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Der Ölpreis könnte nach oben ausbrechen

Die Opec-Staaten haben entschieden, weniger Öl zu fördern und Anleger auf der ganzen Welt haben reagiert. Nach einem Abwärtstrend von mehr als zwei Jahren geht der Ölpreis jetzt wieder nach oben. Der Zeitpunkt für ein Ölpreis-Trading könnte kaum besser sein!

Erdöl – so günstig wie seit Jahren nicht!

Seit 2014 hat der Preis von 130 US-Dollar pro Barrel Erdöl um knapp 80% auf zwischenzeitlich rund 27 US-Dollar nachgegeben. Anschließend erholte er sich, wobei sich nach wenigen Wochen eine bis heute anhaltende Seitwärtsbewegung zwischen 45 und 55 US-Dollar ausbildete.

Jetzt zieht der Ölpreis wieder sehr stark an. Innerhalb einer Woche holte er das wieder auf, was er im Monat zuvor verloren hatte und steht inzwischen bei 55 US-Dollar für ein Barrel der Sorte Brent.

Der zwischenzeitliche Wertverlust erklärt sich dadurch, dass die Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) zerstritten waren und sich auf eine Begrenzung der Fördermengen nicht einigen konnten.

Aufgrund des anhaltenden Bürgerkriegs mit entsprechendem Geldbedarf hatte der Irak erklärt, seine Fördermengen nicht zurückfahren zu können und die beiden konkurrierenden Regionalmächte Iran und Saudi Arabien wollten keine Zugeständnisse machen, aus Angst, damit Schwäche gegenüber dem Konkurrenten zu zeigen.

Außerdem litt der weltweit zweitgrößte Erdölexporteur, Russland, unter den EU-Sanktionen. Auch Russland brauchte Geld. Die russische Föderation pumpte immer mehr Erdöl in den Markt.

1,2 Millionen Barrel weniger – die Erdölexporteure drehen an der Preisschraube!

Auf Dauer war die Entwicklung auch Russland nicht geheuer. Schon Anfang September hatten Russland und Saudi Arabien während des G20-Gipfels erklärt, dass sie für einen stabilen Ölpreis sorgen wollten.

Doch auf den Ölpreis hatte diese Erklärung der beiden größten Erdölförderer nur einen sehr kurzfristigen Einfluss. Um 16 % legte der Preis bis Mitte Oktober auf 52 US-Dollar zu und fiel anschließend im November wieder bis auf 43 US-Dollar.

Immerhin hat die Opec jetzt überraschend doch noch zu einer Einigung gefunden. Anfang Dezember beschlossen sie in Wien eine Begrenzung der Fördermenge. Außerdem konnte die Opec auch Länder mit ins Boot holen, die der Opec gar nicht angehören.

Erstmals beteiligt sich auch Russland an der Erdöldrosselung und wird die Produktion künftig um 300.000 Barrel pro Tag kürzen. Insgesamt soll die Fördermenge ab Januar 2017 um insgesamt 1,2 Millionen Barrel pro Tag fallen.

Kurzfristig Aufwärtstrend, mittelfristig hingegen wird es seitwärts gehen

Für die kurzfristige Entwicklung des Ölpreises erwarte ich einen weiteren Anstieg und anschließend ein Einpendeln in einem volatilen Seitwärtstrend. Denn während der Rohölpreis 2008 und 2012 seine Hochs erreichte, wurden viele Technologien entwickelt, um den teuren Rohstoff zu fördern.

Mit riesengroßen Baggern baute man Teerschlamm ab und filtrierte ihn, man begab sich sogar in die Tiefsee, um nach Ölvorkommen zu bohren und in den USA wurde das Fracking des Schiefergesteins entwickelt, das innerhalb weniger Wochen eine dezentrale Erdölförderung in den verschiedensten Erdteilen ermöglicht.

Die jetzige Entwicklung des Ölpreises wird für kurzfristige Gewinne im Aufwärtstrend gut sein. Für die weitere Entwicklung vermute ich einen volatilen Trend. Zu viele Faktoren sprechen für und gegen einen Anstieg des Preises.

Ein lang anhaltender Aufwärtstrend ist unwahrscheinlich!

Die Opec ist einfach zu zerstritten und ihr Partner, Russland, zu unberechenbar, um von dieser Seite einen langfristigen Einfluss zu vermuten. Außerdem können die US-amerikanischen Schiefer-Rohölproduzenten inzwischen sehr schnell agieren und den Markt bei einem kurzfristigen Preisanstieg innerhalb von wenigen Wochen mit neuem Erdöl versorgen.

Andererseits wurde in den vergangenen Jahren zu wenig nach Ölfeldern gesucht. Der gecrashte Ölpreis machte die Suche unrentabel. Dieses Fehlen neuer Quellen könnte mittelfristig wieder zu einem Anstieg des Preises führen.

Doch drohen andere Energien dem Erdöl den Rang abzulaufen. Bei der Heizöl ist durch die Entwicklung von Niedrigenergie-Häusern auf den großen Märkten in Europa der Bedarf zurückgegangen. Auch die Entwicklung leistungsfähiger Elektroautos wird zu einem Rückgang des Ölbedarfs geführt. Das zeigt sich besonders auch durch die Ankündigung der größten Autohersteller, massiv in die Elektroauto-Produktion zu investieren

All diese neuen alternativen Technologien sind bereits in den Ölpreis der letzten Jahre eingepreist worden. Sie werden nicht wegzurechnen sein, auch wenn die Opec versucht, an der Preisschraube zu drehen.

Beachten Sie bei längerfristigen Engagements die Rollkosten!

Vom kurzfristigen Preisanstieg profitieren Sie am besten durch ein Trading von Turbo-Zertifikaten oder CFDs. Setzen Sie dafür den Basispreis bzw. Stopp knapp unter den derzeitigen Ölpreis und profitieren Sie gehebelt vom Aufwärtstrend. Ich empfehle kleine Positionen, deren Verlust nicht weh tut, sollte Öl bei 57 US-Dollar pro Barrel nach unten abprallen.

Beim volatilen Seitwärtstrend, der an die jetzige Aufwärtsphase anschließen wird, empfehle ich hingegen Discount-Optionsscheine.

Bei einer mittel- bis langfristigen Anlage sollten Sie Rollkosten berücksichtigen, die in der Regel zu einem langsamen Verfall des Zertifikate-Werts führen. In den Rollkosten sind die Lagerungs- und Transportkosten sowie die Finanzierungskosten des Öls enthalten.

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Über den Autor Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

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