Wirtschaftliche Instabilität als Folge extremer Dummheit
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 23. Februar 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Ich war drei Tage lang - Dienstag, Mittwoch und Donnerstag - eingeschneit. Am Donnerstag fingen die lebensnotwendigen Vorräte an, knapper zu werden. Ich hatte nur noch zwei Kisten Rotwein übrig. Würde das bis Freitag genug sein? Ich hatte da so meine Zweifel.
Der Budenkoller machte sich breit. In meiner Verzweiflung habe ich angefangen, die Zeitungen zu lesen. Die Zeitungen in Washington nehmen sich selbst sehr ernst. Sie berichten über Kongressabgeordnete, Senatoren, Behördenvorstände, Lobbyisten, Gauner, Perverse und andere Politiker.
Ein Mann hat einen Getränkeladen überfallen. Ein anderer hat ein gesamtes Land überfallen. Das sind die Leute, die man als Machtelite bezeichnen könnte. Sie sind an der Spitze der Regierung... sie führen und verwalten unser großes Imperium. Was mir die Sache sehr fragwürdig werden lässt. Vielleicht ist eine Nation letzten Endes doch nicht so großartig... sondern eher ein Unfall... etwas, das sich trotz der Volltrottel ergibt, die das Land leiten. Und vielleicht entsteht ein Imperium auch nicht wegen des Antriebs und der Visionen der Imperialisten, sondern wegen eines inneren Antriebs... und einem eigenen Plan folgend...
Macht der Mensch Geschichte oder die Geschichte den Menschen?
Das mag wie ein ganz trivialer Gedanke wirken, aber es hat seine Wurzeln in einer angesehen intellektuellen Tradition. Ist es der Mensch, der die Geschichte macht... oder die Geschichte, die den Menschen macht?
Vielleicht ist auch an beidem etwas Wahres dran. Aber wenn ich mich darauf verlassen würde, dass die Menschen in Washington das Imperium zu größerem Ruhm führen, dann werde ich mit großer Wahrscheinlichkeit schwer enttäuscht werden. Sie sind dazu einfach nicht in der Lage.
Nehmen wir beispielsweise die Kriege im Irak und im Iran... also bitte! Jeder, der schon einmal einen Blick in ein Geschichtsbuch geworfen hat, weiß, dass man nicht mit den eigenen Truppen und dem eigenen Geld teure Kriege in entfernten Gegenden führt, wenn dabei nichts für einen herausspringt. Ganz besonders dann nicht, wenn man das Geld auch noch leihen muss. Man sucht sich einen anderen, der diesen Krieg kämpft... und dafür auch selbst aufkommt.
Aber hier auf diesen Seiten geht es in erster Linie um Geld... und nicht um Kriege. Meine Meinung zu beiden Themen ist jedoch die Gleiche. Amerika hat sich zu sehr verausgabt... und ist längst überfällig für eine ernstliche Korrektur. Die Löhne sind zu hoch. Die Schulden sind zu heftig. Die Ausgaben zu umfangreich. Und die Kreditgeber haben keine Ahnung, was vor sich geht.
Was große Teile der bereits erwähnten Liste angeht, sind meine Ansichten vermutlich nicht besser, als die aller anderen. Aber was das Letztgenannte anbelangt, da spreche ich aus Erfahrung. Ich bin ein Kenner der Dummheit. Ich habe sie über Jahre beobachtet. Sie amüsiert mich. Sich fasziniert mich. Sie macht mich neugierig und sprachlos. Wie kommt es, dass die Menschen mit 100kmh über die Landstraße brettern können... und tausende genaue Berechnungen mit tödlichem Einsatz machen... aber wenn man ihnen eine Frage zur Wirtschaftspolitik stellt oder zur auswärtigen Angelegenheiten stellt... und schon geht es mit dem gesunden Menschenverstand zum Fenster hinaus. Ich habe mich mit dieser Frage über viele Jahre beschäftigt.
Das soll heißen, dass ich einen Dummkopf erkenne, wenn ich einen sehe. Und wenn ich Ben Bernanke oder Tim Geithner sehe, dann leuchten meine Augen auf. Meine Brust hebt sich. Ich habe es mit einem Exemplar zu tun, das ich gut kenne. Boobus Americanus Economistica. Es ist eine Variation des Dummkopfs, dem die akademische Welt meiner Meinung nach viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat. Zu wenig Forschung gibt es in diesem Bereich. Und das ist auch der Grund, warum die Laien unter denen, die die Dummköpfe erforschen, diese Angelegenheit in die Hand nehmen müssen.
Bernanke weiß alles und versteht nichts
Mr. Bernanke ist ein herausragendes Beispiel. Der einstige Chef der Wirtschaftsfakultät an der Princeton University weiß alles, was man über eine Krise wissen kann - außer das, was wichtig ist. Er versteht nicht, wie Krisen entstehen. Und er versteht absolut nicht, welche Rolle die Regierung übernehmen sollte, wenn man sich mit der Krise befasst. Aber ich habe das alles bereits erklärt, liebe Leser, also will ich mich nicht wiederholen... außer um zu sagen, dass jeder LKW-Fahrer und jeder Friseur weiß, dass man sich den Weg aus der Verschuldung nicht über Kredite bahnen kann. Mr. Bernanke glaubt das nicht. Und das ist genau das, was einen Boobus Americanus Economistica beschreibt. Er hat sich so lange gebildet, bis kein gesunder Menschenverstand mehr übrig war.
Mr. Geithner versucht derweil, das, was ihm fehlt, durch gelehrte Behäbigkeit auszugleichen - mit einer höllisch hübschen Garderobe und einer schicken Frisur. Es ist definitiv ein Vorteil, wenn man einen derartig eleganten Leistungsträger an der Spitze des Finanzministeriums hat, aber es wäre schön, wenn er auch eine dunkle Ahnung davon hätte, wie der Anleihenmarkt funktioniert.
Moody's hatte gewarnt, dass die Vereinigten Staaten die Bestbewertung der Kreditwürdigkeit verlieren könnten, wenn sie weiterhin im aktuellen Ausmaß Geld leihen. Mein alter Freund Marc Faber war im Fernsehen und hat erklärt, was die Folgen letzten Endes sein würden: Die Vereinigten Staaten werden ihre Schulden nicht mehr bezahlen können, sagte er.
Mr. Geithner hat sich gar nicht erst um die Vorstellung eines Zahlungsverzugs gekümmert. Es ging über seine Vorstellungskraft. Und was den Verlust der Kreditwürdigkeit anbelangt, sagte er, dass das niemals" passieren würde. Daraufhin machte ich mir Gedanken über die amerikanische Führung. Natürlich werden die Vereinigten Staaten ihr Rating für die Anleihen verlieren.. und sie werden zahlungsunfähig werden.
Daran besteht kein Zweifel.
Es hat noch nie ein Land gegeben, außer die aktuellen, deren Geschichte sich noch zeigen muss, das nicht zahlungsunfähig wurde, zusammenbrach, Pleite machte, verschwand, zerfiel, kapitulierte oder auf irgendeine andere Weise umfiel und starb. Die einzige Frage ist, wann und wie es passieren wird.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Tommy Rasmussen (23.02. 2010 08:23 Uhr):
Sie schreiben: "Bernanke weiß alles und versteht nichts" - Stimmt nicht: er tut nur so. Sehen Sie hier: MaxNews "Das System kann ohne Absicht nicht crashen! Die Menschen verdienen eben immer schwieriger ihr Geld, welches immer weniger Wert ist. Das Volk verarmt - aber wie nun mehrfach gesagt, die Währung - bzw. das System kann nicht crashen - zumindest solange die Banken noch neue Kredite kreieren. " Genau diese Situation haben wir jetzt: Die Banken weigern sich neue Krediten für die Privatwirtschaft zu kreieren. ".....dass der Crash nie kommen kann, (es sei denn die 'Hochfinanz' will es so).....Nur der Zentralismus befähigt letztlich die 'Hochfinanz' bei Bedarf wieder eine Hyperinflation ablaufen zu lassen" Also was nun? Hyperinflation? Währungsreform? "Eines ist klar: die heutigen Papiervermögen auf Sparkonten, in Lebensversicherungen, in Staatsanleihen, sind bereits verbrannt. Eine Währungsreform, bei der die Masse dieser Vermögen administrativ gestrichen wird, wäre eine elegante Möglichkeit, es den Sparern mitzuteilen." Mit freundlichen Grüssen, Tommy Rasmussen.
Antworten - Kommentar von Bruno Walkowski (23.02. 2010 09:12 Uhr):
Bernanke, Geithner, Obama, alle seine Vorgänger, aber auch die meisten Regierungsmitglieder der westlichen Welt sind doch nur Marionetten des übermächtigen Paktes von Jackyll Island. Die Politik des selben ist es, Staaten bis in alle Ewigkeit zu verschulden, um damit zu gewährleisten, an der Arbeitsleistung jedes Einzelnen zu partizipieren. Und das möglichst auch bis in alle Ewigkeit. Ob deren Rechnung aufgeht werden aber sicher bestenfalls unsere Ur-Ur-Ur-Enkel erfahren.
Antworten - Kommentar von Ulli Beckmann (23.02. 2010 10:50 Uhr):
Diese ganze Misswirtschaft nur mit Dummheit zu begründen, scheint mir ein wenig zu einfach. Wenn man weiß, wie die USA funktioniert, dann kann man auch zu dem Schluß kommen, daß hinter dieser vermeintlichen Dummheit eine Strategie Weniger steckt, die außerhalb jeglicher Organisationen ( Parteien/Verbände etc.) agieren und den amerikanischen Brachialkapitalismus so leben, als gäbe es keine Demokratien auf der Welt. Für mich hat die USA jegliche Reputation verloren, ist wirtschaftlich kollabiert und moralisch weltweit isoliert. Diese völlig korupte Nation weiterhin als Vorbild zu nehmen, ist auch der Untergang der EU. Leider ist diese Infiltration zu weit fortgeschritten, leider sind unsere Politiker vom Dummheitsvirus längst angesteckt, um auch hier den Verfall noch aufhalten zu können. Ich bin sicher, daß Staaten inzwischen die Bürger bewußt mit Fehlinformationen füttern (s.Griechenland) und sich längst gedanklich vom Volk verabschiedet haben. MfG, Ulli Beckmann
Antworten - Kommentar von Peter Harting (23.02. 2010 20:28 Uhr):
Sie können wie immer hervorragend gegen-propagandieren. Ein neues Wort, aber es passt zu Ihren Texten. Bitte, meine Sympathie haben Sie! Wenn ich bisher Ihre Texte las, dachte ich: er liest nur die Zeitung. Aber was ist das heute? Sie geben endlich zu, dass Sie Zeitung lesen müssen. Ja, leck mich doch am Arsch, sagt der Bayer, das ist mal ein Pfundskerl! Nur eine Bitte: Wenn Sie in Ihrem weiteren Leben doch mal einem Politiker begegnen, der kein Hampelmann ist, lassen Sie's hier und uns wissen! Vielen Dank.
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