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KWS Saat – die kleine Wanze gedeiht prächtig

Inhaltsverzeichnis

Der Saatguthersteller KWS hat das Geschäftsjahr 2021 mit einem kräftigen Umsatzschub und einem leicht rückläufigen Jahresüberschuss beendet.  Die Dividende soll mit 80 Cents je Aktie unverändert bleiben.

Einer der größten Saatguthersteller der Welt

Der Spitzname für die im SDAX notierte Aktie von KWS Saat gehört sicherlich zu den schönsten an der Börse: „Kleine Wanze“ wird das Unternehmen genannt, das bis 1999 zeitweise als KWS Kleinwanzlebener Saatzucht firmierte. Denn es wurde im Sachsen-Anhaltinischen Klein Wanzleben schon 1856 gegründet und nach dem Zweiten Weltkrieg nach Einbeck in Niedersachen verlegt.

KWS Saat sieht sich inzwischen als einen der größten Saatguthersteller der Welt. Das Unternehmen operiert in den vier Kernsegmenten Mais, Zuckerrüben, Getreide und Gemüse. In dem am 30. Juni beendeten Geschäftsjahr 2021/2022 haben mit Ausnahme der Gemüsesaatgut-Sparte, die einen leichten Umsatzrückgang verzeichnete, alle anderen mit zweistelligen Erlöszuwächsen geglänzt. Der mit Abstand größte Bereich Mais verzeichnete mit einem Plus von 20,9 % auf gut 935 Millionen Euro auch das stärkste Wachstum.

Hoher Verlust im Finanzergebnis drückt Gewinn je Aktie

Das trug maßgeblich dazu bei, dass der Umsatz des Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr um stolze 17,5 % auf 1,54 Milliarden Euro kletterte wuchs und damit die Prognosen des Vorstands deutlich übertraf. Mit diesem Wachstumstempo konnte der Gewinn nicht mithalten.

Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zog um 13,2 % auf gut 155 Millionen an. Der Jahresüberschuss verzeichnete sogar einen leichten Rückgang um 2,6 % auf knapp 108 Millionen Euro, und der Gewinn je Aktie lag entsprechend um den gleichen Prozentsatz niedriger bei 3,27 Euro.

Hier drückte ein starker Rückgang des Finanzergebnisses auf den Gesamtertrag. Es fiel von einem Plus von 5,2 Millionen Euro 2020/2021 auf ein Minus von 16,9 Millionen Euro. Die Ursachen für den Einbruch lagen in geringeren Beteiligungserträgen sowie vor allem den erstmals im Finanzergebnis erfassten realisierten und nicht realisierten Verlusten bei Währungsgeschäften in Höhe von 11,5 Millionen Euro.

Bankanalysten sehen deutliches Kurspotenzial

Für das am 1. Juli begonnen neue Geschäftsjahr 2022/2023 zeigt sich KWS Saat recht optimistisch. Das Wachstum soll 7 bis 9 % erreichen und die EBIT-Marge mit 10 bis 11 % im Durchschnitt etwas über den 10,1 % des vorigen Jahres betragen. Allerdings bezeichnet der Vorstand die Rahmenbedingungen als herausfordernd und verweist insbesondere auf geopolitische Risiken, Wetterextreme und inflationäre Tendenzen. Im frühen Börsenhandel zeigt sich die KWS-Aktie gut behauptet bei Kursen um 57 Euro. Das ist deutlich unter dem Jahreshoch von 76,50 Euro und nur leicht über dem Jahrestief von 53,50 Euro. Seit der Bekanntgabe der vorläufigen Jahreszahlen Mitte August haben zwei Banken ihre Kursziele leicht angehoben – Warburg Research von 65 auf 65,50 Euro und die DZ Bank von 72 auf 72,20 Euro.