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Clariant – höhere Preise, Kosten im Griff

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Die Chemie stimmt beim schweizerischen Spezialchemiekonzern Clariant. Im ersten Quartal 2022 ist der Umsatz um gut ein Viertel in die Höhe geschnellt. Der Gewinn legte sogar noch etwas stärker zu. Die Börsen honorieren das Ergebnis mit deutlichen Kursaufschlägen.

In Amerika und China brummt das Geschäft

Rund 1,26 Milliarden Schweizer Franken hat das in Muttenz ansässige Unternehmen in den ersten drei Monaten umgesetzt, 26 % mehr als ein Jahr zuvor. In lokalen Währungen war das Plus mit 30 % sogar noch etwas höher, aber die Devisen-Umrechnungen haben  leicht negativ zu Buche geschlagen. Dafür profitierte Clariant aber von Preiserhöhungen für seine Produkte, die im Durchschnitt deutlich über den stark gestiegenen Kosten lagen.

Clariant stellt Farben, Oberflächenstrukturen und Veredelungschemikalien für zahlreiche Branchen wie die Autoindustrie, den Bau, die Pharmaindustrie und für Elektronik-Hersteller her. Auch im Pflanzenschutz ist Clariant aktiv und wuchs dort im ersten Vierteljahr kräftig. Am stärksten kletterten die Umsätze in Nord- und Südamerika sowie in China mit Zuwachsraten von jeweils mehr als 30 %.

Die höheren Verkaufspreise trugen auch maßgeblich zu einer Steigerung des operativen Ergebnisses (EBITDA) um 27 % auf 220 Millionen Schweizer Franken bei. Vor außerordentlichen Aufwendungen betrug das Plus sogar 34 % auf 238 Millionen Franken.

Hohes Wachstumstempo auch im laufenden Quartal

Im zweiten Quartal rechnet das Management trotz geopolitischer Probleme mit einem anhaltend hohen Wachstumstempo. Der Gewinn soll erneut kräftiger zulegen als der Umsatz. Clariant geht davon aus, dass die eigenen Preissteigerungen sowie die Kostendisziplin die höheren Aufwendungen für Rohstoffe, Energie, Logistik und Personal übertreffen werden.

Die Gewinnmarge soll deshalb von 17,4 % im ersten Quartal anziehen und sich der Ziel-Marge von 19 % bis 21 % weiter annähern. Auch für das Gesamtjahr ist der Vorstand zuversichtlich, obwohl er erwartet, dass das inflationäre Umfeld, die Aufgabe des Russland-Geschäfts und ein Wiederaufflammen von Corona in China im zweiten Halbjahr das Wirtschaftswachstum und die Verbrauchernachfrage dämpfen werden.

Kurs klettert um 3 % auf das Jahresanfangsniveau

Die Bekanntgabe der Zahlen fürs erste Quartal hatte sich verzögert, weil Whistleblower auf Unregelmäßigkeiten in der Bilanzierung hingewiesen hatten. Die Untersuchungen sind Ende April beendet worden.

Der Kurs der Clariant-Aktie kletterte nach den guten Zahlen um rund 3 % auf 19,20 Franken. Die Notierung hat damit in etwa das Niveau zum Jahresstart erreicht. Clariant gehört damit zu den relativ wenigen Aktien, die 2022 bisher kaum eingebüßt haben.