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Selbst nach Korrektur sind US-Börsen noch überbewertet!        

Inhaltsverzeichnis

Die vergangene Woche war sehr wichtig für die Börse. Denn die Big-Tech-Unternehmen Alphabet/Google, Amazon, Apple, Microsoft oder Meta/Facebook präsentierten ihre neuen Geschäftszahlen. Da diese Werte sehr große Marktkapitalisierungen und besonders hohe Gewichtungen in den US-Indizes haben, sind die Zahlen für den Gesamtmarkt extrem wichtig.  

Die Zahlen fielen mit Ausnahme von Apple enttäuschend aus und überschatteten gute Zahlen von einigen anderen Blue Chips wie General Motors. Insgesamt sieht die bisherige Berichtssaison auf dem Papier viel besser aus, als sie eigentlich ist. Die entscheidende Zahl: Rund 75 % der Unternehmen, die bisher berichtet haben, übertrafen die Erwartungen.

Das klingt fantastisch. Aber denken Sie daran: Die Analystenerwartungen waren im Vorfeld massiv gesenkt worden. Die Betonung liegt hier auf dem Wort „massiv“. Zudem konnten die wichtigen Big-Tech-Firmen eben nicht überzeugen (inklusive Tesla), und erst 50 % aller Firmen des S&P 500 haben ihre Zahlen vorgestellt. Hier werden wir fraglos noch einige negative Überraschungen sehen, die den hohen Wert von rund 75 % nach unten ziehen werden.

Big Tech mit enttäuschenden Quartalszahlen   

Damit kommen wir zu den Börsenbewertungen. Der Gewinn pro Aktie für alle Unternehmen des S&P 500 Index lag im Sommer noch bei rund 225 USD. Inzwischen wurden die Prognosen auf 200 USD reduziert. Bei einem Indexstand des S&P 500 um 3.800 Punkte ergibt sich damit ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 19.

Das liegt sogar über dem historischen Schnitt von 18,5 für die letzten fünf Jahre! In der größten weltwirtschaftlichen und geopolitischen Krisenphase seit der Finanzkrise 2008! Das bedeutet nichts anderes, als dass die Börsen immer noch viel zu teuer sind. Denn die Gewinnerwartungen sind einhergehend mit den Aktienkursen gefallen. Also hat sich trotz der Kursverluste der vergangenen Monate nichts geändert.

Börsenbewertungen im US-Markt sind noch zu hoch        

Für die Zukunft sieht es nicht besser aus. Für das kommende Jahr 2023 liegen die Gewinn-erwartungen zwischen 210 bis 245 USD/Aktie. Für 2024 erwarten die Analysten einen Gewinnanstieg zwischen 225 bis 260 USD/Aktie. Lassen wir die Prognosen für 2024 mal außen vor. Niemand kann in diesem unsicheren ökonomischen und geopolitischen Umfeld seriös bis 2024 prognostizieren.

Aber schauen wir auf 2023: Nehmen wir den Mittelwert von 223 USD/Aktie für alle S&P-500-Unternehmen, so entspricht dies einem Gewinnanstieg von ca. +11 % gegenüber 2022. Das ist über 50 % höher als das historische Gewinnwachstum von +7 % für die S&P-500-Unternehmen.

Auf keinen Fall werden wir im kommenden Jahr, das im besten Fall ein Soft Landing der westlichen Wirtschaften und mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Rezession sehen wird, einen Gewinnanstieg von ca. +11 % bei den S&P-500-Unternehmen sehen. Nicht in einem so schwierigen Wirtschaftsumfeld.

Fazit: Das bedeutet: Der große Teil der aktuellen Analystenerwartungen an der Wall Street ist immer noch viel zu hoch und viel zu positiv gestimmt. Diese Gewinnerwartungen werden von den Analysten also gesenkt werden müssen – und da haben wir einen weiteren Katalysator für weitere Kursrückgänge an den Börsen.