Gold – an der Gesamtsituation hat sich nichts geändert
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 10. Mai 2011, 20:30 Uhr
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Nachdem wir uns in letzter Zeit ja sehr oft mit unserem stürmischen Freund Silber beschäftigt haben, ist es doch heute wieder einmal an der Zeit, nachzusehen, was der sprichwörtliche große Bruder, das Gold, so macht.
Tatsächlich hat mich eine Leserin daran erinnert, dass es durchaus mal wieder Zeit ist, sich des Goldes zu widmen.
Leserin M.L. schreibt:
Sehr geehrte Frau Kraus,
ich verfolge Ihren Newsletter sehr interessiert und schätze Ihre Beiträge und Einschätzungen. Vielerorts höre und lese ich pessimistische Prognosen für den Goldpreis für 2011 und 2012, obwohl sich doch an der Gesamtsituation nichts geändert hat!
Halten auch Sie es für möglich, dass der Goldpreis sich schrittweise bis 2012 bis auf 900$ bewegen wird?
Über eine kurze Antwort - vielleicht im Rahmen des Rohstoff Daily, würde ich mich sehr freuen.
Herzliche Grüße
Frau L. Vielen Dank!
Und vielen Dank dafür, dass Sie mich daran erinnert haben, dass nach dem Rückgang vom Hoch Anfang Mai, ja eigentlich mal wieder ein Abstecher zum Goldmarkt notwendig geworden ist. Ich habe mich in der letzten Zeit stärker auf das Silber konzentriert, weil hier die Entwicklung wesentlich dynamischer war und ist. Der eigentliche Grund aber, weshalb ich dem Gold erst jetzt einen eigenen Beitrag (außerhalb des Rahmens im Wochenrückblick) widme, ist folgender, den Sie im Grunde schon vollkommen richtig genannt haben: an der Gesamtsituation hat sich nichts geändert!
Gold - an der fundamentalen Ausgangslage hat sich nichts geändert
Wir alle wissen, warum Gold gekauft wird. Gold ist ein Schutzinstrument! Und als solches wird es dann gekauft, wenn sich der Anleger vor Unsicherheiten und Unwägbarkeiten schützen will. Das ist heute noch genauso, wie gestern - und (viel wichtiger) es wird sich auch morgen nicht ändern.
Angesichts der mittlerweile fast unzähligen Unsicherheiten weltweit (Griechenlandkrise, steigende Inflationsraten weltweit, Staatsschuldenkrisen in fast allen westlichen Industrienationen und das Unvermögen der großen "westlichen" Notenbanken ihre Zins- und [vor allem gilt das nach wie vor für die FED] eigentlich auch ihre Liquiditätspolitik zu verändern) und auch angesichts von Zentralbanken, die einen jahrelangen Gold-Verkaufs-Kurs schon längst verlassen haben und sich nun, zumindest in diesem Punkt (und das sicher nicht grundlos) wieder auf alte Werte besinnen, kann ich keinen Grund finden, weshalb heute das Schutzbedürfnis der Anleger geringer sein sollte, als gestern.
Angesichts dessen aber, dass sich all diese Probleme und Krisen ganz sicher nicht von heute auf morgen lösen lassen werden, kann ich auch keinen Grund dafür finden, dass der Goldpreis in diesem oder auch im kommenden Jahr massiv abstürzen sollte. Was allerdings nicht bedeuten soll, dass ich nicht zwischenzeitlich mit Freude eine Konsolidierungsphase begrüßen würde...aber dazu im 2.Teil noch mehr.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Anja S (10.05. 2011 21:39 Uhr):
Sehr geehrte Frau Kraus, ich lese mit großem Interesse Ihren Nesletter und versuche mir ebenfalls einen Reim darauf zu machen, wie die Rohstoffmärkte funktionieren. Dabei hilft mir Ihre Einschätzung sehr, aber über einen Rohstoff wird eigentlich nirgentwo berichtet und das ist Kohle. Ich habe festgestellt, das Kohle einen stärkeren Rückwärtsgang eingelegt hat und verstehe es einfach nicht, denn im Zuge der Umstrukturierungsvorhaben durch den Gau in Japan, wird Kohle- erstmal - doch dringend benötigt. Ich verstehe es nicht, wie ist Ihre Einschätzung dazu? Danke und einen schönen Gruß Anja Siebel
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