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Folgen des Gasmangels: Für Sie und für Deutschland

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Es lässt sich nicht schönreden: Beim Erdgas bleibt die Lage kritisch. Durch den Krieg und die Sanktionen bekommt Deutschland aktuell zu wenig Gas.

Wenn Sie als interessierte Anlegerin oder Anleger die Preise an den Börsen verfolgt haben, konnten Sie vielleicht einen Rückgang erkennen, nachdem die Preise regelrecht explodiert waren. Die aufgefüllten Gasspeicher beruhigten die besonders angespannte Lage, aber Sie müssen damit rechnen, dass aufgrund der Winter-Witterung schon bald der Gasverbrauch wieder ansteigt. Das Gas im Speicher wird nicht ausreichen, der Bedarf soll vor allem mit Flüssiggas gedeckt werden.

Das erklärte Ziel der Bundesregierung ist, den Gasverbrauch um 20 Prozent zu reduzieren, um überhaupt durch den Winter zu kommen. Das ist in den vergangenen vier Monaten unter anderem durch konsequentes Sparen gelungen. Von Vorteil war jedoch auch der bisher milde Winter.

Der Dünger-Mangel ist schon da! Erhebliche Konsequenzen drohen

Was viele nicht wissen oder sich nicht bewusst machen: Der Rückgang des Gasverbrauchs bedeutet bei energieintensiven Branchen auch einen Rückgang der Produktion. Dies gilt beispielsweise für Dünger, bei dem gemäß einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg 70 Prozent der europäischen Kapazitäten im August ungenutzt blieben, was negative Folgen auf die kommende Ernte haben wird. Die Nahrungsmittelpreise werden nach oben schnellen, insbesondere in armen Entwicklungsländern werden Menschen Hunger leiden.

Vielleicht haben Sie schon gelesen, dass es ab Februar 2023 mit der Gasversorgung in Deutschland kritisch werden könnte. Der Chart stellt Ihnen den Verlauf der potenziellen Entwicklung im Detail für zwei Szenarien dar.

Die blaue Linie zeigt den Stand der deutschen Gasspeicher, wenn wir weiter den Verbrauch um 20 Prozent reduzieren. Die rote Linie macht deutlich, was passieren würde, wenn nur 15 Prozent Gas eingespart werden könnten. Beide Szenarien setzen eine optimale Versorgung mit Flüssiggas und einen durchschnittlichen Verlauf bei den Temperaturen im Winter voraus.

Zu wenig Gas beim roten Szenario

Beim blauen Szenario kämen wir zwar knapp über den Winter, aber die Folgen einer zurückgefahrenen Produktion könnten dramatisch sein. Fehlende Güter müssten zu hohen Preisen importiert werden. Falls dies überhaupt möglich ist, denn es könnte auch zu Mängeln kommen.

Kritisch wird es, wenn nur eine Reduktion des Gasverbrauchs um 15 Prozent gelingt. Dann würden die Speicherstände im Spätwinter auf Null sinken. Das bedeutet, dass Gas rationiert werden wird. Was das genau heißen würde, ist noch unbekannt. Viele Betriebe würden wahrscheinlich aufgefordert, ihren Gasverbrauch stark einzuschränken. Es käme zu Reduktionen bei der Produktion von Stahl, Aluminium, Papier oder in der chemischen Industrie. Die Folgen könnten dramatisch sein: Von höheren Preisen bis zu einem echten Mangel ist alles möglich. Fehlende Vorprodukte könnten zu einem Stillstand bei betroffenen Unternehmen führen, was erhebliche Konsequenzen auf unsere Wirtschaftsleistung hätte. Leider ist das Szenario einer nur 15-prozentigen Reduktion gar nicht so unwahrscheinlich.

Dramatische Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft

Für die energieintensiven Teile der deutschen Wirtschaft sind aber beide Szenarien äußerst unerfreulich. Schon jetzt sind die Kosten viel zu hoch, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Deshalb planen Großkonzerne, wie zum Beispiel BASF eine Verlagerung der Produktion nach China. Dort ist die Energieversorgung – auch dank russischem Gas – gesichert. Die Produktion hierzulande fällt dann, zumindest in Teilen, weg. Produkte müssten womöglich teuer importiert werden.

Die Aussichten auf die Aktienkurse deutscher Unternehmen trüben sich mehr und mehr ein und auch ansonsten fällt es schwer, eine Strategie zu finden, mit der Sie in dieser schwierigen Zeit Ihr Vermögen noch schützen und mehren können.

Sicheres Geld, der Beratungsbrief für kritische Anleger, die aktiven Vermögensschutz wollen, gibt Ihnen Empfehlungen, wie Sie sich in der aktuellen Krise richtig aufstellen und Gewinnchancen mitnehmen.