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Zur Geldanlage in norwegischen Kronen

*** „Sichere Häfen“, da hatte ich Ihnen auch mehrfach die norwegische Krone genannt. Dazu schrieb mir Trader´s Daily-Leserin Monika H.:

„Als interessierte Leserin Ihres Traders Daily habe eine Frage an Sie bezgl. Norwegischer Staatsanleihen, die vielleicht auch für andere Leser von Interesse sein dürfte. Vor ein paar Monaten habe ich mir für ca. 5000 Euro besagte Staatsanleihen gekauft (…).

In der Tat habe ich mit diesem ultrakonservativen Investment bis jetzt immer sehr ruhig geschlafen und immerhin gut 4 % Zinsen ausbezahlt bekommen. Meine Frage lautet nun: Angenommen unser Euro geht wirklich den Bach hinunter und wir bekommen eine Währungsreform, was geschieht dann mit den norwegischen Staatsanleihen im Depot?

Werden sie in diesem Fall in norwegische Kronen umgerechnet oder verlieren sie an Wert? Ich habe keine wirkliche Vorstellung was dann passieren könnte. Wozu würden Sie mir (und anderen Lesern) raten? Sollte man vielleicht ein Fremdwährungskonto bei dem Broker einrichten wo man sein Depot hat um die Anleihen im Zweifelsfall in NOK umtauschen zu können oder ist das überflüssig, weil die Anleihen sowieso ihren Wert behalten, egal was für eine Währung wir vielleicht bekommen?“

Meine Antwort:

Also zumindest die von mir hier im Trader´s Daily genannten Norwegen-Anleihen sind auch Anleihen, welche in norwegischen Kronen emittiert = ausgegeben worden sind. Dies ist eine von mir favorisierte Möglichkeit: In norwegische Staatsanleihen zu investieren. Zinszahlung und Rückzahlung werden vom norwegischen Staat und damit von einem der Schuldner mit weltweit höchster Bonität garantiert.

Es gibt einige solcher Anleihen, welche auch an deutschen Börsenplätzen gehandelt werden, d.h. die Transaktion ist denkbar einfach. In Norwegen ist die Zinsstrukturkurve „normal“, d.h. je länger die Laufzeit, desto höher die jährliche Rendite. (Es gibt auch manchmal „inverse“ Zinsstrukturkurven, da gibt es weniger, je länger die Laufzeit!)

Da geht es weniger um Rendite, dafür um Sicherheit. Beispiel: Norwegen Anleihe mit der WKN: A0TVTE. Läuft bis Mai 2019, fester Zinskupon von 4,5% pro Jahr. Allerdings ist der Kurs (seit meiner ersten Erwähnung, by the way) gestiegen und gestiegen, steht bei aktuell rund 120% des Nennwertes.

Bedeutet: Die Rendite der Anleihe liegt unter Berücksichtigung des erhöhten Kurses bei rund 1,5% pro Jahr. In Zeiten, in denen Sie mit Bundesanleihen teilweise negative Renditen erhalten, ist dies meiner Ansicht nach die bessere Alternative.

Aber natürlich gibt es ein Währungsrisiko. Denn die Anleihen notieren in norwegischen Kronen, bei Kauf in Deutschland wird das dann in Euro umgerechnet. Schrieb ich Währungsrisiko? (Ja) Dieses Risiko ist meiner Ansicht nach vielmehr eine Chance. Denn es ist für Besitzer der Anleihe gut, wenn die norwegische Krone gegenüber dem Euro steigt. Und das halte ich für durchaus wahrscheinlich.

Und damit ist auch die Frage der Leserin beantwortet. Wenn Sie norwegische Anleihen wie diese im Depot hat, dann setzt sie auf norwegische Kronen. Die werden bei Handel in Deutschland in Euro umgerechnet, oder in die in Zukunft geltende Währung. Insofern müssen die Anleihen nicht „umgetauscht“ werden, denn diese notieren die ganze Zeit in norwegischen Kronen (NOK).

Im Übrigen habe ich dieses Thema auch in vorangegangenen Artikeln ausführlich behandelt. Lesen Sie auch:

Anlage in norwegischen Kronen – So geht es! und

Anlage in norwegischen Kronen – Teil 2

Auf unserer Themenseite Norwegische Kronen finden Sie zudem immer die aktuellsten Meldungen, norwegische Kronen betreffend.

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Über den Autor Michael Vaupel

Michael Vaupel ist Rohstoff- und Derivate-Experte. Der 40-jährige hat an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn Volkswirtschaftslehre studiert.

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Alte Kommentare
  • Hartmut Fischer schrieb am 08.06.2012, 12:13 Uhr

    Das Währungsrisiko besteht auch insofern, als bei einem (hoffentlich!) Auseinanderbrechen des Euro die Deutsche Währung drastisch aufwerten würde ! Weiterhin sind in Norwegen 25% Quellensteuer fällig, die man sich allerdings auf Antrag beim Norwegischen Finanzministerium erstatten lassen kann. Und nicht zu vergessen dann noch die Deutsche Abgeltungssteuer !