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Deutsche Post stellt Streetscooter-Produktion ein

Inhaltsverzeichnis

Aus für den Streetscooter – die Deutsche Post beendet ihr Experiment und will die Produktion der elektrisch betriebenen Minilaster noch in diesem Jahr einstellen.

Aus der Taufe gehoben hatte man das Projekt vor einigen Jahren aus der Not heraus: Die Post wollte ihre Fahrzeugflotte für den innerstädtischen Verkehr komplett auf elektrische Antriebe umstellen – doch die Autohersteller hatten kein passendes Modell im Programm und offenbar auch kein Interesse, eines zu entwickeln.

Streetscooter: E-Auto Marke Eigenbau

Also tat sich der Bonner Konzern zusammen mit einem Start-up aus dem Umfeld der RWTH Aachen und entwickelte den Streetscooter kurzerhand selbst, ganz zugeschnitten auf die eigenen Bedürfnisse. Immer mehr der kleinen gelben Elektroflitzer wurden seither in die Flotte der Logistiktochter DHL integriert, doch Konzernchef Frank Appel betonte stets, dass sich die Post als Logistikkonzern und eben nicht als Autohersteller verstehe. Die Eigenproduktion der Streetscooter, die inzwischen als Konzerntochter integriert wurde, passe nicht zur langfristigen strategischen Aufstellung des Unternehmens.

Also versuchte die Post über Monate hinweg, einen Käufer für die Sparte zu finden – vergeblich. Nun gibt man das Verkaufsvorhaben auf. Zwar soll die Flotte auch weiterhin elektrifiziert werden, doch die Fertigung eigener Fahrzeuge soll nicht länger Bestandteil des Geschäfts sein, zumal die Deutsche Post mit der Streetscooter-Tochter von Beginn an rote Zahlen geschrieben hat. Künftig soll die Unternehmenstochter lediglich für Betrieb und Instandhaltung der Bestandsflotte zuständig sein.

Deutsche Post streicht Gewinnziele zusammen

Aufgrund der Umstellung rechnet die Post im laufenden Geschäftsjahr mit einmaligen Belastungen in Höhe von 300 bis 400 Millionen Euro. Im gleichen Zuge kappte der Konzern seine Gewinnziele für 2020. Bislang strebten die Bonner einen operativen Gewinn (Ebit) in Höhe von 5 Milliarden Euro an. Das ist offenbar schon jetzt – Stand Ende Februar – nicht mehr zu halten.

Neben den Sonderbelastungen durch die Streetscooter-Tochter hat das Unternehmen vor allem mit den Auswirkungen des Coronavirus zu kämpfen. Transporte von und nach China sind bei der Frachttochter DHL massiv eingeschränkt, zumal auch die entsprechende Nachfrage zuletzt deutlich zurückging. Allein für den Monat Februar rechnet die Post deswegen mit Belastungen von 60 bis 70 Millionen Euro.

Coronavirus belastet Deutsche Post Aktie

Die sich ausbreitende Corona-Epidemie sorgt derzeit für herbe Kursrückschläge an den Börsen. Luftfahrt- und Logistikkonzerne sind sehr direkt von den Auswirkungen betroffen, doch auch etliche andere Branchen warnen vor massiven Einbrüchen in ihren Bilanzen: Stillstehende Produktionsanlagen, abgeriegelte Regionen, abgesagte Großveranstaltungen, eingeschränkte Reisefreiheit, all das trifft die Unternehmen offenbar härter als zunächst angenommen.

Hatten Anleger das Coronavirus im Januar noch als vorübergehende, eher kurzfristige Gefahr wahrgenommen, befinden sich die Börsen inzwischen im Krisenmodus. Auch die Aktie der Deutschen Post bekam das zuletzt deutlich zu spüren: Sie rauschte allein in dieser Woche um mehr als 16 Prozentpunkte in die Tiefe.