MenüMenü

China investiert in Serbien, so können Sie das auch

Diese Woche besucht der chinesische Premierminister Li Keqiang Serbien. Im Gepäck hat er ein Investitionspaket von 8 Milliarden Euro. So profitieren Sie davon.

Für den Balkan kommt Weihnachten dieses Jahr eine Woche früher als sonst. Seit Montag ist der chinesische Premierminister Li Keqiang auf Staatsbesuch in Belgrad. Sein Hauptanliegen: Er will Infrastrukturprogramme auf dem Balkan mit chinesischem Geld unterstützen. Mit umgerechnet 8 Milliarden Euro sollen Autobahnen erneuert und gebaut, das Schienennetz ausgebaut, Häfen vergrößert werden. Der Balkan soll so der Haupt-Umschlagplatz in Europa für chinesische Waren werden. 8 Milliarden Euro – das sind fast 40% des jährlichen Bruttoinlandsprodukts von Serbien. Zum Vergleich: Ein anteilsmäßig gleich großes Infrastrukturprogramm in Deutschland müsste einen Umfang von mehr als einer Billion Euro haben.

Für die Region, die zu den sogenannten Frontier Markets gehört, womit Schwellenländer aus der zweiten Reihe allgemein beschrieben werden, ist das ein gewaltiger Investitionsschub. Und Sie können auch von den guten Aussichten des Balkans profitieren.

 

Die Frontier Markets sind eine attraktive Investitionsmöglichkeit

 

Zusammen mit Ländern wie Argentinien, Ukraine oder Jamaica gehört Serbien zu den sogenannten Frontier Markets, übersetzt den Grenzmärkten. Das sind Schwellenländer aus der zweiten Reihe, die den Emerging Markets nicht unähnlich sind, aber oft noch nicht ganz so weit entwickelt und für Privatanleger nicht so einfach zugänglich sind. Über die letzten Jahre hinweg haben sich allerdings die Kurse in diesen Ländern stark entwickelt. Der MSCI-Frontier-Market-Index, in dem 24 der 33 Frontier Markets enthalten sind, kletterte über die letzten 12 Jahre um rund 350%!

Der fallende Ölpreis hat auch den Wert des Index über die letzten Wochen gedrückt, schließlich sind im Index auch OPEC-Mitglieder wie Kuwait und Saudi Arabien vertreten. Allerdings ergeben sich damit günstige Einstiegschancen, wenn Sie über diesen Index in die Frontiert Markets investieren wollen. Das Wachstumspotential, das in dem Index steckt, wurde in der ersten Jahreshälfte 2014 deutlich, als der Index um 10% zulegte. Auf Sicht von 12 Monaten waren es im Sommer sogar noch mehr als 20% plus. 

 

Das Potential für Wirtschaftswachstum ist enorm

 

Die sonstigen Zahlen der Mitgliedsländer zeigen die Gründe für diese positive Entwicklung und die Reize der Frontier Markets für Anleger. Allen voran ist hier die vorteilhafte Demografie zu nennen, die viele dieser Länder auszeichnet. Während die Bevölkerung in den Industrienationen mit zunehmender Geschwindigkeit altert, nimmt die Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter zwischen 20 und 64 Jahren in vielen der Frontier Markets gerade zu. Die konsum- und arbeitsfähige Bevölkerung wächst also – was gut für Wirtschaftswachstum ist. Insgesamt beläuft sich die Einwohnerzahl der Frontier Markets auf inzwischen knapp 900 Millionen Menschen, was etwa 13% der Weltbevölkerung entspricht.

Das Potential für Wirtschaftswachstum enorm. Noch beläuft sich das gesamte Bruttoinlandsprodukt der Frontier Markets auf lediglich 5% der Weltwirtschaft, zeigt aber damit das riesige Potential für Entwicklungen. Der internationale Währungsfonds sagt für die Volkswirtschaften der Frontier Markets ein jährliches Wachstum von 4,7% für die nächsten fünf Jahre voraus. Zum Vergleich: Die USA sind derzeit heilfroh, dass sie es auf ein Wirtschaftswachstum von 2,4% pro Jahr schaffen.

 

China investiert 8 Milliarden Euro in den Balkan

 

China hat dieses wirtschaftliche Potential bereits erkannt. Während EU, USA und Weltbank noch mit Krediten für die Frontier Markets knausern, ist der chinesische Premierminister Li Keqiang derzeit auf Staatsbesuch in Serbien, wo er zum wiederholten Mal am 16+1 Gipfel teilnimmt, dem jährlichen Treffen Chinas mit den Regierungschefs des Balkans. Bei den Gesprächen geht es vor allem um wirtschaftliche Investitionen, die Peking auf dem Balkan tätigen will. Diese Investitionen sollen sich auf insgesamt 8 Milliarden Euro belaufen und hauptsächlich in den Bereich der Infrastruktur fließen.

Seit dem letzten 16+1-Gipfel in Bukarest im letzten Jahr wurden rund 80% der vereinbarten Projekte umgesetzt – hier geht es also nicht um eine reine Diskussionsrunde, bei der lediglich gut klingende Beschlüsse gefasst werden. Diese Beschlüsse werden auch umgesetzt.  Der Handel Chinas mit den Balkanstaaten wird im laufenden Jahr insgesamt 60 Milliarden US-Dollar übersteigen. Es darf also damit gerechnet werden, dass auch die nun verhandelten Projekte stattfinden werden. Dazu gehört unter anderem der Bau einer 350 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen Serbiens Hauptstadt Belgrad und der ungarischen Hauptstadt Budapest.

 

Der Balkan als Hauptknotenpunkt für China

 

China tritt dabei gleichzeitig als Geld- und Arbeitgeber auf. Peking schafft sich so neue Arbeitsplätze und baut gleichzeitig sein eigenes Netzwerk nach Europa aus. Südost-Europa ist für China aufgrund der relativ geringen Löhne und Gehälter interessant, aber eben auch aufgrund der zentralen Lage auf dem Kontinent und der Nähe zu den westeuropäischen Absatzmärkten. Nicht von ungefähr investiert China vor allem in Infrastrukturprojekte in der Region. Die neuen Straßen, Eisenbahnverbindungen und Häfen dienen gleichzeitig dem Ausbau eines Umschlagplatzes für chinesische Waren im Herzen Europas.

 

Das große Ziel: eine neue Seidenstraße

 

Das passt ins große Bild des chinesischen Traums einer neuen Seidenstraße, die China mit Europa verbinden soll und auf der chinesische Waren möglichst schnell und effizient vom Land der Mitte quer über den Kontinent verteilt werden können. Dabei versteht es China gekonnt, die politische Lage in den jeweiligen Regionen zum eigenen wirtschaftlichen Vorteil zu machen. Das beweisen die zwei Erdgas-Deals mit Russland, die nach jahrelangen Verhandlungen passgenau zur russischen Krise in diesem Jahr abgeschlossen wurden.

Doch auch für den Balkan sind die chinesischen Investitionsprojekte gut. Schließlich bringen sie die Infrastruktur der Region voran und sorgen für neue Arbeitsplätze. China mach sich damit den Balken zum Freund, vor allem nachdem Russland vor kurzem das Pipeline Projekt South Stream platzen ließ und die EU weiterhin lediglich vage Versprechungen in Richtung Beitrittsverhandlungen in Aussicht stellt.

 

So investieren auch Sie in Serbien

 

Um das Risiko eines einzelnen Landes zu reduzieren, empfehle ich den Kauf des MSCI Frontier Markets Index. Die RBS bietet einen börsengehandelten Fonds (A1JHLY) an, der diesen Index abbildet.

Von der Erste Group gibt es auch ein Index-Zertifikat für den Solactive Serbia Index (EB7XTX). Das Risiko ist hierbei jedoch höher als im MSCI Frontier Markets Index.

Weniger risikofreudige Anleger können sich auch eine Staatsanleihe Serbiens ins Depot legen, zum Beispiel WKN A1GVNB. Bei vierjähriger Laufzeit winkt eine Rendite von 4% pro Jahr – deutlich mehr als auf Tagesgeld in Deutschland. Die Anleihe ist jedoch in US-Dollar notiert. Wertet der Euro ab, sinkt die Rendite. Umgekehrt kann die Rendite noch steigen, wenn der Euro aufwertet.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

Regelmäßig Analysen über Global Anlegen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Thomas Kallwass. Über 344.000 Leser können nicht irren.