die Endprodukte des Unternehmens umfassen Treib- und Schmierstoffe, Bitumen sowie Flüssiggas (LNG) für den Hausgebrauch von Endkunden ebenso wie für die Industrie und das Transportwesen. Der Konzern produziert außerdem Chemikalien und Petrochemikalien für Industriekunden, die diese zu Plastik, Oberflächen und Reinigern weiterverarbeiten.

LNG-Handel lässt die Kassen klingeln

Kürzlich hat Shell Ergebnisse für das 4. Quartal 2023 gemeldet und damit die Analysten­erwartungen um Längen geschlagen. Nachdem die Preissteigerungen infolge des Ukraine-Kriegs im Vorjahr noch für einen Rekordgewinn in Höhe von 9,8 Mrd. US-Dollar gesorgt hatten, verdiente das Unternehmen diesmal 7,3 Mrd. US-Dollar. Allerdings hatten Analysten nur mit rund 6 Mrd. US-Dollar gerechnet.

Ausschlaggebend für das unerwartet starke Ergebnis war das gut laufende Geschäft mit verflüssigtem Erdgas (LNG). Im Gashandelsgeschäft stieg der Gewinn gegenüber dem Vorquartal um 57% auf 3,96 Mrd. US-Dollar.

Shell kündigte eine Dividendenerhöhung und weitere Aktienrückkäufe an. Allein in den nächsten drei Monaten sollen eigene Anteilscheine im Wert von 3,5 Mrd. US-Dollar zurückgekauft werden. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zwischen 8 und 9 und einer Dividenden-Rendite von über 4% ist die Shell-Aktie günstig bewertet.