Safe Haven Nr.1: das Gold
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 26. Mai 2011, 20:30 Uhr
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Hach ja, haben Sie in den letzten Tagen auch den Goldpreis beobachtet und ist Ihnen dabei nicht auch so richtig warm ums Herz geworden? Unser goldenes Edelmetall hat gestern doch glatt wieder ein neues Allzeithoch gegenüber dem Euro aufs Parkett gelegt. Ja, so ist das eben, wenn's brennt...dann wird mit Safe Haven-Vermögenswerten "gelöscht". Mir jedenfalls gefällt's...
Sehen wir uns den feierlichen Moment doch hier gleich einmal an:
Gold in Euro (30 Minuten)
Quelle: CFX-Broker
Gestern erreichte der Goldpreis also ein neues Allzeithoch bei 1.088 Euro pro Feinunze. Die heutige Gegenbewegung sollte uns allerdings nicht beirren, das ist normal nach einem Allzeithoch und vornehmlich Gewinnmitnahmen zuzuschreiben.
Doch auch der Goldpreis in US-Dollar kann sich sehen lassen:
Gold in US-Dollar (30 Minuten)
Quelle: CFX-Broker
Das ist zwar kein Allzeithoch, aber immerhin notierte der Goldpreis zwischenzeitlich wieder über der Marke bei 1.530 US-Dollar pro Feinunze. Und das, obwohl sich doch der US-Dollar in letzter Zeit sogar mal wieder erholt hat, bzw. gegenüber dem Euro wieder deutlich zugelegt hat. Doch dazu im 2.Teil noch mehr.
Gold das Schutzinstrument
Sie erinnern sich vielleicht noch an die Ausgabe vom 10. Mai und die Frage von Leserin M.L.: "Vielerorts höre und lese ich pessimistische Prognosen für den Goldpreis für 2011 und 2012, obwohl sich doch an der Gesamtsituation nichts geändert hat! Halten auch Sie es für möglich, dass der Goldpreis sich schrittweise bis 2012 bis auf 900$ bewegen wird?"
Und vielleicht erinnern Sie sich dann auch noch an meine Antwort:" Frau L., Sie haben vollkommen Recht, an der Gesamtsituation hat sich nichts geändert!"
...was sich dieser Tage wieder sehr schön beobachten lässt....
Fakt ist nämlich, so lange es an allen Ecken und Enden in der Welt auf die eine oder andere Art und Weise brennt, bleibt die fundamentale Ausgangslage für eine hohe Nachfrage nach Gold bestehen. So lange Europa im Schuldenchaos fest hängt, so lange die USA ihr Schuldendebakel und ihre Probleme im Arbeitsmarkt nicht lösen können, so lange die Inflation wächst und so lange inzwischen die Aussichten für die konjunkturelle Entwicklung wieder schlechter werden, bleibt die Nachfrage nach einem Schutzinstrument bestehen.
...und welches Schutzinstrument ist schon schöner als Gold?!...das bestätigen zumindest die weltweiten Investoren und allen voran die Chinesen (doch dazu werde ich in der kommenden Woche noch einen Extra-Beitrag verfassen..)
Die Volatilität bleibt dennoch hoch
Alles in allem können wir also zufrieden sein. Doch, halt...vielleicht fragen Sie sich (wenn Sie die Ausgaben vom 10. und 11. Mai noch Erinnerung haben) jetzt auch, was denn nun aus der Konsolidierungsphase und der saisonalen Sommerflaute geworden ist?
Nun ja, ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal wiederholen und zitiere aus der Ausgabe vom 11.Mai:
"Somit spricht die Saisonalität eigentlich auch für eine ruhige Sommerflaute und gerne auch für eine zwischenzeitliche Konsolidierungsphase. Allerdings ist der Blick in die Vergangenheit natürlich nicht zwangsläufig auch ein Blick in die Zukunft. Betrachten Sie nämlich noch einmal den zweiten Chart aus der jüngeren Zeitspanne, fällt auf, dass zwar die Stärke zum Jahresende hin bestehen bleibt, die Sommerflaute sich aber auch einmal in Grenzen halten kann. Das liegt daran, dass mittlerweile ein Faktor hinzugekommen ist, der weniger abhängig von einer bestimmten Saison ist: ich spreche von der Investment-Nachfrage.
Tja...alles in allem...man wird sehen, was kommt...wie immer...allerdings hätte ich wirklich nichts gegen eine zwischenzeitliche Konsolidierungsphase einzuwenden, bin aber auch nicht maßlos überrascht, wenn sie dann doch nicht so stark eintritt, weil es mal wieder irgendwo auf der Welt brennt."
Und das ist der springende Punkt: es brennt aktuell mal wieder akut in einem ansonsten zwar furchtbar schwelenden Umfeld, also wird das Löschmittel Gold auch mal wieder akuter abgerufen!
Das bedeutet im Klartext: die fundamentale Ausgangslage stimmt (und wie sehr sie stimmt, werden wir uns in der kommenden Woche noch einmal genauer ansehen), allerdings gibt es zwischenzeitlich immer wieder etwas heißere Phasen und auch mal wieder etwas kühlere Phasen.
Noch deutlicher im Klartext: der langfristige Aufwärtstrend im Gold ist ungebrochen, dennoch müssen wir uns auch im Gold (wie in allen Märkten) mit einer stärkeren Schwankungsfreude anfreunden, wobei dann aber temporäre Rückgänge auch immer wieder gute Gelegenheiten bieten.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Gottfried (27.05. 2011 16:16 Uhr):
Ich kaufe kein Gold! Wenn unsere Währung zusammenbricht kommt ein Goldverbot. Goldbesitz wird unter Strafe gestellt.(hatten wir schon mal). Wenn alle Ihr Gold tauschen oder verkaufen wollen, wie würde der Goldpreis aussehen? Ich gehe lieber in Aussichtsreiche Aktien weitweg von Europa möglichst deponiert bei außereurop. Banken. Gottfried
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