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Blackrock sieht  „unglaubliche Chancen“ für Anleger

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Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock hat 2022 zwar wesentlich weniger Umsatz und Ertrag erzielt als im Jahr zuvor – aber die Analystenschätzungen hat er zum Teil deutlich übertroffen. Das gilt auch für das Schlussquartal. Der Aktienkurs zieht leicht an.

500 Arbeitsplätze werden abgebaut

Die in New York ansässige Blackrock Inc. hatte bereits einen Tag vor der Bekanntgabe der Jahres- und Quartalsergebnisse die Märkte auf schlechtere Zeiten vorbereitet: Der Finanzkonzern gab den Abbau von rund 500 Arbeitsplätzen bekannt. Das sind zwar „nur“ 2,5% der Gesamtbelegschaft, aber wurde an der Wall Street doch als Zeichen dafür aufgefasst, dass Blackrock schwierige Zeiten hinter sich hat.

Im Geschäftsjahr 2022 sind die Ergebnisse im Vergleich zum glänzenden Vorjahr stark zurückgegangen. Die Assets Under Management (AUM), also die individuell oder per Fonds und ETFs von Backrock verwalteten Gelder, brachen um 14% auf knapp 8,6 Billionen Dollar ein. Dieser Aderlass kam dadurch zustande, dass – so das Management – erstmals seit langem die beiden wichtigsten Anlageklassen Aktien und Anleihen gleichzeitig massive Kursverluste verzeichneten. 

Das konnten auch Netto-Mittelzuflüsse in Höhe von fast 307 Milliarden Dollar nicht verhindern, zumal sie um 43% niedriger ausfielen als im Spitzenjahr 2021. Als positiv bezeichnet Blackrock, dass allein im vierten Quartal 2022 rund 114 Milliarden Dollar an frischen Geldern verbucht werden konnten.

ETF-Geschäft deutlich schwächer als 2021

Der Löwenanteil der Mittelzuflüsse entfiel erneut auf ETFs, als börsennotierte Indexfonds, die in Deutschland unter der Marke iShares verkauft werden. Sie machten mit 244 Milliarden Dollar nahezu zwei Drittel der gesamten langfristig angelegten Zuflüsse aus. Ein großer Teil davon floss in Renten-ETFs, die angesichts der gestiegenen Renditen vor allem für einkommensorientierte Anleger wieder attraktiv geworden sind.

Der operative Gewinn brach infolge der geringeren AUM im Gesamtjahr um 14% auf 6,4 Milliarden ein, im vierten Vierteljahr war das Minus mit 30% auf 1,4 Milliarden Dollar sogar mehr als doppelt so hoch. Dennoch lag das Ergebnis je Aktie im Schlussquartal mit 8,93 Dollar erheblich höher als es die Analysten im Durchschnitt prognostiziert hatten. Sie waren von 8,08 Dollar ausgegangen.

Ähnlich sieht es beim bereinigten Gewinn je Aktie für das gesamte Jahr 2022 aus: Es übertraf mit 35,36 Dollar die Markterwartungen von 34,27 Dollar, verfehlte aber die 2021er Ergebnisse um immerhin 13%.

Aktienkurs hat in den letzten 3 Monaten um 30% zugelegt

Für die Zukunft zeigt sich Blackrock-Chef Laurence D. Fink zuversichtlich. Er sieht im gegenwärtigen Börsenumfeld „unglaubliche Chancen für Langfristanleger“, die auch  dem Geschäft von Blackrock zu Gute kommen würden.

An der Wall Street legte die Aktie nach den Zahlen im vorbörslichen Handel zunächst um 1,5% zu, gab dann aber wieder etwas auf rund 750 Dollar nach. An den deutschen Börsen notierte sie mit gut 690 Euro leicht im Plus. Bei den Analysten überwog bereits vor den 2022er-Ergebnissen die Zuversicht: 11 Kauf-Empfehlungen standen 5 Halten- und keine Verkaufsempfehlung gegenüber. In den letzten drei Monaten hat sich der Blackrock-Kurs an der Frankfurter Börse parallel zur kräftigen Börsenerholung um rund 30% verbessert.