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Warum der Gaspreis dauerhaft hoch bleiben wird

Die Gaspreise sind in den letzten Monaten regelrecht explodiert. Und schon gab es die Vermutung, dass Putin den Gashahn ganz bewusst zudreht – zumindest für die Europäer. Das ist auch nicht ganz von der Hand zu weisen, dass der russische Staatskonzern Gazprom hat in der letzten Zeit eher die Asiaten bedient, die bereit und in der Lage waren, mehr für das immer teurer werdende Gas zu zahlen.

Putin will Gaslieferung nach Europa erhöhen

Dass Putin tatsächlich am längeren Hebel sitzt, zeigt auch die Diskussion um die umstrittene Pipeline Nord Stream 2, durch die bisher nur probehalber Gas geleitet worden ist. Die Pipeline ist zwar fertig gestellt, aber von der EU noch nicht genehmigt – was schon fast lächerlich wirkt Denn man lässt doch wohl ein Megaprojekt zu Ende bauen, um an Ende die Genehmigung zu verweigern. Auf jeden Fall hat Putin mit Nord Stream ein Druckmittel in der Hand. Jetzt zeigte er sich generös und kündigte an, die Gaslieferungen nach Europa zu erhöhen.

Gasspeicher in Europa zu wenig gefüllt

Zum Teil sind die Europäer tatsächlich für die derzeit stark gestiegenen Gaspreise verantwortlich. Denn die Gasspeicher sind nicht so gefüllt, wie sie zu dieser Jahreszeit eigentlich sein sollten. Konkret: Die Erdgasspeicher sind derzeit nur zu 65% gefüllt. Im letzten Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt bereits über 94%.

Warum Gas auf Dauer teuer bleiben wird

Das Auffüllen der Gasspeicher dürfte aber nur einen kurzfristig entlastenden Effekt auf den Gaspreis haben. Für einen langfristig hohen Gaspreis sprechen mehrere Gründe:

  • Deutschland verfügt kaum über eigene Gasvorkommen und ist deshalb von Importen abhängig.
  • Viele Hauseigentümer tauschen derzeit ihre alten Ölheizungen aus. Die Nachfrage nach Gas wird allein deshalb weiter steigen.
  • Seit Beginn des Jahres wird auch bei Gas ein CO2-Preis berücksichtigt. Bis 2026 erhöht sich der CO2-Preis jedes Jahr. Der Energieanbieter Eon rechnet zum Beispiel für die Stadt Essen, dass der Gaspreis von 5 auf über 9 Cent je Kilowattstunde steigen wird. Das wäre Anstieg von über 80% in nur 5 Jahren.

Klimafreundliche Technologien werden immer attraktiver

Fazit: Es wird immer ungünstiger mit Gas zu heizen. Klimafreundliche Technologie wie zum Beispiel Wärmepumpen, Solaranlagen und Biomasse werden immer attraktiver. Hinzu kommt: Es gibt günstige Kredite und Zuschüsse vom Staat.

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Über den Autor
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Volkmar Michler

Volkmar Michler ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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