Der Blick in die Endphase des Gold-Bullenmarktes
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Gold als Geldanlage
vom 22. November 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Geht Gold jetzt vertikal nach oben?"
Diese Frage wurde mir von unserem Familien-Vermögensberater Rob Marstrand gestellt.
Ich könnte wetten, dass die Endphase dieses Bullenmarktes beim Gold schneller erreicht wird als wir dachten", fügte er hinzu.
Der Goldpreis steigt fast täglich auf neue Rekordwerte. Die dummen Ökonomen denken, zentrales Planen wird funktionieren. Gebt der Wirtschaft mehr Liquidität!" Erhöht die Zinsen!" Mehr fiskalische Stimulierung." Mehr Wohlstand".
Diese Leute handeln so, als ob sie wissen, was sie tun. Aber das sind Quacksalber.
Nicht so Zoellick, Chef der Weltbank. Er sagte, es sei Zeit, über einen neuen Goldstandard zu reden. Was kann den Goldpreis noch aufhalten?
Aber da gibt es immer etwas Überraschendes, oder? Ich weiß, dass der Dollar den Weg allen Papiers gehen wird - in den Müll. Vielleicht ist die Überraschung, wie lange es braucht, bis er da sein wird.
Vielleicht wird der Goldpreis wirklich vertikal steigen. Oder vielleicht spielt er mit uns.
Am Wochenende kam ein Freund zu Besuch. Er hatte vier österreichische Goldmünzen bei sich. Die wollte er verkaufen.
Ich brauche etwas Cash. Es bricht mein Herz, die zu verkaufen, aber ich muss einige Ausgaben finanzieren."
Diese Ausgaben waren ein bisschen ungewöhnlich. Er will ein Flugticket für eine vietnamesische Frau und ihre Kinder bezahlen, damit die mit ihm zusammen leben kann. Aber das ist eine andere Geschichte...
Irgendwie habe ich einen lokalen Ruf als Käufer von Goldmünzen erhalten. Nun, ok. Ich trade nicht. Ich investiere nicht. Ich füge nur hin und wieder eine Goldmünze meiner Sammlung hinzu. Ich kaufe die. Ich lege sie beiseite. Ich vergesse sie dann.
"Aber bei 1.400 Dollar je Unze? Ist da Gold nicht in einer Spekulationsblase?" Könnten Sie fragen.
Nun, ja...und nein. Ich mochte es viel mehr, die Goldmünzen zu kaufen, als sie 500 Dollar je Feinunze kosteten und nicht 1.400 wie heute. Der Preis macht mich ein bisschen nervös.
Gold ist in einem Bullenmarkt - der noch keine Spekulationsblase ist. Gold wird wahrscheinlich noch eine lange Zeit im Bullenmarkt bleiben - solange, bis ein Goldstandard für das Geld eingeführt wird. Oder bis das internationale Währungssystem zusammenbricht. Was auch immer zuerst kommen wird.
Noch sind wir nicht beim Ende des Gold-Bullenmarktes. Es gibt derzeit nur eine geringe Inflation bei den Konsumentenpreisen. Die Inflation, die wir derzeit sehen, ist eine Inflation der Geldmenge - nicht der Preise. Um diese Form der Inflation kümmert sich kaum jemand. Die andere Inflation - der Preise - könnte erst in einigen Jahren stattfinden.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Mani Goldberg (22.11. 2010 09:13 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner Mir ist ist nicht ganz klar, was Sie meinen, wenn Sie schreiben "Gold wird wahrscheinlich noch eine lange Zeit im Bullenmarkt bleiben - solange, bis ein Goldstandard für das Geld eingeführt wird. Oder bis das internationale Währungssystem zusammenbricht" Würden Sie Gold verkaufen, bevor das internationale Wärungssystem zusammenbricht? Das scheint mir nicht ganz logisch. MfG
Antworten - Kommentar von Engelfried (22.11. 2010 12:11 Uhr):
And finally, did you buy the coins? I would have done... Klaus
Antworten - Kommentar von Peter Harting (22.11. 2010 20:05 Uhr):
Was ich bei Martin Weiss' Artikel schon geschrieben habe, gilt hier erst Recht. Dass Gold einmal Geld (wieder) wird, kann man getrost vergessen. Es ist viel zu wertvoll und außerdem nicht mehr in der Lage, den ganzen Kruscht, der produziert wird, wertmäßig zu hinterlegen. Was wir als Standard brauchen, ist ein praktikabler Müll, der jedoch von der Willkür irgendwelcher Möchtegernherrscher abgekoppelt ist. Alte Briefumschläge zum Beispiel. Die stellt man nicht her, die verbraucht man. Oder Plastiktüten, ehe sie recykelt werden. Es muss ein Ding sein, dem man den Gebrauch ansieht, der also immer mit einer Ware, die er mal getragen hat, etwas zu tun hatte. Das virtuelle Geld hat ja mit überhaupt nichts Realem mehr zu tun. Es von realem Geld zu unterscheiden wird angesichts der notorischen Geldmengenvermehrer unmöglich sein. Gebrauchte Batterien wären auch einen Gedanken wert, doch die sind schwer und gefährlich. Besser noch aufladbare Akkus, die nicht mehr aufladbar sind... Wir nähern uns einer neuen Phase der Kaurimuschelwährung.
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