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EZB will weiterhin nichts gegen die starke Inflation machen

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Gestern berichtete ich Ihnen über die verstärkten, ja fast panischen Bemühungen der US Notenbank Fed, die Inflation wieder in den Griff zu bekommen.

Immer mehr Analysten (mich eingeschlossen) sahen die Fed schon seit längerer Zeit “behind the curve” (also in ihrer Reaktion zu langsam). Noch im November lag die US-Inflationsrate bei unglaublichen 6,8 Prozent – dem höchsten Wert seit Juni 1982!

Seit kurzem ist die US Notenbank aber endlich aufgewacht und unternimmt immer größere Anstrengungen, über eine Straffung ihrer Geldpolitik die Inflation wieder einzufangen. So werden die Anleihenkäufe in den USA zurückgefahren und im kommenden Jahr die Zinsen mehrfach erhöht.

EZB will weiterhin nichts gegen die starke Inflation machen

Nur bei unserer Europäischen Zentralbank EZB scheint der Aufwachprozess noch nicht weit fortgeschritten zu sein. Diese tagte nämlich gestern ebenfalls – einen Tag nach ihren US Kollegen. In Europa ist die Inflation ebenso ungewöhnlich stark wie in den USA. Das Problem müsste also auch hier bekannt sein.

Zwar will die Europäische Zentralbank (EZB) ihr zur Stützung der Wirtschaft in der Pandemie aufgelegtes Pandemie-Anleihenkaufprogramm PEPP mit einem angepeilten Volumen von 1,85 Billionen Euro Ende März 2022 auslaufen lassen. Dieses ist ohnehin nahezu ausgeschöpft.

Zugleich will die Zentralbank aber ihre Käufe im Rahmen des regulären Anleihenkaufprogramms APP nach dem Ende von PEPP erhöhen! So sollen diese Anleihenkäufe im zweiten Quartal 2022 40 Milliarden Euro pro Monat und im dritten Quartal 30 Milliarden Euro pro Monat betragen. Ab Oktober 2022 soll das Kaufvolumen wieder auf den derzeitigen Stand von 20 Milliarden Euro pro Monat sinken.

Anleihenkäufe bleiben hoch, Zinsen bleiben unverändert

Unterm Strich bleibt also die geldpolitische Lockerung auf dem Anleihenmarkt erhalten. An der Zinsschraube wurde ebenfalls nicht gedreht. Im Gegenteil: Eine Zinserhöhung im Jahr 2022 sei weiter sehr unwahrscheinlich, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf der gestrigen Pressekonferenz. Aber man werde auf Basis der Daten entscheiden.

Das heißt also: auf absehbare Zeit wird die EZB weiterhin nicht das geringste gegen die Inflation unternehmen. Da andere Zentralbanken (England, USA) einen anderen Kurs eingeschlagen haben, wird der Außenwert des Euro weiter erodieren und Inflation verstärkt importiert.

Blanke Inkompetenz? EZB redet sich Inflation weiter schön

Bei ihrem eigenen Inflations-Ausblick bleibt sich die EZB treu. Im Schönreden hat sie ja bereits ausgiebig Erfahrungen sammeln können. Ebenso wie in ihrer anderen Paradedisziplin (dem „Danebenliegen“). Hier heißt es von der Zentralbank:

Die Inflation dürfte kurzfristig weiter hoch bleiben, dürfte im kommenden Jahr aber abnehmen. Die Energiepreise seien stark gestiegen, dürften sich 2022 aber stabilisieren. Die Zinsen könnten niedrig bleiben, weil die EZB für 2023 und 2024 wieder eine Inflationsrate unter dem EZB-Ziel von zwei Prozent erwartet, so Lagarde.

Bereiten Sie sich als Anleger jetzt vor!

Ich sage, das einzige was sich stabilisiert ist die Inkompetenz der EZB. Die Gefahr ist groß, dass die Inflation immer weiter ausufert und am Ende die Wirtschaft in einen Kollaps stürzt. Dann ist es auch für Gegenmaßnahmen der Zentralbank zu spät.

Auf jeden Fall sollten Sie als Anleger auf fällende Kurse im nächsten Jahr vorbereitet sein.