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Steigende Energiepreise: Werden jetzt auch noch Nudeln knapp?

Der Börsenmonat Oktober hat nicht gut angefangen. Immobilienpleite in China, Inflationssorgen und vor allem die steigende Energiepreise verunsichern die Anleger.

Europäisches Erdgas ist seit Jahresanfang um 670% gestiegen

Der Ölpreis ist mittlerweile der Brent-Sorte ist mittlerweile auf über 83 US$ gestiegen und die Lieferungen für November erreichen mittlerweile einen Preis von über 130 € je Megawattstunde – so teuer war Erdgas noch nie. Seit Jahresbeginn ist europäisches Erdgas damit um über 670% gestiegen.

Diese beiden Faktoren treiben den Gaspreis

  • Ein wesentlicher Preistreiber ist das vor allem in Europa zu knappe Gasangebot. Durch die neue Pipeline Nord Stream 2 wurde bisher nur Probegas geleitet. Ansonsten kaufen vor allem die Asiaten den Markt leer und Gazprom hält daraüber hinaus das Angebot bewusst knapp.
  • Das gilt auch für die die OPEC, die ihr Angebot weiter bewusst knapp hält. Dabei steigt auch bei Öl die Nachfrage weiter. Denn die Gasknappheit führt dazu, dass zur Stromproduktion verstärkt Heizöl und Diesel eingesetzt werden.

Düngemittelhersteller drosseln bereits die Produktion

Der deutliche Gaspreisanstieg belastet zunehmend auch die Erzeuger. Zum Beispiel die für die Landwirtschaft wichtige Düngemittelproduktion. Deutschlands größter Ammoniakhersteller SKW Piesteriz hat bereits angekündigt, europaweit seine Produktion zu drosseln. Für Petr Cingr, Vorsitzender der Geschäftsführung von SKW, ist der Gaspreisanstieg besorgniserregend: „Das mittlerweile erreichte Niveau ermöglicht keine ökonomisch sinnvolle Produktion mehr.“ Unter diesen Bedingungen sehe man sich gezwungen, die Produktion um ein Fünftel herunterzufahren.

„Es droht eine weltweite Nudelkrise“

Auch beim Hartweizen ist die Situation dramatisch. Mittlerweile kostet eine Tonne über 500 €, das ist der Dreifache im Vergleich zu normalen Zeiten. Hartweizen ist aber der Hauptbestandteil von Nudeln. Die Wochenzeitung die ZEIT spricht bereits davon, dass eine „weltweite Nudelkrise“ drohe. Zu den gestiegenen Energiepreisen kommt hinzu, dass die Hartweizenernte im Hauptanbaugebiet Kanada aufgrund des Klimawandels nicht gut ausgefallen ist.

Fazit: Neben Öl, Gas und Kohle steigen jetzt auch die Preise für Getreide. Nudeln, die eigentlich jeder als Reserve im Regal hat, könnten zu einem neuen Symbol der Knappheit werden.

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Über den Autor
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Volkmar Michler

Volkmar Michler ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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