Rohstoffe: Deutschlands Gasreserven schrumpfen!

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Der russische Angriff auf die Ukraine wird weitere EU-Sanktionen zur Folge haben. Was bisher beschlossen wurde lässt sich auf der Seite des Europarats nachlesen. Aktuelle Berechnungen des Instituts für Weltwirtschaft Kiel (IfW Kiel) zeigen, mit welchen Handelssanktionen der Westen die russische Wirtschaft am härtesten treffen würde. Demnach hätte ein Handelsstopp mit Erdgas die schwerwiegendsten Auswirkungen. Die Folgen eines solche Embargos beziffert das IfW Kiel auf rund drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Ein Handelsstopp mit Öl würde die Wirtschaftsleistung um 1,2 Prozent schrumpfen lassen.

Für die Berechnung des Instituts “wurde ein völliger Stopp aller Importe und Exporte für die jeweilige Produktgruppe durch die westlichen Verbündeten” simuliert. Während die Folgen eines Gas- und Öl-Embargos für Russland schmerzhaft sein könnten, gehen die Analysten für Deutschland und die EU nur relativ überschaubaren negativen Effekten aus. Mit Blick auf die Gasreserven Deutschland zeigen sich dennoch die zunehmenden Risiken.

Droht ein weiterer Anstieg der Gaspreise?

Aktuell beläuft sich der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland laut Gas Infrastructure Europe auf rund 30 Prozent. Anfang des Jahres waren es noch über 50 Prozent. Seitdem sind die Reserven laufend geschrumpft, wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt. Sollten die Erdgaslieferungen aus Russland stocken oder eingestellt werden, droht zumindest ein Anstieg der Gaspreise.

Derzeit bezieht Deutschland mehr als 50 Prozent seines Erdgases von Russland. Beispielsweise geht der Oldenburger Energieversorger EWE laut NDR in Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine von deutlich höheren Gas- und Strompreisen aus. Dagegen geht ein vor kurzem veröffentlichter Artikel auf Spiegel Online davon aus, dass die EU dank Flüssiggas und mildem Winter ohne russisches GAs durch den Restwinter kommt.