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Hennes & Mauritz –  hoher Quartalsgewinn, Aktie gewinnt deutlich

Hennes & Mauritz –  hoher Quartalsgewinn, Aktie gewinnt deutlich
Mariakray / stock.adobe.com
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Momentan ist jede positive Nachricht eine willkommene Abwechslung. Das schwedische Textilhandelsunternehmen Hennes & Mauritz (H&M Group) sorgt für eine solche Abwechslung, denn die Quartalszahlen sind unerwartet stark ausgefallen – die Aktie steigt kräftig.

Umsatz- und Gewinnplus in fast allen Regionen

H&M konnte in dem am 31. Mai 2022 beendeten zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2022 einen beachtlichen Umsatzsprung von 17 Prozent auf 54,5 Milliarden Schwedische Kronen (SEK) – umgerechnet gut 5,1 Milliarden Euro – verbuchen. Bereinigt um Wechselkurseffekte bleibt ein Plus von 12 Prozent. Der Vorsteuergewinn verbesserte sich im Vorjahresvergleich um ein Drittel auf knapp 4,8 Milliarden SEK.

Die H&M Group konnte ihren Umsatz in fast allen Regionen steigern: Den prozentual stärksten Zuwachs gab es in Südeuropa mit einem Plus von 39 Prozent auf 6,9 Milliarden SEK. Auch Westeuropa präsentierte sich mit einer Umsatzsteigerung um 18 Prozent auf knapp 18,5 Milliarden SEK robust, in Nord- und Südamerika ging es um 14 Prozent auf 12,6 Milliarden SEK aufwärts.

Etwas langsamer fiel das Wachstum mit 5 Prozent auf knapp 5,1 Milliarden SEK in den nordischen europäischen Staaten aus. Auch in Asien, Ozeanien und Afrika wurde ein Plus von 5 Prozent auf 7,4 Milliarden SEK erzielt. Einen Rückschlag gab es lediglich in Osteuropa, wo Jeans & Co. kaum noch gefragt waren und somit der Umsatz als Folge des Ukraine-Kriegs mit der vorübergehenden Einstellung aller Geschäfte in Russland, Belarus und der Ukraine um 23 Prozent auf 4,1 Milliarden SEK einbrach (alle Prozentangaben sind währungsbereinigt).

Anzumerken ist, dass Hennes & Mauritz vor allem in Amerika auf eine weitere Expansion setzt: Mit Ladengeschäften werden 2022 Ecuador, Costa Rica und Guatemala neu erschlossen, online erfolgt der Markteintritt in Kolumbien, Peru und Uruguay.

Corona-Erholung vs. Inflation und Lieferkettenprobleme

Ein wichtiger Treiber für das Umsatz- und Gewinnwachstum ist die Erholung von der Corona-Pandemie, die im Vorjahresquartal noch für Lockdowns in einigen Ländern gesorgt hatte. Dementsprechend entwickelten sich vor allem die Verkäufe in den Ladengeschäften sehr positiv, gleichzeitig blieben die Onlineverkäufe auf hohem Niveau.

Während die schlimmsten Folgen der Pandemie – trotz der erneuten Corona-Lockdowns in China in den vergangenen Monaten – weitgehend überwunden scheinen, bereiten dafür die hohe Inflation und die anhaltenden Lieferkettenprobleme Sorgen.

Zwar sieht das Management bei der Lieferkettensituation eine leichte Entspannung, in Kombination mit der die Konsumenten-Nachfrage dämpfenden Inflation und den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs bereitet sie aber weiterhin Schwierigkeiten. Da zugleich die Corona-Nachholeffekte nachlassen, erwartet das Management bereits für den Juni gegenüber dem sehr starken Vorjahresmonat einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 6 Prozent – wobei das Minus ohne die Aussetzung der Geschäfte in Russland, Belarus und der Ukraine nur 1 Prozent betrüge.

Die Anleger honorieren die unerwartet guten Quartalszahlen der H&M Group mit einem starken Kursplus: Die Aktie stieg im deutschen Vormittagshandel zunächst um über 7 Prozent auf gut 12 Euro, später ging es wieder etwas unter die 12 Euro-Marke zurück.