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Facebook Aktie: Social Media? Zu kurzlebig für ein Anleger-Leben!

In der Lesersprechstunde fragte mich in der vergangenen Woche ein Leser, weshalb wir nichts in Sachen Social Media unternehmen. Der Börsengang von Snap, dem Betreiber von Snapchat, hätte sich doch angeboten.

Doch es gibt einen einfachen Grund, weshalb ich mich dabei zurückhalte: Social Media ist mir derzeit noch zu kurzlebig.

3 ehemalige Internet-Marktführer wurden in 2 bis 3 Jahren hinweggefegt!

Erinnern Sie sich noch an ICQ, MySpace oder StudiVZ? Das waren vor 15 bis 20 Jahren die Marktführer in Sachen Social Media. ICQ startete vor 21 Jahren und war der erste global verbreitete Instant Messaging Dienst.

Schon im Jahr 2000 hatte ICQ mehr als 100 Millionen Nutzer und dürfte zur damaligen Zeit den Großteil der Internet-Nutzerschaft auf sich vereinigt haben.

Heute kennen ICQ nur noch die Veteranen der New Economy Zeit. Keine 10 Millionen Menschen benutzen den Messenger wenigstens einmal im Monat. Whatsapp kommt auf mehr als eine Milliarde Nutzer pro Monat.

StudiVZ und MySpace kennt heute kaum noch jemand – sie waren vor 10 Jahren Marktführer

Dann war da StudiVZ – 2005 als das erste große Social Media Experiment in Deutschland gestartet. Zu seinen Glanzzeiten hatte das Netzwerk in Deutschland mehr Nutzer als Facebook.

Mehr als 6 Millionen waren es 2009, Facebook kam nicht einmal auf 4 Millionen. Heute kennt das Netzwerk kein Mensch mehr, während Facebook fast ein Viertel der Menschheit als Nutzer verzeichnet.

Monatlich weniger als 300.000 Besucher bei StudiVZ sind Nichts, wenn es um Social Media geht. Social Media beruht schließlich darauf, möglichst vielfältige soziale Kontakte im Internet pflegen zu können.

Dazu muss dann aber auch möglichst die ganze Bekanntschaft beim Netzwerk angemeldet und aktiv sein.

Und zu guter Letzt haben wir noch MySpace. MySpace war vor Facebook auf dem Markt. Als Facebook 2006 erstmals über 10 Millionen Nutzer kam, hatte MySpace mehr als 100 Millionen. 2009 waren es dann schon fast 270 Millionen. Ein tolles Wachstum.

Blöderweise hatte Facebook zu der Zeit schon mehr als 300 Millionen Nutzer. Heute kommt MySpace auf nur noch 15 Millionen Besucher, die wenigstens einmal im Monat vorbeischauen, Facebook auf 1,9 Milliarden.

3 Marktführer – 3 grandiose Stories des Scheiterns. Es dauerte jeweils nur wenige Jahre, um aus dem Marktführer ein Unternehmen im Niedergang zu machen.

Und in der Rückschau könnte niemand den Zeitpunkt oder das Feature der Konkurrenz bestimmen, ab dem der Niedergang eingeleitet wurde.

Auch Facebook und Snapchat werden ihren Todesengel finden – und dann geht es schnell abwärts

Warum sollte es bei Facebook, Twitter oder Snapchat anders laufen als bei ICQ, MySpace oder StudiVZ?

Facebook ist doch gerade deshalb so übernahmefreudig, weil sie möglichst alle potentiellen Konkurrenten aus dem Weg räumen wollen, bevor die Features und eine Attraktivität entwickeln, die Facebook bedrohen könnten.

Doch das wird nicht ewig klappen. Irgendwann kommt ein Unternehmen mit einem Feature auf den Markt, das Facebook zu spät als attraktiv identifiziert, das Facebook nicht so einfach nachbauen kann und dessen Gründer Facebooks Übernahme-Offerten widerstehen.

Ich kann Ihnen auch nicht sagen, welches Unternehmen das sein wird.

Aus der Erfahrung der vergangenen 15 Jahre heraus kann ich Ihnen aber voller Überzeugung sagen, dass es nur zwei, drei Jahre dauern wird, bis dieses noch zu entdeckende Unternehmen die aktuellen Platzhirsche verdrängen wird.

Denn so lief es bis jetzt immer im Internet. Es ist kein jahrzehntelanges Siechtum, kein ewig währender Kampf wie zwischen Intel und AMD oder Samsung und Hyundai.

Bei den drei genannten Beispielen dauerte es keine 3 Jahre, bis die einstigen Marktführer kaum noch wiederzuerkennen waren.

Aber damals war doch alles anders, die Nutzerzahlen viel kleiner? Eben nicht! Zu ihrer jeweiligen Zeit vereinten die drei Netzwerke den Großteil der damals aktiven Internet-Nutzer und kamen auf atemberaubend hohe Marktanteile.

Genauso wie Facebook heute auch. Das Tempo, mit dem diese Marktführer erledigt wurden, ist atemberaubend hoch. Zu hoch, um Aktien dieser Branche für den Vermögensaufbau zu nutzen.

Sicherlich sind kurzfristige Gewinne damit möglich – doch ehe wir uns versehen, können diese Gewinne auch mit einem Fingerschnippen wieder weg sein. Bei Social Media sehr viel schneller als in anderen Branchen.

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Über den Autor
Stefan Schneider

Insgesamt 94.956 Euro in nur 78 Wochen – Bankkaufmann Stefan Schneider gehört zu den besten Trendfolgern in Deutschland!

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