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Chr. Hansen – was für ein Käse

Inhaltsverzeichnis

Das dänische Biotech-Unternehmen Chr. Hansen ist nach der Vorlage der Ergebnisse zum dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2021/2022 an den Börsen gehörig abgestraft worden. Die Aktie verlor rund 10 %. Umsatz und Gewinn blieben hinter den Erwartungen zurück.

Seit Juli 2020 geht‘s bergab

Die Christian Hansen Holding, abgekürzt Chr. Hansen, zählt zu den illustren Aktien, die im Kopenhagener Leitindex OMX 20 enthalten sind. Das Unternehmen stellt natürliche Produkte für die Lebensmittel-, Ernährungs- und  Pharmaindustrie sowie für die Landwirtschaft her. Dazu gehören mikrobielle Lösungen, Enzyme und Probiotika. Laut Chr. Hansen enthält „jeder zweite Käse auf der Welt mindestens eine unserer natürlichen Zutaten“.

So gut sich das anhört – der Aktienkurs des Biotech-Unternehmens spiegelt das seit Juli 2020 nicht mehr, als er mit über 98 Euro den höchsten Stand nach dem Corona-Crash erklommen hatte. Seither geht es in Wellen bergab, zwischenzeitlich bis auf Kurse zwischen 60 Euro und 65 Euro. Und auf dieses Niveau ist die Aktie nach den Quartalszahlen wieder zurückgefallen, von 73 Euro auf 65 Euro

Kosten steigen schneller als die Umsätze

Der Hauptgrund liegt darin, dass die Gewinnentwicklung im dritten Geschäftsquartal (das am 31. Mai zu Ende gegangen ist) nicht mit den Umsätzen mithalten konnte. Die Verkaufserlöse zogen im Vergleich zum Vorjahr um 13 % auf 281 Millionen Euro an und erfüllten damit knapp die Erwartungen. Bei den Gewinnen musste Chr. Hansen aber eine deutliche Reduzierung der operativen Nettomarge (EBIT) von 29,3 % auf 26,7 % hinnehmen. Denn die Inputkosten steigen schneller als die Verkaufspreise, und die gestörten Lieferketten verursachen Zusatzaufwendungen. Und nicht zuletzt hat das Unternehmen den in Russland erzielten Gewinn gespendet. Das schmälert die Nettomarge ebenfalls.

Analysten sehen die Aktie nur als Halten-Position

Für das gesamte Geschäftsjahr 2021/2022, das am 31. August endet,  behält Chr. Hansen seine Umsatzziele in etwa bei – hat die Prognosespanne aber von 7 bis 11 % Plus auf 8 bis 10 % Zuwachs eingeengt. Die Nettomarge soll zwischen 26 und 27 % liegen, also in etwa auf dem gedrückten Niveau des dritten Quartals. Die Kursziele der Analysten liegen mit durchschnittlich knapp 73 Euro etwa auf dem Niveau vor den Q3-Zahlen. 10 Bankexperten haben die Aktie mit „Halten“ eingestuft, ein Analyst mit „Kaufen“ und einer mit „Untergewichten“