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Siemens-Aktie: Mega-Auftrag aus Ägypten – Top Timing!

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vielleicht haben Sie sich zuletzt auch diese Frage gestellt: Was macht Siemens derzeit eigentlich? Bei all den Querelen rund um die Energietechnikfirma Siemens Energy und deren Windkrafttochter Gamesa geriet der eigentliche Mutterkonzern in den letzten Wochen und Monaten etwas ins öffentliche Abseits.

Nun konnte der Technologiegigant aber endlich wieder einen Akzent setzen – und der hat es durchaus in sich. Am Wochenende kündigte Siemens nämlich den nach eigenen Angaben größten Auftrag seiner 175-jährigen Unternehmensgeschichte an. Im Mittelpunkt: die Siemens-Tochter Mobility.

Siemens Mobility: der deutsche Zugprimus

Doch bevor wir uns diesen Mega-Auftrag genauer anschauen, für Sie ein paar Hintergrundinfos: Siemens Mobility gilt seit mehr als 160 Jahren als führender Anbieter im Bereich Transportlösungen. Das Unternehmen baut Fahrzeuge für den Schienenverkehr – angefangen bei Straßenbahnen über Regionalzüge bis hin zu Hochgeschwindigkeitszügen wie dem ICE. Hinzu kommen Signal- und Leittechnik sowie Systeme für die Straßenverkehrssteuerung.

Im Unterschied zu anderen Siemens-Konzernbereichen (u.a. Infineon, Osram, Healthineers und Energy) wurde Mobility bislang noch abgespalten bzw. an die Börse gebracht. Der Zugbauer kommt auf einen jährlichen Umsatz von rund 9 Milliarden Euro. Damit ist jene Siemens-Division deutlich kleiner als etwa „Digital Industries“ (Automatisierungslösungen für die Industrie) und „Smart Infrastructure“ (digitale Vernetzung von Gebäuden und Stromnetzen).

Mobility hilft beim Ausbau des ägyptischen Bahnnetzes

Nun aber zur neusten Meldung: Wie Siemens am Wochenende ankündigte, wird Mobility in Ägypten zusammen mit zwei Partnern ein 2.000 Kilometer langes Bahnnetz für Schnellzüge bauen. Demnach soll allein auf Siemens ein Auftragswert von 8,1 Milliarden Euro entfallen. Darin enthalten seien auch die 2,7 Milliarden Euro für die erste Strecke, die bereits im letzten Jahr vereinbart wurde, so der deutsche Konzern.

Das neue Schienennetz soll nach Fertigstellung 60 Städte des arabischen Landes miteinander verbinden. Etwa 90 Prozent der ägyptischen Bevölkerung sollen somit Zugang zu den Schnellzügen erhalten. Das Kalkül: Mit der Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene will Ägypten seine CO2-Bilanz verbessern.

Ein gigantischer Auftrag

Konkret wird Siemens Mobility 41 Hochgeschwindigkeitszüge, 94 Regionalzüge sowie 41 Güterlokomotiven nach Ägypten liefern. Hinzu kommen Komponenten für die Schieneninfrastruktur, Stromnetze sowie diverse Betriebs- und Güterbahnhöfe. Und nicht zuletzt soll Mobility die Wartung seiner Produkte über einen Zeitraum von 15 Jahren sicherstellen.

Sie sehen also: Der Auftrag ist gigantisch. Allein für den Bau des neuen Schienennetzes wollen Siemens und die beiden Partner Orascom Construction sowie The Arab Contractors (beides Baufirmen) bis zu 40.000 Arbeitsplätze schaffen. Weitere 6.700 Stellen sollen bei anderen ägyptischen Lieferanten und Wirtschaftszweigen entstehen.

Mein Fazit für Sie

Der Auftrag sorgt bei Siemens Mobility für ordentlich Wachstumsfantasie. Und die kann das Unternehmen wegen des Ukraine-Kriegs aktuell wirklich brauchen. Für den Zugbauer ist Russland seit etlichen Jahrzehnten ein wichtiger Markt. Nun musste man wegen Putins militärischer Aggression die Auslieferung von neun Hochgeschwindigkeitszügen an Russland auf Eis legen. Zudem hat Mobility sein langfristig sehr wichtiges Wartungsgeschäft mit russischen Kunden gestoppt.

Wie hoch die konkreten bilanziellen Schäden ausfallen werden, ließ Siemens bislang offen. Immerhin: Gut möglich, dass etwa die neun Züge, die bislang noch nicht gebaut und ausgeliefert wurden, außerhalb Russlands verwenden werden könnten. Die Züge sollen daher zunächst gefertigt und eingelagert werden, so der Dax-Konzern.

Auf der anderen Seite gilt Siemens Mobility als ein Profiteur des Zeitgeistes. Schließlich forcieren Politiker rund um den Globus den Schienenverkehr als klimaschonendere Alternative im Vergleich zum Autoverkehr. Tatsächlich sind die Auftragsbücher der Siemens-Tochter gut gefüllt. Bis 2030 arbeitet die Firma eine Order von insgesamt bis zu 137 ICE4-Zügen ab. Hauptabnehmer: die Deutsche Bahn.