Jetzt ein Put auf Gold?
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 25. November 2009, 12:00 Uhr
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*** Trader´s Daily-Leser Otto L. schrieb mir:
"Ich überlege zur Zeit den Kauf eines Optionscheines (Put) auf Gold. Da Gold in Dollar notiert und nur ein steigender Dollar für einen fallenden Goldpreis sorgen wird, frage ich mich wie mein Schein zulegen könnte. Kann ich dieses sich gegenseitig ausgleichende Verhältnis über einen höheren Hebel beeinflussen? Und wie hoch sollte dieser dann mindestens sein? Danke und liebe Grüße!"
Meine Antwort:
Interessante Überlegung. Zunächst vorab meine Einschätzung zu Gold:
Sie wissen, ich bin „Gold-Bulle". Dies aber nicht „per se", sondern aufgrund der derzeit herrschenden Umstände.
Solange in den USA weiter eine Politik des leichten Geldes betrieben wird - z.B. werden Staatsanleihen mit selbst gedrucktem Geld bezahlt -, wird der Wert des „realen Geldes" = Gold tendenziell weiter zunehmen. Gold wird in Relation zum Geld = Dollar eben knapper. Und eine relative Verknappung führt nun einmal zu einem steigenden Preis.
Hinzu kommen Faktoren wie „verstärkte Anleger-Nachfrage nach physischem Gold". Und auch China soll nicht so ganz glücklich darüber sein, dass seine Billionenschweren (!) Devisenreserven hauptsächlich in Dollar gehalten werden. Nicht ohne Grund legt das Reich der Mitte strategische Rohstoff-Lager an. Warum nicht auch Gold und Silber?
Was ich damit sagen will: Beim Gold würde ich nicht grundsätzlich auf einen fallenden Preis setzen. Nach dem jüngsten starken Anstieg ist aber natürlich eine kleine Gegenbewegung jederzeit drin. Das Timing für einen solchen Short-Trade würde ich dann natürlich ausschließlich von der Markttechnik bestimmen lassen, und unbedingt mit engem Stopp arbeiten! (Ich persönlich sehe bei Gold übrigens als nächstes ein Ziel von rund 1.325 Dollar.)
Wie nun vorgehen, wenn nun die Technik grünes Licht für einen Short-Trade gibt? (RSI krass überkauft, an einem Widerstand abgeprallt, umgekehrte SKS...)
*** Der Leser hat Recht, wenn er befürchtet, mit einem Gold Put-Optionsschein gleichzeitig unter einem starken Dollar zu leiden.
Denn es ist nun einmal so: Gold und Dollar korrelieren mit einander. Und zwar umgekehrt.
Das bedeutet tendenziell: Wenn der Dollar fällt, steigt der Goldpreis. Und umgekehrt.
Also: Wenn der Goldpreis tatsächlich fallen sollte, dann dürfte der Dollar tendenziell steigen.
Der Wert des Put-Optionsscheins sollte also wegen des fallenden Goldpreises steigen und wegen des steigenden Dollars fallen. (Ist das noch verständlich?)
Per saldo könnte sich das sogar ausgleichen.
Deshalb meine Empfehlung an den Leser:
Wählen Sie bitte keinen „normalen" Put-Optionsschein! Nehmen Sie ein Turbo-Zertifikat mit Währungssicherung.
Ein Schein, der mit Hebel auf einen fallenden Goldpreis setzt und gleichzeitig den Effekt der Dollarveränderung völlig ausblendet. (Währungssicherung, im Fachjargon „Quanto" genannt.)
Es gibt solche Scheine.
(Es gilt: Einen konkreten Schein darf ich hier im Trader´s Daily nicht empfehlen, Sie wissen es. Strikte Vorgabe des Verlags. Abonnenten meiner Rohstoff Signale können mich gerne kontaktieren, wenn Sie wissen möchten, um welche Scheine es konkret geht. Ansonsten bitte selber etwas recherchieren und suchen, sofern das was für Sie sein könnte.)
Mit herzlichem Gruß,
Ihr
Michael Vaupel
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Carlo Giesinger (25.11. 2009 12:17 Uhr):
Guten Tag Herr Vaupel, Ihre Aussage der Goldpreis steigt bei fallendem Dollar ist schon recht abenteuerlich. Gold hat in fast allen Währungen Höchststände erreicht, einfach weil alle Währungen mengenmäßig inflationieren. "Gold hängt am Dollar" ist m. E. eine reine Mainstream-Aussage. Viele Grüße Carlo Giesinger
Antworten - Kommentar von wichglasen h (25.11. 2009 14:38 Uhr):
zu P Sch-L. wie schon unzählige Male zuvor, er trifft den Nagel auf den Kopf.
Antworten - Kommentar von Claus Dorn (25.11. 2009 23:23 Uhr):
Wieder mal eine sehr gute Antwort! Weiter so!
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