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Ruthenium: Handelbar und krebsheilend?

Das Edelmetall Ruthenium ist eines der seltensten Metalle der Welt. Doch ist es gleichzeitig auch wertvoll und teuer? Hier erfahren Sie alles zu Ruthenium, wo es verwendet und wie es gehandelt wird.

Ruthenium: Ungiftiges Metall aus Russland

Ruthenium gehört zu den Platinmetallen und weist deswegen ähnliche Eigenschaften auf wie Iridium, Osmium und Rhodium: silberweiß, hart, reaktionsträge. Außerdem ist es sehr selten und wird nur in geringen Mengen genutzt. Nach Palladium ist Ruthenium das zweitleichteste Platinmetall und lediglich Iridium und Osmium weisen einen höheren Schmelz- und Siedepunkt vor.

Entdeckt wurde Ruthenium im Jahr 1844 vom deutsch-baltischen Chemiker Karl Ernst Claus in sibirischen Platinerzen. Daraus ergibt sich auch der Name Ruthenium. Das lateinische Wort „ruthenia“ steht nämlich für Russland. Ruthenium ist ungiftig, in Pulverform jedoch leicht brennbar. Einige Komplexe des Metalls werden hinsichtlich ihrer Wirkung als Mittel gegen Krebs erforscht.

Metall bei der Datenspeicherung

Zum größten Teil wird das Metall Ruthenium in der Elektronikindustrie verwendet. Zum Einsatz kommt es vor allem beim Perpendicular Recording. Dabei handelt es sich um ein Verfahren zur Speicherung von Daten auf Festplatten.

Eine dünne Schicht Ruthenium trennt die Speicherschicht von der weichmagnetischen Unterschicht. Bei diesem Verfahren wird auf Ruthenium wegen seiner sechseckigen Kristallstruktur gesetzt. Rutheniumschichten sind außerdem hart und beständig gegen Abrieb.

Ruthenium in der Krebsforschung?

Wie viele Platinmetalle besitzt auch Ruthenium eine katalytische Wirkung. Im Gegensatz zu Rhodium, das als Katalysator in Fahrzeugen genutzt wird, wirkt Ruthenium katalytisch bei der Herstellung von Methan aus Wasserstoff und Kohlenstoffmonoxid. Außerdem wird es zur Hydrierung von Aromaten, Säuren und Ketonen verwendet.

Rutheniumhaltige Legierungen werden unter anderem für Federspitzen von Füllern oder für Zahnfüllungen gebraucht. Des Weiteren haben verschiedene Komplexe des Metalls ein pharmakologisches Potenzial, erzeugen also eine Wechselwirkung zwischen Stoffen und Lebewesen.

So werden verschiedene Anwendungen mit Ruthenium als Wirkstoff erforscht. Bisher ist noch kein Arzneimittel auf der Basis von Ruthenium zugelassen, erforscht wird aber in Bezug auf Krebstherapien und zur Bekämpfung von Malaria.

Trennung aufwendig, selten in der Natur

Ruthenium kommt sehr selten in der Natur vor. In Verbindung mit anderen Elemente der Platingruppe findet man das Metall im russischen Uralgebirge sowie in Nord- und Südamerika. Außerdem kommt es zu kleineren Vorkommen in England, Kanada und Südafrika.

Aufgrund der Ähnlichkeit und geringen Reaktivität der Platinmetalle ist eine Trennung der Elemente sehr aufwendig und kompliziert. Es gibt mehrere Möglichkeiten, Ruthenium zu isolieren.

Unteranderem kann das Edelmetall bei dem klassischen Prozess der Platinherstellung hergestellt werden, wobei es zu einer Reihe von Schmelz- und Auflösungsprozessen kommt. Die effizientere Weise ist aber das moderne Verfahren mit Hilfe der Solvent-Extraction (deutsch: Lösungsmittel-Extraktion).

In Ruthenium-Safebags investieren

Das Metall Ruthenium gehört nicht zu den traditionellen Anlagemedien, denn es gibt weder Münzen noch Barren zum Investieren. Das wäre bei dem Edelmetall zu teuer und außerdem wäre die Rückführung in Pulverform bei einem Rückkauf sehr aufwendig. Trotzdem gibt es für Edelmetallinvestoren, die ihr Portfolio diversifizieren möchten, eine Möglichkeit, das Platinmetall physisch zu kaufen.

Ruthenium kann in sogenannten Safebags gehandelt werden. Diese werden mit der industrieüblichen Handelsform Rutheniumpulver befüllt und versiegelt. Eine Manipulation am Safebag oder dem Inhalt würde nicht ohne sichtbare Spuren erfolgen können.

Selten, aber geringer Preis

Obwohl Ruthenium sehr selten ist, sind die Preise für das Metall nicht gravierend hoch. Lediglich 2006/2007 ist der Preis von etwa 80 US-Dollar pro Unze (entspricht etwa 28 Gramm) auf knapp 900 US-Dollar angestiegen. Dieser Höhepunkt hat sich jedoch schnell wieder beruhigt. Schuld war eine Fehleinschätzung der Nachfragemenge von Ruthenium in der Solarindustrie.

Ruthenium kann, wie viele andere Metalle auch, durch Recycling wiederverwertet werden. Dadurch können die Edelmetalle durch moderne Verfahren immer wieder in der Elektronikindustrie eingesetzt werden – ohne ihre Eigenschaften zu verlieren.

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