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Gasknappheit: Gazprom kündigt dreitägigen Lieferstopp an

Inhaltsverzeichnis

Noch herrschen in weiten Teilen Deutschlands Tagestemperaturen jenseits der 30-Grad-Marke, doch der Fokus liegt längst auf der kalten Jahreszeit, genauer gesagt: auf der Gasversorgung.

Keine Normalisierung im Verhältnis zu Russland

Die Spannungen mit Russland werden sich wohl auf absehbare Zeit nicht entschärfen, eine enge Kooperation wie in den vergangenen beiden Jahrzehnten ist kaum vorstellbar angesichts des Kriegsgeschehens in der Ukraine.

Die Folgen sind deutlich spürbar, für jeden einzelnen Verbraucher, aber auch für die Unternehmen: Es sind vor allem die Energiepreise, die die Inflation seit Monaten durch die Decke schießen lassen.

Gazprom kündigt dreitägigen Lieferstopp an

Bereits seit Juni liefert Russland weit weniger Gas an Deutschland als vertraglich vereinbart. Zwar wurden die Lieferungen nach Abschluss turnusmäßiger Wartungsarbeiten im Juli wieder aufgenommen, allerdings weiterhin deutlich gedrosselt. Nun kündigt Gazprom für Ende August einen dreitägigen kompletten Lieferstopp an. Begründet wird dies vom russischen Staatsunternehmen wiederum mit Wartungsarbeiten. Auf deutscher Seite hingegen sieht man vor allem politische Machtspielchen am Werk.

Nachdem man sich seit der Kanzlerschaft Gerhard Schröders eng an Russland als Gaslieferanten gebunden hatte, steht die jetzige Bundesregierung vor der Herkulesaufgabe, sich aus dieser Abhängigkeit zu lösen und die Lieferantenseite zu diversifizieren – und all das so schnell wie möglich.

Gasumlage kommt – Mehrwertsteuer kommt drauf

Ab Oktober soll eine Gasumlage greifen, die Kilowattstunde wird sich für die Verbraucher dann um rund 2,4 Cent verteuern. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer. Die wollte die Regierung eigentlich gar nicht erheben, doch EU-Regeln sehen eine zwangsläufige Besteuerung von mindestens 5 Prozent vor. Das Regelwerk, das erst vor wenigen Monaten in Kraft getreten ist und auch von der Bundesrepublik mit beschlossen wurde, soll Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der Europäischen Union durch Tricksereien bei der Mehrwertsteuer entgegenwirken. Ein Mindestsatz von 5 Prozent ist demnach obligatorisch zu erheben.

Für deutsche Gaskunden plant die Regierung nun eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf Gas von bislang 19 auf 7 Prozent, befristet bis März 2024. Weitere Entlastungsmaßnahmen sind im Gespräch. Zugleich arbeitet das Ministerium für Wirtschaft und Energie unter Hochdruck daran, die Speicher aufzufüllen, um eine drohende Knappheit bei der Energieversorgung im Winter abzuwenden. Schon jetzt regen großangelegte Kampagnen zum Energiesparen an.

Hoffen auf einen milden Winter

Tatsächlich dürfte wohl vieles von der Witterung abhängen – in einem kurzen und milden Winter wird in der Regel weniger stark geheizt als in einem früh einsetzenden, sehr kalten Winter. Ein Hoffnungsschimmer liegt im Blick auf die vergangenen Jahre: Die vergangenen Winter waren überwiegend ungewöhnlich mild, Schneefall in vielen Regionen Deutschlands die Ausnahme. Was eigentlich ein alarmierendes Signal im Hinblick auf den Klimawandel ist, könnte in diesem Winter ausnahmsweise für Erleichterung sorgen – sofern sich der Trend denn erneut fortsetzt.

Ein weiterer, kaum zu beeinflussender Faktor ist Wladimir Putin. Er weiß sehr genau um die starke Abhängigkeit gerade Deutschlands von russischen Gaslieferungen. Waren russische Konzerne in früheren Krisenzeiten ihren vertraglichen Lieferzusagen stets nachgekommen, scheint es dafür in diesem Fall keine Garantie zu geben. Das haben die vergangenen Wochen bereits eindrucksvoll gezeigt. Der dreitägige Lieferstopp Ende August könnte insofern als weiterer Belastungstest angesehen werden.